„Schulsanitätsdienst: Helfen ist cooler als Zuschauen!“

Diese Gruppe hatte ein schwieriges Problem zu lösen: Wiederbelebung nach einem Kreislaufzusammenbruch mit Bewusstlosigkeit und Atemstillstand bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Zweiter regionsweiter Wettbewerb der Schulsanitäter

GROSSBURGWEDEL (hhs). Das Jugendrotkreuz der Region Hannover und das Gymnasium Großburgwedel hatten gestern zum 2. Wettbewerb der Schulsanitäter eingeladen.
Insgesamt trafen sich 154 Schulsanitäter in 32 Gruppen aus 21 Schulen der Region Hannover im Gymnasium Großburgwedel. Dabei traten die Gastgeber mit 14 Schulsanitätern in drei Gruppen und die Oberschule Burgwedel mit fünf Teilnehmern an. Gewertet wurde in zwei Kategorien, Anfänger und Profis.
An fünf Stationen mussten die Schülerinnen und Schüler zeigen, was sie in den vergangenen Monaten in Sachen Erste Hilfe gelernt haben: Wiederbelebung, Versorgung einer Sportverletzung, Nasenbluten stillen, eine Kopfplatzwunde und eine normale Wunde versorgen.
Diese letzte Station hatte es in sich, denn hier war auch Wissen über Diabetes notwendig, um alles richtig zu lösen. Zu Beginn der einzelnen Prüfungen an den Stationen formulierten die Prüfer, alles ausgebildete Sanitäter des DRK, eine Lage, die die Schulsanitäter dann abarbeiten mussten.
Im Bereich der Region Hannover nehmen insgesamt 45 Schulen an der Kooperation mit dem DRK teil. Der normale Schulbetrieb bringe es mit sich, dass häufiger Verletzungen bei den Jungen und Mädchen auftreten, nicht nur im Sportunterricht, erklärte Clemens Kühn, Mitarbeiter des Jugendrotkreuz in der Region Hannover die Hintergründe. Im vergangenen Jahr habe man mit der Kooperation begonnen, mit etwa der Hälfte der Schulen und teilnehmenden Schülerinnen und Schülern.
Unterdessen sei es so, dass an vielen Schulen schon ein Schulsanitätsdienst eingerichtet worden ist. Jeden Tag würden an diesen Schulen zwei Schulsanitäter zum Dienst eingeteilt. Sie verfügen über eine Sanitätstasche und sie sind die einzigen Schüler, deren Handy während des Unterrichts in Betrieb bleiben dürfe, wegen möglicher Alarmierungen.
Der pädagogische Aspekt liege im sozialen Lernen und dem Willen, Helfen zu wollen. Die Ausbildung soll die Nachwuchssanitäter dahin führen, sofort spontan und klar zu entscheiden. „Hinschauen, nicht wegschauen ist das Ziel der Ausbildung“, bringt es Clemens Kühn auf den Punkt. „Sanitätsdienst macht Sinn. Helfen ist cooler als Zuschauen!“ Die Schülerinnen und Schüler, die an dieser Ausbildung im Rahmen des Schulunterrichts teilnehmen und schließlich ihr Können im Rahmen dieser Wettbewerbe beweisen, erhalten diese besondere Qualifikation auch in ihren Zeugnissen vermerkt. „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass diese Bestätigung der Sanitätsausbildung bei Bewerbungen eine wichtige Zusatzqualifikation ist“, so Kühn. Dem DRK seien viele Fälle bekannt, dass die Sanitätsausbildung zum ausschlaggebenden Faktor für eine Einstellung gewesen ist.