Schnelle Hilfe für die Schwalben auf der Kläranlage

Marcus Fortmüller schraubt von seinem Hubsteiger aus Dachlatten an die Wand, mit denen das Herunterfallen der Schwalbennester verhindert werden soll.

Balken sichert nun die Nester vorm Herunterfallen

GROSSBURGWEDEL (hhs). Es war insbesondere für die beiden Schwalbenarten ein ganz schlechtes Frühjahr: Der lange Frost ließ sie erst spät aus ihren Winterquartieren zurück kommen und jetzt, Anfang Juni, hat ihnen der Dauerregen noch zusätzlich zu schaffen gemacht.
Rauch- und Mehlschwalben sind jetzt gerade dabei, ihre Nester zu bauen. Dazu benötigen sie eigentlich Sand und Lehm, mit denen sie ihre kleinen Kunstwerke an die Außenmauern und in die Viehställe bauen. Und nun fallen, zumindest an der Kläranlage Großburgwedel, die Nester von den Wänden.
Der Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel Malte Schubert hatte das in der vergangenen Woche mit Entsetzen festgestellt. „Die Verklinkerung außen ist zu glatt, da hält das Baumaterial der Tiere nicht dran“, so seine Analyse. Ein paar der gerade begonnenen Nestbauten lagen da schon unten auf dem Boden.
Schubert bat Marcus Fortmüller um Rat und Hilfe. Fortmüller betreibt in Burgwedel eine bekannte Gartenbau- und Baumpflegefirma und verfügt über entsprechende Maschinen, die sicheres Arbeiten in luftigen Höhen ermöglichen, unter anderem einen Hubwagen. Zudem ist Marcus Fortmüller Mitglied des örtlichen NABU, er gilt als großer Vogelfreund und hat auf seinem privaten Grundstück eine Nisthilfe für Störche aufgestellt.
Der Naturfreund schaute sich die Verhältnisse auf der Kläranlage an und schlug vor, die Schwalbennester mit einer Dachlatte vor dem Herunterrutschen an der Hauswand zu sichern. Am Freitagmittag kam er dann mit Hubwagen, Dachlatten und Schrauber und führte die Arbeiten unentgeltlich aus.
Normalerweise würden die Nester nicht verrutschen, so Fortmüller. Wahrscheinlich liege die Ursache dafür darin, dass die Schwalben keinen Lehm mehr finden, der eigentlich als Bindemittel für den Sand diene. So eine Kläranlage sei ein idealer Ort für Schwalben. Hier halte sich der Verkehr und die Besucherzahl in Grenzen allein wegen des Geruchs. Dafür aber steige die Zahl der Insekten deutlich an. Fliegen, ein ideales Schwalbenfutter, gebe es hier reichlich. Für die Schwalben könne es kaum besser sein, denn sie hätten hier kurze Wege vom Brutplatz zum Jagdgebiet.
Der Umweltkoordinator bedankte sich für die schnelle Hilfe und er hofft nun, dass die Schwalben ohne weitere Störungen ihre Nestbauten fertig stellen können und prächtige Bruten an der Kläranlage in Großburgwedel groß ziehen können.