Schützen wechseln Vorstand aus

Die neue Vorsitzende Christa Krüger verabschiedete Andreas Genske mit einem Geschenk. (Foto: Renate Tiffe)
 
Der neue Hauptvorstand: (v.l.) Christa Krüger, Karsten Schluckebier, Kirsten Freitag, Dirk Freitag, davor Petra Reinike, Jens Uwe Sdrojek und Silke Bäßmann. (Foto: Renate Tiffe)

Christa Krüger neue erste Vorsitzende von „Gut Ziel“

WETTMAR (ti). Unruhen hat es in den Jahreshauptversammlungen des Wettmarer Schützenvereins „Gut Ziel“ über die Jahre immer wieder gegeben, auch in der Ära von Joachim Schluckebier-Risse.
Dass es jedoch zu einem radikalen Wechsel des Vorstandes kam – nur zwei Spartenleitungen sind geblieben – das war neu in diesem Jahr. Der bisherige Vorsitzende Andreas Genske kandidierte nicht mehr bei der Wahl. An seine Stelle trat seine Stellvertreterin Christa Krüger.
Die Stimmung war angespannt unter den 59 anwesenden der insgesamt 220 Vereinsmitglieder bei der Jahreshauptversammlung in der Schützenhalle. Der Antrag auf eine Vorverlegung der Vorstandsneuwahlen in der Tagesordnung ließ zudem nichts Gutes ahnen.
Korrekt verliefen die Jahresberichte des ersten Vorsitzenden, der Abteilungsleitungen und des Kassenwartes, der von einem „entspannten Jahr 2016 ohne große Ausreißer“ sprach. Nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober war bereits der Jahresbeitrag für Erwachsene von 78 auf 85 Euro erhöht worden. Trotz des Protests von Joachim Schluckebier-Risse wurde der Antrag angenommen nach dem für Kinder und Jugendliche jeweils 3 Euro mehr gezahlt werden müssen zu den 18 bzw. 30 Euro pro Jahr.
Die Bombe platzte als zu Beginn der Vorstandswahlen Andreas Genske mitteilte, dass er nicht mehr für den Vorsitz kandidieren werde. Er wolle Schaden vom Verein abwenden, er wolle nicht, dass es zu einer Spaltung komme, betonte er. Er könne keinem Verein vorstehen, bei dem der Ehrenvorsitzende sich unehrenhaft über ihn äußert. Das Vertrauen sei tief erschüttert.
Genske hatte vier Jahre als Vorsitzender gewirkt. Der Ehrenvorsitzende Schluckebier-Risse, Vorgänger von Genske, hatte sich in seiner langjährigen Vorstandsarbeit zweifellos große Verdienste um den Verein erworben, vor allem auch im sportlichen Bereich und der zugehörigen Ausstattung der Schießhallen. Dem Protokoll der letzten Mitgliederversammlung ist zu entnehmen, dass in Wettmar die zweitgrößte Schießstätte neben der Landeseinrichtung in Wilkenburg in Betrieb ist.
Die Wahlleitung hatte Schützenmitglied Rainer Fredermann übernommen. In geheimer Wahl erhielt die neue Vorsitzende Christa Krüger 42 Ja-Stimmen, ihr Stellvertreter Dirk Freitag 40. Friedhelm Bäßmann, seit 2003 Kassenwart, wurde von seinem Stellvertreter Jens Uwe Sdrojek abgelöst, den er nun seinerseits vertritt. Für die Wahl der Schriftleitung musste Fredermann mehrere Anläufe nehmen bis sich Kirsten Freitag bereit erklärte, das Amt zu übernehmen.
Nicht ganz einfach gestaltete sich auch die Wahl der Damenleiterin, eine mit vielen Verpflichtungen verbundene Tätigkeit, die Petra Reinike übernahm. In ihren Ämtern verblieben Karsten Schluckebier als Schießsportleiter und Silke Bäßmann als Jugendleiterin. Von der Versammlung genehmigt wurde der Haushaltsplan für 2017. Vertagt wurde die Frage, wie die 50.000 bis 60.000 Euro beschafft werden sollen, die für die elektronische Ausstattung in der Schießhalle benötigt werden, um den sportlichen Standard der Vereins zu halten.
Der weitere Verlauf der Versammlung legte möglicherweise einige der Ursachen bloß, mit denen der Schützenverein in die derzeitige Lage geraten ist. „Organisatorisches“ stand auf der Tagesordnung was einen harten Disput zwischen Joachim Schluckebier-Risse und Andreas Genske auslöste.
Gemeint war damit u.a. der Dienst in der Küche, am Tresen und bei der Reinigung des Hauses, der bisher selbstverständlich zu großen Teilen von den Frauen geleistet worden ist. Mit Hilfe des hohen ehrenamtlichen Engagements habe „Gut Ziel“ jahrzehntelang funktioniert. Dafür stand Schluckebier-Risse.
Die Frauen, wie auch die anderen ehrenamtlichen Helfer sind mittlerweile älter geworden oder fallen aus anderen Gründen aus. Es müsste also langfristig eine andere Lösung geschaffen werden. Dafür stand Genske.