Schüler entwickeln Kosmetik ohne künstliche Zusätze

Heide Neudörfer (stehend links), Fachkraft Profilierung der Hauptschule, Sybille Lau (stehend 2.v.l), Projekt NiKo, und Lehrerin Karen-Ruth Leyrer (stehend 3.v.r.) begleiten die Schülergruppe Nadine Heinrich, Judit Marach, Jennifer Simon und Sonja Schwarz

Projekt der Hauptschule auf dem Weg zur Schülerfirma

GROSSBURGWEDEL (bs). Von Duschgel, Schaumbädern, Haarschampoo, Seifen, Tagescreme bis hin zu Lippenpflegestift und Make up - die Produktpalette der aus acht Schülerinnen und Schüler bestehenden Projektgruppe der Hauptschule kann sich sehen lassen. Wegen des großen Erfolges ihrer Naturkosmetik soll aus der Gruppe eine Schülerfirma werden.
Ihren Anfang hatte die Kosmetikherstellung in der Projektwoche der Hauptschule Burgwedel im Mai 2009. „Naturstoffe verarbeiten“, betitelte die Lehrkraft Karen-Ruth Leyrer ihr Angebot, für das sich sechs Mädchen und zwei Jungen entschieden. Unter ihrer Anleitung lernten die Schülerinnen und Schüler schmelzen, rühren und das Entwickeln von Düften. Die Anschaffung der erforderlichen Utensilien und Rohstoffe hatte das NiKo-Projekt (Niedersächsisches Kooperations- und Bildungsprogramm) finanziert.
„Ich bin seit meinem zwölften Lebensjahr mit dem „Virus“ der Kosmetikherstellung infiziert“, schmunzelt Karen-Ruth Leyrer, und offensichtlich ist der „Virus“ ansteckend. Am Ende der Projektwoche konnte die Schülergruppe voller Stolz einen Verkaufsstand präsentieren mit ansprechenden Duschgelen und Schaumbädern für Damen und Herren. Die anfängliche Sorge, dass sich keiner für das Angebot interessieren könnte, löste sich ruckzuck in Luft auf. „Nach nur 30 Minuten waren wir ausverkauft“, berichtet die Lehrerin.
Dieser Erfolg und der Spaß der Mädchen und Jungen an den Eigenkreationen animierte zur Fortführungen des Projektes. Durch die Verkaufseinnahmen war es möglich, weiteres Zubehör und Rohstoffe zu kaufen. Finanziell aufgestockt vom Projekt „Profilierung der Hauptschule“ wurden weitere Bereiche der Kosmetikherstellung erschlossen.
Begeistert entwickelten die Jungen und Mädchen Rezepturen für unterschiedliche Cremes, Lippenbalsam, Haargels und Pflanzenseifen. Die Seifen in verschiedenen Düften wie Rosen, Lavendel und Kokos und die Cremes, als leichte Tagespflege mit Kokosöl oder Zitronenöl, aber auch als reichhaltigere Pflege mit Rosen- oder Papayaöl. Angeboten wurden die neuen Kreationen auf dem Orientalischen Basar von Kunst und Kultur im Oktober vergangenen Jahres. Wiederum fanden die Kosmetikprodukte reißenden Absatz. Inzwischen sind die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule bei der Entwicklung ihrer noch namenlose Kosmetiklinie weiter fortgeschritten. Derzeit befinden sich Make up, das in Verbindung mit der jeweiligen Tagespflege, als getönte Tagescreme oder je nach Bedarf, als stark deckendes Make up aufgetragen werden kann, in der Testphase. Ebenfalls in der Entwicklungsstufe befindet sich eine zauberhaft duftende, pflegende Körperbutter. „Weitere Rezepturen sind in Vorbereitung“, erklärt Karen-Ruth Leyrer.
Alle Produkte werden selbstverständlich mit Beipackzettel veräußert und beinhalten ausschließlich Naturprodukte. Auf die Frage, was beispielsweise den Lippenbalsam so besonders macht, erklärt die 14-jährige Melina Möhlenbrink: „Da ist kein Erdöl drin und keine Konservierungsstoffe, darum hält er, einmal aufgetragen, den ganzen Tag“. „Außerdem verwenden wir keine Stabilisatoren oder ähnliches“, ergänzt Lehrerin Karen-Ruth Leyrer. Der damit verbundene Nachteil sei lediglich, dass die Produkte nur drei bis sechs Monate haltbar seien.
Die Produkte sind käuflich zu erwerben über das Schulsekretariat der Hauptschule unter Telefon 05139/806720 oder per E-Mail an polke@hs-burgwedel.de. Produziert wird auf Bestellung. Die Preise sind Verhandlungssache. So kostet beispielsweise der Lippenpflegestift, der im Übrigen hält, was die Kosmetikhersteller versprechen (Anmerkung der Redaktion), drei Euro. Von dem Verkaufserlös finanzieren die Schülerinnen und Schüler neue Testreihen. Neben neuen Interessenten für ihre Produkte fehlt auch noch ein Name für die Kosmetiklinie der Hauptschule. „Da werden wir uns uns wohl noch was überlegen müssen“, erklärte Frau Leyrer.