Seniorenhilfe übergibt Defibrillator an die Begegnungsstätte

Freudig nahm Elke Coordes (l.) den gespendeten Defibrillator vom Vorsitzenden der Seniorenhilfe, Prof. Dr. Rudolf Fischer (r.), entgegen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Die Teilnehmer hatten Gelegenheit, den Defibrillator an der Übungspuppe anzuwenden. Unter den kundigen Blicken von Harald König (l.) wurde klar, dass die erforderlichen Maßnahmen relativ schnell umgesetzt werden konnten. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Prof. Dr. Rudolf Fischer: "Herzstillstand kann jeden treffen"

GROSSBURGWEDEL (bgp). Mit großem Engagement hatte der Verein Seniorenhilfe e. V. die Finanzierung eines Defibrillators für die Seniorenbegegnungsstätte auf die Beine gestellt. Das Interesse war groß, als der erste Vorsitzende, Prof. Dr. Fischer, das langersehnte Gerät an die Leiterin der Begegnungsstätte, Elke Coordes, überreichte.
Rund 30 Personen waren gekommen, um an der Übergabe des Defibrillators und der anschließenden Einweisung in die Anwendung des Gerätes teilzunehmen. Fischer machte in seiner Ansprache deutlich, dass sich das Gerät zwar in der Seniorenbegegnungsstätte befinde, jedoch Menschen aller Altersgruppen von einem Herzstillstand betroffen sein könnten. Sowohl Elke Coordes als auch Rudolf Fischer betonten dabei einhellig den Wunsch, das Gerät möge hoffentlich nie zum Einsatz kommen.
Harald König, der den Defibrillator HS1 der Marke Philipps zur Einweisung vorstellte, erläuterte die Vorzüge. So lässt sich sogar ein Kind mit dem Gerät defibrillieren, da sich die Spannungswerte dem Volumen des Patienten anpassen und entsprechend weniger Strom durch den Körper geleitet werde. König konnte vielen Teilnehmern die Sorge nehmen, das Gerät nicht richtig anzuwenden: "Man kann nichts falsch machen".
Der Defibrillator ist sehr einfach aufgebaut und hat auf der Rückseite lediglich das Bild eines menschlichen Oberkörpers, auf dem die Position der beiden aufzuklebenden Pads zu sehen ist. Drei weitere Tasten reichen aus, um das Gerät richtig zu bedienen oder gegebenenfalls Informationen zu bekommen. Durch das Ziehen eines Handgriffs wird der Defibrillator automatisch aktiviert.
Eine elektronische Stimme leitet laut und deutlich durch die einzelnen Schritte, die zu unternehmen sind. Dabei passt sich der HS1 der Geschwindigkeit des Ersthelfers an und wiederholt die Aufforderung zur nächsten Maßnahme so oft, bis diese erfolgt ist. Damit sind auch sehr aufgeregte Nothelfer durchaus in der Lage, adäquate Hilfe zu leisten.
Die integrierte EKG-Funktion stellt nach dem Aufbringen der Pads durch Messung der Herzfunktion fest, ob ein schockbarer Zustand vorliegt oder ob der Patient beispielsweise einen Herzschrittmacher hat. Nur wenn ein schockbarer Zustand vorliegt, erfolgt die Aufforderung, zurückzutreten und den Patienten nicht zu berühren.
Erst dann wird die Abgabe eines Elektroschocks freigegeben und die helfende Person kann diesen mittels der dafür vorgesehenen blinkenden Taste auslösen. Danach erfolgt die genaue Anweisung für eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mit akustischer Rhythmusvorgabe.
Die Teilnehmer der Veranstaltung hatten eingehend Gelegenheit, mit dem Defibrillator an einer Übungspuppe die Notfallhilfe bei Herzstillstand oder Kammerflimmern zu üben und Hemmungen abzubauen. Jährlich sterben laut König in Deutschland zwischen 100.000 und 150.000 Menschen an einem plötzlichen Herztod.
Umso mehr sind Elke Coordes und ihr Team bestrebt, die rund 70 Gruppenleiter in der Anwendung des neuen Gerätes von Fachpersonal schulen zu lassen, denn im Notfall zählt jede Minute. Mit der Abgabe eines Schocks in den ersten 4 Minuten kann die Überlebenswahrscheinlichkeit von unter 10 % auf 80 % bis 90 % erhöht werden.