Schöner Sommer-Sonntag-Nachmittag in Engensen

Mit viel Phantasie und Wortgewalt entführte Christiane Hess ihr Publikum in die Welt der Sagen. (Foto: Renate Tiffe)

Christiane Hess entführte ihr Publikum in die Sagenwelt der Region

ENGENSEN (ti). Das Bänke-Herbeiholen wollte kein Ende nehmen. Mehr als 150 Besucherinnen und Besucher gönnten sich einen vergnüglichen Sonntag-Nachmittag auf dem Dorfplatz in Engensen.
Es war ein Glücksfall, dass in der Veranstaltungsreihe der Gartenregion ein Auftritt der Verwandlungskünstlerin Christiane Hess für Burgwedel ausgewählt wurde und es war ein Glücksfall, dass der Umweltkoordinator der Stadt die besondere Lokalität empfohlen hatte. Vom sommerlichen Wetter gar nicht zu reden.
Die riesige Eiche im Hintergrund bot eine wunderbare Kulisse für die Bühne, auf der die Schauspielerin Christiane Hess vom Theater am Barg ihre vielfältigen Talente darbieten konnte. (Mit „Barg“ könnte vielleicht der Rüben„berg“ bei Neustadt gemeint sein, der Geburtsort der Künstlerin).
„Götter, Glocken, Gläubige“ - ohne großartige Requisiten aber mit viel Phantasie und Wortgewalt, sowie der zugehörigen Mimik und Gestik entführte sie ihr Publikum in die Sagenwelt der Region. Zum Beispiel ins nahe Mandelsloh, wo im Jahre 1427 die Kirchenglocke abhanden kam, um schließlich in Stöcken-Drebber wieder aufzutauchen.
Um das Ereignis herum spann sich die aufregende Geschichte von Odin, dem einäugigen Gott (Hand aufs linke Auge) und seiner Göttergesellschaft sowie den zahlreichen Begegnungen auf dem Weg der – nun ja – liebestollen Glocke bis hin zum lahmenden Ortsvorsteher des Landeplatzes.
Das Publikum folgte mit Begeisterung und eigenem Zutun. Wie etwa in dem Stück, in dem es um die Entstehung des Steinhuder Meeres ging. Die Verwandlung von den Zwergen zu dem gewaltigen Riesen erforderte nun doch einen gewissen, voluminösen Vorbau – eine Gelegenheit, bei der sich die Protagonistin humorvoll helfen ließ.
Auge und Ohr stets am Publikum reagierte sie mit Humor auf ortstypische Umweltgeräusche und mit Humor verwandelte sie sich schließlich in die redselige Alte, die noch viele andere Geschichten, mit und ohne Pointe, aus Hannover und Umgebung zum besten gab.
„Nn büschen was erzählen“, wollte Christiane Hess ihrem Publikum, „den Rest können sie sich selber erzählen“. Das spendete zunächst einmal einen langanhaltenden herzlichen Applaus für einen schönen Sonnen-Sommer- Sonntagnachmittag.