Schließung der Bothfelder Straße? Der Protest wächst

Claudia Preiß hat die Unterschriftslisten in den umliegenden Läden und Praxen eingesammelt und ausgezählt. (Foto: Renate Tiffe)

Gewerbetreibende in Altwarmbüchen sammeln weiter Unterschriften

ALTWARMBÜCHEN (ti). In der vergangenen Sitzung hat der Isernhagener Gemeinderat die Sperrung der Bothfelder Straße für den Autoverkehr beschlossen. Nach der Planung für den künftigen Nahversorger sollte dies ein weiterer Schritt sein, für die Umsetzung der seit vielen Jahren geforderten Modernisierung des Zentrums in Altwarmbüchen. Dagegen verstärkt sich jetzt der Protest der dort ansässigen Gewerbetreibenden. Mit der Weiterführung ihrer Unterschriftenaktion wollen sie ihrem Protest Nachdruck verleihen.
Schon zu Beginn der Ratssitzung war dem Bürgermeister eine Liste von 1200 Unterschriften überreicht worden, die allerdings wenig bewirkte. Es wurde sogar vermutet, dass manche der Unterzeichner davon ausgingen, dass die gesamte Straße gesperrt werden sollte. Gemeint ist das Stück zwischen Stettiner und Königsberger Straße, das an den Markttagen, also am Donnerstagnachmittag, ohnehin für den Autoverkehr geschlossen ist.
Im Rat hatten sich die „Grünen“ in einem Antrag für eine Vollsperrung ausgesprochen. Dass dies möglich sei, zeige sich an den Markttagen. Für die Planung des Zentrums sei damit ein positiver Effekt zu erwarten. Dagegen wollte die FDP-Fraktion mit Blick auf die Kaufleute „die Verkehrssituation offen lassen“. Nachdem die Anträge von „Grünen“ und FDP abgelehnt worden waren, stimmte der Rat für eine Sperrung des Individualverkehrs, so wie es vorher schon der Ortsrat von Altwarmbüchen empfohlen hatte. Der Busverkehr sollte bleiben.
In den Beratungen war mehrfach die Rede davon, dass das Zentrum weiter von allen Seiten, auch mit PKWs, zugänglich sein müsste. Genau das ist der Punkt, an dem die Gewerbetreibenden mit ihrer Kritik ansetzen. Der Donnerstagnachmittag könne nicht als Beispiel dienen, meint Claudia Preiß, die Sprecherin der Kaufleute.
Schon lange erweise sich, dass während dieser Zeit, Einbußen in den Geschäften nicht ausbleiben. Das lasse sich anhand der Verkaufszahlen leicht belegen. Außerdem gebe es an diesen Tagen derzeit noch eine Art Schleichweg unter der Brücke hindurch für PKW-Fahrer, die aus Richtung Kirchhorst/Neuwarmbüchen kommen. Auf diese Weise können die Parkplätze um den Marktplatz herum erreicht werden. Diese Möglichkeit solle aber nach den Planungen wegfallen.
Durch den Bau des Nahversorgers anstelle der katholischen Kirche werden zusätzlich mehr Parkplätze benötigt. Auch für den Nahversorger könne es zum Problem werden, dass er nur von einer Seite zu erreichen ist. Leute, die auf der Parkplatzsuche auf die Hannoversche Straße zurückfahren müssen, fahren dann auch gleich weiter zum A2-Center. Wer macht schon Umwege mit Zeitverlust, um ein Geschäft im Zentrum aufzusuchen?
Die Modernisierung solle eine Belebung des Zentrums bringen, bekräftigt die Optikerin. Es mache keinen Sinn, wenn dadurch die Geschäfte geschädigt werden. Deswegen haben sich die Kaufleute entschlossen, ihre Aktion weiter zu führen. Die Bereitschaft der Unterzeichner sei unerwartet groß und sei noch nicht zu Ende. Knapp 2.000 Unterschriften wurden bis jetzt gesammelt.
Der Rat könne sich jederzeit korrigieren, wenn die weitere Planung es erfordere, antwortete der Erste Gemeinderat Frank Niemeier auf die Frage, ob Ratsbeschlüsse revidiert werden können. Nach wie vor gilt also der Satz, den Bürgermeister Arpad Bogya gleich zu Beginn der Beratungen gesagt hat: Die Abwicklung der Zentrums-Planungen wird noch einiges an Gehirnschmalz erfordern.