Sie helfen tatkräftig das Dorfbild zu verschönern

Vier Asylbewerber helfen an zwei Tagen in der Woche das Dorfbild in Wettmar zu verschönern. (Foto: Renate Tiffe)

Asylbewerber sind in Wettmar als Ein-Euro-Jobber tätig

WETTMAR (ti). Nicht selten wird in den Ortsratssitzungen die Klage laut, dass mehr für die Pflege des Ortsbildes an Straßen und Fußwegen getan werden müsse.
Der Bauhof der Stadt kann diese Arbeit jedoch nicht im gewünschten Umfang leisten. Auf Grund des Asylbewerberleistungsgesetzes besteht allerdings die Möglichkeit, Asylbewerber als Ein-Euro-Jobber für diese selbst gestellte Aufgabe einzusetzen
In Wettmar fallen in diesen Tagen die Männer mit den gelben Warnwesten auf und den Schubkarren in Pink und Lila. Zwar ist die niedrige Ligusterhecke an der Hauptstraße von einer Firma in Form gebracht worden. Das Säubern des Fußweges haben jetzt aber vier junge Männer aus der Asylunterkunft übernommen, ein Iraker und drei Schwarzafrikaner von der Elfenbeinküste.
Seit dem 19. Januar sind sie an zwei Tagen in der Woche, Montag und Donnerstag in der Zeit von 9.00 bis 14.00 Uhr mit Hacke und Besen tätig. Die Gerätschaften stellt der Bauhof, der auch die Abfuhr des Unrats übernimmt. Ortsratsherr Klaus Sommer zeigt sich mit dieser Lösung sehr zufrieden.
Die Männer seien freiwillig gekomen und er habe den Eindruck, dass sie gern dabei sind, sagt er - auch wenn die Entlohnung nur 1,05 Euro die Stunde beträgt. Die Verständigung klappe gut. Alle vier nehmen an Deutschkursen teil.
Es könnte ein bißchen wärmer sein, meint Koffi Khan Gerara von der Elfenbeinküste, dessen Deutschkenntnisse am weitesten fortgeschritten sind. Klar ist, dass der Einsatz der Asylbewerber eine Betreuungsperson braucht, die sich intensiv um die Leute kümmert. Das kann nicht überall geleistet werden.
Auch in Engensen war bis zur Jahreswende ein Asylbewerber im Dorf tätig und Ortsbürgermeister Friedhelm Stein hofft, dass demnächst wieder eine solche Kraft zur Verfügung steht.
Wolfgang Hilbrich, im Sozialamt der Stadt für diesen Einsatz zuständig, betont, dass dieser nur im Rahmen gemeinnütziger Tätigkeit erlaubt ist. Es handele sich um eine Betreuung für Menschen, deren Gesundheitszustand das zulässt, aber nicht um ein Beschäftigungsverhältnis. Generell wäre eine solche Betätigung überall möglich. Hilbrich deutet aber an, dass es sich um ein sehr „komplexes Thema“ handelt.
In Wettmar kommt die Mithilfe der vier Asylbewerber bei den Passanten gut an. „Es wird mal Zeit, dass da was getan wird“, grummelt einer.