Skulptur erinnert an die humanitäre Arbeit Sue Ryders

Ende April wurde der Stahlrahmen der Skulptur von vielen Burgwedelern mit Rundhölzern gefüllt und dann verhüllt. Am heutigen Samstag fällt die Hülle und die Skulptur wird an die humanitäre Arbeit Sue Ryders und ihrer Helfer erinnern. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Literarische Performance im Amtshof Burgwedel

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Bürgerinitiative Sue Ryder veranstaltet am heutigen Samstag, den 10. Mai eine Eröffnungsfeier zur Einweihung einer Skulptur und einer Erinnerungstafel auf dem Grundstück der Villa in Großburgwedel in der Bahnhofstraße10. Hier hatte die Engländerin Sue Ryder im Jahr 1957 mit dem Bau des St. Christopher Settlements begonnen, um damals so genannten Displaced Persons eine Bleibe zu schaffen. Sie ließ damals acht kleine Häuser errichten. Mit Unterstützung der United Nation Association kamen junge Menschen, Freiwillige aus 16 Ländern, nach Großburgwedel um das Grundstück zu roden und unter fachlicher Anleitung diese Häuser zu bauen.
Acht kinderreiche Familien aus verschiedenen Lagern in Norddeutschland, „Displaced Persons“, konnten ab 1959 dort einziehen. Sie waren ehemalige Kriegsgefangene oder Zwangsarbeiter, die Konzentrationslager überlebt hatten oder Gefängnisse und Todesmärsche. Sie waren Relikte des nationalsozialistischen Unrechtsstaates, die nicht mehr in ihre Heimatländer zurückkehren konnten oder wollten. Die gläubige Christin und Philanthropin Sue Ryder nannte die kleine Siedlung „St. Christopher Settlement“. Dieses Stück Nachkriegsgeschichte wollen die Organisatoren erhalten.
Ende April wurde in einer gemeinsamen Aktion die Skulptur mit Rundhölzern gefüllt, der Stahlrahmen war bereits einbetoniert. Beteiligt haben sich an diesen Arbeiten Kinder von Kunst und Kultur für Kinder, eine Schulklasse der Grundschule Großburgwedel und die Frauen des internationalen Frühstücks und viele Einwohnerinnen und Einwohner Großburgwedels. Die Skulptur wird am 10. Mai der Öffentlichkeit vorgestellt, anschließend findet die Veranstaltung im Amtshof eine Fortsetzung.
Der Ablauf der Einweihung der Gedenkskulptur: Um 17.00 Uhr wird die kleine Gedenkstätte vor der Villa Bahnhofstraße 10 eröffnet. Der Künstler Pablo Hirndorf wird anwesend sein. Um 18.30 Uhr wird die Veranstaltung im Amtshof fortgesetzt werden. Die Organisatoren wollen im Dialog mit Zeitzeugen die Geschichte des St. Christopher Settlements lebendig werden lassen. Zudem wird eine literarische Performance von Sibylle Maria Dordel und Artur Pacewicz mit Texten von Zdena Berger und Werken von Chopin vorbereitet. Der Eintritt ist frei, es wird aber um Spenden gebeten.
Die Veranstaltungen und eine Denkschrift wurden „Am Leben hin“ benannt. Der Titel steht für das Auf und Ab, für die freudigen und traurigen Momente des Lebens. Die Denkschrift wurde erstellt, damit die Entstehung von St. Christopher Settlement eine nachlesbare historische Basis hat. Die Geschichts- und Erinnerungstafeln und die Skulptur des Künstlers Pablo Hirndorf sind so installiert worden, dass sie für die Öffentlichkeit dauerhaft zugänglich sind. Der Bürgermeister der Stadt Burgwedel hat die Schirmherrschaft übernommen.