Sechs Politiker standen am Gymnasium Rede und Antwort

Standen Rede und Antwort (v.l.): Dirk Hillbrecht (Piraten), Caren Marks (SPD), Dr. Stefan Birkner (FDP), Dr. Rafael Beine (Bündnis 90/Grüne), Dr. Hendrik Hoppenstedt (CDU) und Dr. Diether Dehm (Linke). (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Interessiert folgten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge elf und zwölf der Podiumsdiskussion in der Aula. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Veranstaltung ist Ergebnis des Politik- und Wirtschaftsunterrichts

GROSSBURGWEDEL (hhs). Die Bundestagswahl steht vor der Tür und deswegen hatten die Schülerinnen und Schüler des elften und zwölften Jahrgangs des Gymnasiums Großburgwedel die Direktkandidaten der Parteien für den hiesigen Wahlkreis zu einem politischen Vormittag eingeladen.
In einer schulinternen Podiumsdiskussion und einem „Open Space“, sechs Politiker einzeln in einem Klassenraum waren da zur Befragung gewissermaßen „freigegeben“, sollten Orientierungshilfen für die jungen Leute erarbeitet werden, von denen knapp ein Drittel im September als Erstwähler an die Urnen treten werden. Die Aktion war im Politik- und Wirtschaftsunterricht erarbeitet und von den jungen Leuten durchgeführt worden.
Die Schulleiterin Gesa Johannes begrüßte die Gäste und formulierte zunächst die Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler: Im Unterricht müssen die jungen Leute die Fähigkeit zur Reflexion und Analyse erarbeiten, damit sie sich selbst mit ihren Fähigkeiten in politische Prozesse einbringen können. Die Veranstaltung am Donnerstag sei das Ergebnis dieses Unterrichts in drei Kursen Politik. Sie bedankte sich bei den Politikern, dass sie sich Zeit für das Gymnasium genommen haben, und übergab die weitere Moderation an ihre Schüler.
Diese stellten ihre Gäste erst einmal vor: Dr. Rafael Beine, Ratsherr von Bündnis 90/Grüne im Burgwedeler Stadtrat war in Vertretung des verhinderten Direktkandidaten Wolf von Nordheim gekommen. Die Grünen stünden zur Energiewende und für absolute Transparenz in der Rüstungsindustrie, formulierte er zwei Hauptanliegen. Er verwies weiter auf das Wahlprogramm, wo noch etwa 50 andere Themen zu finden seien.
Stefan Birkner war anstelle des Bundeswirtschaftsministers Dr. Philipp Rösler anwesend. Birkner war Umweltminister in Niedersachsen für die FDP, ist jetzt Vorsitzender der FDP-Fraktion im Landtag und sein Ziel sei, für Vertrauen in liberale FDP Politik zu werben. Der Kandidat für die Linke im Wahlkreis ist Diether Dehm, der sich selbst als linker Künstler und Unternehmer bezeichnete.
Bis 1996 sei er Mitglied in der Arbeitsgruppe der Selbständigen in der SPD gewesen, gehöre nun der Linken an und kämpfe gegen die jetzt praktizierte Umverteilung. „Pirat“ Dirk Hillbrecht war für den erkrankten Hans Lauterwald gekommen. Hillbrecht ist Mitglied im Stadtrat Hannovers, war Bundesvorsitzender der Piraten. Diese werden sich weiter für den Atomausstieg einsetzen und für ein Grundrecht auf sauberes Trinkwasser.
Dr. Hendrik Hoppenstedt, Kandidat der CDU, werde sich im Bundestag für die Absicherung der Renten einsetzen und versuchen, ungerechte finanzielle Verhältnisse zu verändern. Caren Marks von der SPD will sich um gesellschaftspolitische Inhalte kümmern, unter anderen um mehr Freizeit für Schülerinnen und Schüler und mehr garantierte Ausbildungsplätze.
Dann ging es zum „Open Space“. Hier nutzten die Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit zu direkten Fragen an die Kandidaten. Favoriten waren in dieser Phase nicht zu erkennen. Die jungen Leute verteilten sich nahezu gleichmäßig auf alle sechs Kandidaten. Die Fragen reichten vom eigenen persönlichen und politischen Werdegang bis zu den Parteiprogrammen und aktuellen politischen Themen.
Letzter Teil der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion in der Aula. Hier wurden noch zwei Bereiche angesprochen, soziale Entwicklungen und Rentenpolitik und Energiepolitik. Und hier musste man die Politiker loben: Niemand von ihnen verfiel hier in die Gewohnheit der Rede mit einer Fülle von Versatzstücken. Das könnte ein erster, hoffentlich erfolgreicher Schritt sein im Kampf gegen die Politikverdrossenheit gerade bei den jungen Leuten. Hier wurden unterschiedliche Positionen formuliert und Gemeinsamkeiten deutlich. Dass der Kandidat der Linken dabei weitaus verbalradikaler vorging als seine Mitbewerber, war nicht anders zu erwarten. Es hat nur zur Trennschärfe beigetragen.