Saubere Wärme für's Eigenheim von der Biogasanlage

Michael Krakmann stellte den Interessenten denn Verlauf der möglichen Trassen für Nahwärme in der Ortschaft Thönse vor. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Informationsabend zum Nahwärmenetz Thönse

THÖNSE (hhs). Am Freitagabend hatten Christian Büchtmann, BKK Bioenergie, und Klemens Koss, Initiativkreis Nahwärme Thönse, zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Informationen zum Nahwärmenetz Thönse“ in das Schützenhaus eingeladen.
So um die 60 Interessenten waren gekommen, denn die Tagesordnung versprach konkrete Informationen rund um die Nutzung der bei der Produktion von Biogas anfallenden Wärme. Die Besucherinnen und Besucher staunten nicht schlecht, was die Veranstalter ihnen boten: Einen Überblick über die Entwicklung seit Juni vergangenen Jahres, Vorstellung der Preisgestaltung für Nahwärme und des Wärmeliefervertrags, der weitere Weg zur Nahwärmeversorgung und Vertragsangebote.
Edgar Kolze, der in der Betreibergesellschaft für die Verwaltung und Buchhaltung zuständig ist, machte zunächst klar, dass sich das Nahwärmenetz selbst tragen muss, eine effiziente Energienutzung ermöglicht und zu einem wettbewerbsfähigen Preis arbeiten kann. Die Mindestabnahmemenge für die Gemeinschaft der Nahwärmenutzung betrage 500 Kw/h pro Meter Trassenlänge. Dieser Wert ergebe sich unter anderem daraus, dass man mit Wärmeverlusten von 25 % im Netz rechnen müsse.
Bei der Wärme aus Biogasanlagen handele es sich um Energie direkt aus der Natur im Mischbetrieb von Mais, Gras und Gülle. 8.500 Tonnen Mais, die noch in den Silos liegen, reichen für 15 Monate Betrieb der Anlage, 850 Tonnen Gras für acht Monate. „Das können wir auf unseren Flächen langfristig nachhaltig erzeugen“, so Büchtmann. 49 Interessenten haben sich fest für die Abnahme der Bio-Wärme entschieden, 30 weitere ihr Interesse bekundet. Die Wärmeanbieter haben die festen Interessenten auf dem Ortsplan eingezeichnet und danach die sinnvollen Trassen ausgearbeitet.
Das Wärmeleitungsnetz für den ersten Ausbauschritt wird 3,2 Kilometer lang. Eine Million Euro wollen die Betreiber investieren, die Hälfte für das Leitungsnetz, 200.000 Euro für Hausanschlüsse und den Rest für die Übergabestationen, die die Übernahme der Wärme in Heizung und Warmwasserbereitung regeln. Für Notsituationen oder für Spitzen des Wärmeverbrauchs wird ein Heizkessel vorgehalten, der sowohl mit Biogas als auch mit Heizöl betrieben werden kann.
Michael Krakmann vom 3 N Kompetenzzentrum Netzwerk für nachwachsende Rohstoffe aus Göttingen stellte das Wärmekonzept und die Preisgestaltung vor. Zunächst müsse der Wärmeverbrauch der Interessenten berechnet werden auf der Basis der Brennstoffe Öl, Erdgas und Holz. In dem folgenden Beispiel ging er von einem Verbrauch von 35.000 Kw/h Wärme aus.
Das entspreche einer Heizölmenge von 3.900 Litern und koste bei gegenwärtigem Preis 3.200 Euro. Erdgasnutzer müssen dafür 2.900 Euro hinlegen und die Nahwärme aus der Biogasanlage Thönse kostet 2.100 Euro. Das entspricht etwa 4,75 Cent je Kw/h Wärme. Die Interessenten müssen einmal jährlich 120 Euro für den Betrieb des Netzes zahlen, sonst die 4,75 Cent für jede Kw/h Wärme. Eine Anschlussgebühr werde nicht erhoben.
Die Verträge über die Nahwärmeversorgung in Thönse können jetzt gezeichnet werden. In zwei Monaten müsse klar sein, ob, wie und wo das Netz gebaut werde. Die Betreiber bitten, die Verträge bis Ende Mai zu zeichnen. Dann können noch anstehende Rechtsfragen geklärt werden bis Mitte Juni. Mit dem Bau des Leitungsnetzes wollen sie Anfang Juni beginnen, bis Ende September soll die Nahwärmeversorgung in der Ortschaft Thönse laufen.