Schwimmclub Altwarmbüchen vor neuen Herausforderungen

„Wir brauchen eine Art neuen Förderverein“, so Eckhard Bade. (Foto: Renate Tiffe)

Verein hofft auf Unterstützung von Unternehmen und Nutzern des Bades

ALTWARMBÜCHEN (ti). Es sei ein gutes Jahr für den Schwimmclub (SC) gewesen, sagte Eckhard Bade, Aufsichtsratsvorsitzender der Hallenbad-Isernhagen-Betreiber GmbH im Rückblick auf das Jahr 2011. Der sportliche Aufschwung sei beachtlich und finanziell habe sich der Verein trotz hoher Belastungen weiter entwickelt – was nicht bedeutet, dass die Herausforderungen für die Zukunft abnehmen würden.
Ein gesellschaftlicher Trend sei es vor allem, der zu schaffen macht und der bisher noch nicht genügend berücksichtigt wurde: die Mitglieder bewegen sich von der Vereinsbasis weg. Immer häufiger werde der Sport nur für wenige Monate ausgeübt, eine Verbundenheit mit dem Verein sei nicht mehr erkennbar. Zwar betreffe die Fluktuation die Vereine generell. Der Ausweg zum „Verein als Dienstleister“ – die einzig denkbare Lösung – gestalte sich jedoch da besonders schwierig, wo viele Kinder und Jugendliche Mitglieder sind. „Wir müssen unsere Konzepte anpassen“, so Bade lapidar.
Erschwerend kommt hinzu, dass vor drei Jahren das Finanzamt dem Förderverein die Gemeinnützigkeit aberkannt hat (die Klage der Gemeinde wird im März zur Sprache) und damit Einnahmen weggebrochen sind, die noch nicht ganz ersetzt werden konnten. Eine Erhöhung der Nutzungsentgelte sei zwangsläufig, kündigte Bade an. Aber es müssen noch andere Maßnahmen her. Er deutete an, dass andere Vereine in der Gemeinde die Nutzung der Turnhallen nicht bezahlen müssen. Da herrsche ein wenig Ungleichheit, meinte er, aber er wolle das Thema „noch nicht zu fordernd nach außen tragen“. Andererseits hatte er für die Unterstützung gedankt. Ca. 90.000 Euro zahlt die Gemeinde jährlich für die Halle.
Die Gedanken des Vorsitzenden gingen in eine andere Richtung weiter. Sie zielten auf ein Konzept mit etwa 20 bis 25 sog. „Premium-Mitgliedern“, Unternehmen, die den Verein dauerhaft finanziell unterstützen. Dazu müsse es den Sympathisanten-Part geben, Schwimmer, welche die Halle regelmäßig nutzen und es sich leisten können, etwas mehr zu zahlen. Ein hartes Stück Arbeit komme da auf den Verein zu, sagte Bade voraus. Aber es gebe keine Alternative dazu, wenn er in zehn Jahren noch bestehen solle. „Wir brauchen eine Art neuen Förderverein“.
Angelaufen, aber nicht ohne Probleme, sind Projekte wie die Sport-AG für Ganztagsschulen, für die es noch Absprachen mit der Verwaltung geben müsse, berichtete Bade. Ein Zukunftsprojekt bleibe das „Schwimmen 60 Plus“. Ausgebaut werden konnte dagegen die Präsenz des Vereins in der Gemeinde, nicht nur beim Moorfest und beim Weihnachtsmarkt. Große Resonanz finde das Advent-Schwimmen und das Outdoor-Schwimmen sei schon „ein Stück SC geworden, das von uns erwartet wird“. Ein strammes Programm stehe für 2012 bevor, „das zeigt, dass wir funktionieren“. Etwa 270 Mitglieder zählt der SC zur Zeit.