Schulausschuss empfiehlt den Neubau

Eine Sanierung des Gymnasiums wäre zunächst zwar kostengünstiger, ist jedoch laut der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung finanziell auf Dauer nicht lohnenswert. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)
 
Der Schulausschuss sprach seine Empfehlung für einen Neubau des Gymnasiums Großburgwedel aus. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Elternsprecherin Dorothea Nirschl: „Das ist eine großartige und mutige Entscheidung“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Eigentlich war in der vergangenen Sitzung des Schulausschusses Burgwedel schnell klar, wohin die „Reise“ in punkto Gymnasium Großburgwedel gehen würde, doch bevor über den Beschlussvorschlag abgestimmt wurde, hatten die Sitzungsteilnehmer noch einigen Diskussionsbedarf.
Auf Grund der im Mai vorgestellten Wirtschaftlichkeitsuntersuchung stellte sich die Frage, ob eine Sanierung des Bestandsgebäudes, der Außenbereiche sowie Aula und Sporthallen mit der Schaffung eines Zusatzneubaus erfolgen solle (Variante I) oder aber ein Ersatzneubau der Bestandsflächen (Trakt A bis E), der Aula sowie ein Zusatzneubau für die zusätzlichen Raumbedarfe erstellt werden solle (Variante II). Außerdem würden in Variante II die beiden Sporthallen saniert und der alte Gebäudebestand abgerissen werden.
Das vorgestellte Berechnungsmodell sieht bei der Variante II Gesamtkosten von 34.248575 Euro (inklusive Risikokosten und Kosten für eine Interimslösung) vor. Die Beteiligten hatten sich angesichts des großen Kostenvolumens Bedenkzeit ausgebeten und die Abstimmung auf die Sitzung im Juni vertagt.
Während Ausschussmitglied Adam Malik (Die Partei) wichtige Kriterien wie die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes, höhere Buchwerte durch Vermögensaufbau und niedrigere Betriebskosten mit einem Neubau besser erfüllt sah als mit einer Sanierung, hatten die Vertreter der CDU und FDP noch Bedenken, wie hoch der Kostenrahmen für den Neubau ausfallen würde.
Vor dem Hintergrund plädierte Dr. Isa Huelsz (FDP) für maximale Transparenz und appellierte an die Verantwortlichen, den Schulausschuss eng in die Planungen einzubinden sowie ein detailliertes Finanzierungskonzept vorzulegen. Mit dieser Bitte rannte sie offene Türen ein, denn die Erste Stadträtin, Christiane Concilio, vermochte diese Bedenken sachlich auszuräumen: „Es ist selbstverständlich, dass Sie an der Planung beteiligt werden, das ist Gesetz“.
Stadtkämmerer Christian Möhring machte im Zuge dessen deutlich, dass die Politik ohnehin schon bei der Erstellung des Leistungsverzeichnisses „mitgenommen“ werde, erst dann käme die eigentliche Planung. Entwürfe würden selten eins zu eins übernommen und müssten oft noch angepasst werden, führte er aus. Damit wurde klar, dass in der Planungsphase noch Anpassungen oder Änderungen möglich sind, um im Rahmen der Kostenkalkulation zu bleiben oder besonderen Anforderungen besser gerecht zu werden.
Als Beispiel wurde der favorisierte Entwurf aus dem Architektenwettbewerb für die Grundschule Fuhrberg genannt, deren Aula noch komplett umgeplant wurde in einen barrierefrei zugänglichen öffentlichen Raum, welcher auch nach Schulschluss genutzt werden könne. Das Finanzierungskonzept für das Gymnasium und die Wirkung auf den Haushalt der Zukunft werde nun erarbeitet und im September vorgestellt. Aufgrund der ersten Kostenschätzung spreche man über ein jährliches Haushaltsdefizit von sechshunderttausend Euro und ein Finanzierungsvolumen von vier Millionen Euro.
Insofern sah der Vorsitzende des Schulausschusses, Joachim Rödiger (SPD), in dem Prozess für die spätere Planung des Gymnasiums „eine kleine Reißleine“ als gegeben an und bekräftigte damit die Ausführungen des Elternvertreters Björn Weimann, der klar formulierte: „Ziel ist es, neu zu bauen“.
Nach Abwägung der unterschiedlichen Kriterien folgten dem letzten Endes alle und stimmten für den Beschlussvorschlag, der Rat solle einen Neubau durchführen und die politischen Gremien an den weiteren Planungen beteiligen. Parallel zum Planungsverfahren solle die Verwaltung ein belastbares Finanzierungskonzept über dreißig Jahre unter Berücksichtigung etwaiger Zinssteigerungen erstellen.
Im weiteren Verfahren muss nun noch geklärt werden, ob ein General- oder ein Totalunternehmen für das Objekt beauftragt wird. Vieles spräche für ein Totalunternehmen, da dieses in der Regel bei der Errichtung eines Bauwerkes neben der Bauausführung auch Planungsleistungen erbringe, so Möhring.
Da die Zahlung erst nach Abschluss aller Arbeiten erfolge, habe das Unternehmen außerdem großes Interesse daran, das Objekt möglichst schnell fertig zu stellen. Angesichts der derzeitigen personellen Kapazitäten sei es nicht möglich, einen klassischen Architektenwettbewerb auszuschreiben. Das habe zwar mit der Grundschule Fuhrberg funktioniert, das Gymnasium sei aber ein zehnfach größeres Projekt: „Wir wären damit überfordert“. Über diesen Punkt wird ebenfalls im September weiter beraten.
Bürgermeister Axel Düker blickt mit der Empfehlung für den Neubau positiv in die Zukunft: „Das ist mehr als ein Meilenstein für Burgwedel. So eine Investition hat diese Stadt noch nicht erlebt.“ Die Elternsprecherin des Gymnasiums Großburgwedel, Dorothea Nirschl, dankte für den Beschlussvorschlag und die gute Grundlage, auf der das Projekt weitergeführt werden könne: „Das ist eine großartige und mutige Entscheidung“.