„See-lige Betrachtung“ an acht Stationen

Das Aussichtsensemble neben dem Parkplatz dient als Startpunkt für den „Erlebnispfad Würmsee“ mit acht Stationen. Umweltkoordinator Malte Schubert (r.) zeigte beim Ortstermin einen Plan für den Rundweg. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Umweltkoordinator Malte Schubert erläutert an der Station „Wasserwelten“ das Konzept für einen Steg, an dem Wasserlebewesen als Skulpturen im Wasser zu sehen sein sollen. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Erlebnispfad rund um den Würmsee soll das Naherholungsgebiet attraktiver machen

KLEINBURGWEDEL (bgp). Der Planungs- und Umweltausschuss der Stadt Burgwedel stellte am Dienstagabend im Rahmen eines Ortstermins das Konzept für einen Erlebnispfad mit acht Stationen rund um den Würmsee vor.
Die Stadt Burgwedel hat den Würmsee und die daran angrenzenden Flächen seit 2016 gepachtet und ist nun bestrebt, die Attraktivität des regionalen Naherholungsgebietes weiter zu erhöhen. Für rund 85.000 Euro wurden bereits umfangreiche Entbuschungen vorgenommen und neue Bänke aufgestellt.
Der Wasserstand des Sees wird mit einer digitalen Pegelmessung überwacht und gegebenenfalls durch Zuführung von Wasser auf dem nötigen Niveau gehalten. Ein Rundweg wurde schon in Teilen befestigt und der Aussichtspunkt neben dem Parkplatz mit Steinen neu gestaltet. Das Ensemble aus Sandstein wird der Ausgangspunkt des Erlebnispfades sein und diente am Dienstag als Treffpunkt für den Ortstermin. Malte Schubert, Koordinator für Umweltfragen, und Jürgen Schodder als Ausschussvorsitzender und Bürgermeister von Kleinburgwedel trafen sich dort mit einigen Bürgern, die sich vor Ort über das Konzept informieren wollten.
Die sommerlich laue Luft vermittelte den Teilnehmern schon eine Ahnung davon, wie die schönen Ausblicke vom Uferweg auf den See in einem stimmigen Konzept zusammengefasst werden könnten. Malte Schubert blätterte die Präsentation des beauftragten Planungsbüros vor den Augen der Gruppe auf und erläuterte den Entwurf für den Erlebnispfad an den verschiedenen Punkten. „Heute geht es nur um das künstlerisch optische“, betonte Schubert augenzwinkernd, als er die erste Station von „Erlebnis Würmsee“ beschrieb.
Die Eingangssituation am Parkplatz mit dem Steinrund des Aussichtspunktes sieht eine Skulptur „Rohrkolben“ und eine Stahltafel zur Begrüßung der Besucher zu einem außergewöhnlichen Erlebnis vor. Darauf folgt am nördlichen Ufer vor der Gastronomie eine Station „Sommerfrische“, die den Gästen die Nutzung des Würmsees als Naherholungsgebiet in den letzten 100 Jahren erläutert.
„Manche Stationen dienen zum Nachdenken, andere lassen die Besucher einfach die Landschaft in Ruhe genießen, einige sind mit Aktivität verbunden“, ließ Schubert wissen. So werden an der dritten Station „Wechselnde Wasserstände“ drei verschiedenfarbige Schwengelpumpen installiert, die mit dem Grundwasser in Verbindung stehen und die drei Wasserquellen veranschaulichen sollen, aus denen sich der See speist.
Eine braune Pumpe steht für das Grundwasser, während eine blaue das Regenwasser symbolisiert und die grüne Pumpe die Speisung des Sees mittels moderner Pumpentechnik veranschaulicht. Der Wasserstand wird sichtbar gemacht durch mehrstufige begehbare Gitterroste, die wie ein Steg in den See ragen und deren Stufen je nach Pegelstand mehr oder minder vom Wasser überdeckt sind. Höhenschilder weisen darauf hin, wie der aktuelle Wasserstand im See ist.
Die Vielfalt der Nutzung des Sees und dessen unmittelbare Umgebungslandschaft offenbart sich am Torfstich auf der nördlich gelegenen Uferseite oder an Punkt sechs in Richtung Südost, wo die Nachkriegszeit mit der Umnutzung von Ferienhäusern zu Flüchtlingsquartieren anschaulich dargestellt werden soll. In jener Zeit diente die Landschaft als Überlebensraum zur Beschaffung von Beeren, Pilzen, Fisch oder Brennholz. „Wasserwelten“ und „Behausungen“ befassen sich mit den Lebensräumen der Organismen und Wesen am Würmsee.
Am Schluss der Runde um den See lädt eine Bank zum „Dialog über die Nutzung eines gemeinsamen Lebensraumes“ ein. „Hier kann man sich als Besucher nochmal auf eine Bank setzen und über den Würmsee und seine Landschaft schauen“, lautet die Erklärung der Planer Wolfgang Buntrock und Frank Nordiek vom Planungsbüro LandArt. Der Clou an dieser Station werden die Tiere aus der Umgebung des Würmsees sein, die als Stahlsilhouetten auf der Bank bereits „Platz genommen“ haben.
An den Stationen werden außerdem Schilder aufgestellt, die am oberen Ende eines stilisierten Torfspatens angebracht sind. Der Bezug zum Torfstich wird damit hergestellt und weiteres Hintergrundwissen vermittelt. Dabei werde bewusst auf QR-Codes verzichtet, da diese dem „Ort nicht gerecht werden“, erklärte Schubert die Position der Stadtverwaltung.
Unmittelbar nach dem Rundgang tagte der Ausschuss im Rathaus und sprach sich für das Konzept des Erlebnispfades aus, das noch im Verwaltungsausschuss Thema sein wird. Die Region Hannover hat bereits Fördermittel für das insgesamt rund 200.000 Euro umfassende Projekt in Aussicht gestellt.
Einen Vorgeschmack auf die zukünftige Nutzung des Naherholungsgebietes Würmsee als kultureller Veranstaltungsort im Rahmen des Projektes „Gartenregion“ erhalten die Besucher am 19. Juli um 19.00 Uhr. Krimiförster Christian Ölschläger und sein Lektor Ulrich Hilgefort lesen aus Kriminalromanen und Kurzgeschichten. Stimmungsvoll untermalt wird die Lesung vom Wettmarer A-Capella-Chor „Chorvettes“ mit bekannten Liedern wie „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“ oder Kriminal-Tango sowie weiteren Klassikern des Genres. Am Freitag, 31. August 2018 wird um 20.00 Uhr das Cinema del Sol am Seeufer mit dem britischen Filmklassiker aus den sechziger Jahren „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ starten.