Sanierungsbedarfs der Sporthalle ist weiterhin ungeklärt

Wasserflecken an mehreren Stellen der Hallendecke zeigen, dass eine gründliche Dachsanierung dringend notwendig ist. (Foto: Hans Hermann Schröder/Archiv)

Neues Gutachten soll Entscheidungsgrundlage für Politik sein

FUHRBERG (hhs). Die Sporthalle in Fuhrberg war Thema der Ortsratssitzung am Donnerstag vergangener Woche. Die Halle macht nicht den besten Eindruck und im vergangenen Jahr hatte eine Begehung, initiiert von Ralf Pesliak, Chef des Fuhrberger Sportvereins, den desolaten Zustand der Halle offengelegt.
Löcher in den Wänden, Wasserflecken an der Hallendecke, uralte stinkende Sanitäranlagen, spürbare Abnutzungserscheinungen im Hallenboden und einiges mehr. Politik und Verwaltung reagierten damals ungläubig und düpiert. Es hatte den Anschein, dass nicht sein könne, was nicht sein sollte. Ein Gutachten über den Zustand der Sporthalle sollte den Sachverhalt klären. Am Donnerstag stellte Christian Möhring, in der Verwaltung zuständig für Finanzen und Gebäudewirtschaft, die Ergebnisse des Gutachtens vor.
Die Fragestellungen zum Gutachten hätten den Schwerpunkt auf die Mängeln im Kern des Gebäudes gesetzt, führte Möhring aus. Die Halle sei im Jahr 1971 erstellt worden, 1989 sei der Geräteraum angebaut worden. Der Sanierungsbedarf sei groß: Es müssten Erneuerungen am Hallendach, den Fenstern und der Verglasung vorgenommen werden und auch Erhaltungsarbeiten an tragenden Holzteilen, die bei der Fuhrberger Sporthalle frei der Witterung ausgesetzt sind. Die Akustikdecke der Halle sei in Ordnung, allerdings müsse neue Dämmung an der Hallenunterdecke eingebracht werden. Die Dachanschlüsse über dem Umkleidebereich müssen erneuert werden, ebenso die Türelement. Auch eine Fugensanierung sei notwendig und ein neuer Anstrich für die Fassadenplatten. Dafür müsse man eine Viertelmillion Euro veranschlagen.
Christian Möhring räumte ein, dass es weitere Mängel an der Halle gebe, die den Finanzbedarf auf 300.000 Euro steigen ließen. Gehe man die Löcher in den Hallenwänden an und auch noch die Erneuerung des Sanitärbereiches, dann werde man sicherlich schnell bei 450.000 Euro liegen. Würde man das in die Fuhrberger Sporthalle investieren, dann habe man im Prinzip eine neuwertige Halle. Den Neubau einer Halle wie in Großburgwedel geschehen würde heute circa zwei Millionen Euro verschlingen. Einsparpotential sah Möhring bei den Heizkosten. Die jetzt anfallenden 6.732 Euro Stromkosten könne man auf die Hälfte reduzieren.
Carsten Möhlenbrink von der SPD fragte, was mit dem Hallenboden geschehen sollte und mit den Sanitäranlagen, die nach seiner Meinung komplett erneuert werden müssen. Zwei Millionen Euro für eine neue Halle erscheine ihm viel zu hoch gegriffen. Christian Möhring antwortete, der Sportboden der Halle könne partiell geflickt werden, eine Erneuerung des Sportbodens sei als Fragestellung für das Gutachten nicht Thema gewesen.
Heike Schöttker von der SPD forderte auf diesem Hintergrund eine weitere Begutachtung der Halle. Carsten Möhlenbrink entgegnete darauf, es sei schön, wenn das Hallendach dicht sei, aber es könne nicht angehen, dass der Hallenboden gefährlich für die Schulkinder und Sportler sei. „Warum wurde das Gutachten so eng gefasst?“, fragte er in die Runde. „Jetzt brauchen wir ein weiteres Gutachten, um entscheiden zu können, ob ein Neubau oder die Sanierung sinnvoll ist. Tatsache ist, dass wir durch dieses Gutachten jetzt keinen Schritt weiter sind. Nun dauert es noch einmal einige Monate, bis wir uns entscheiden können“, kritisierte er Christian Möhring.
Das wollte dieser natürlich nicht gelten lassen. Er habe nur das in Auftrag gegeben, was die Verwaltung an Fragestellungen zum Problem Sporthalle Fuhrberg erhalten habe. Hermann Wöhler von der CDU griff mäßigend ein und schlug vor, den Bedarf an Veränderungen an der Halle im Gespräch mit den Fuhrberger Nutzern und Vereinen zu ermitteln.
Ralf Pesliak vom Sportverein erklärte, der Wille, an einer Lösung mitzuarbeiten, sei überall in Fuhrberg vorhanden. Er selbst habe die Verwaltung mehrfach mit Informationen über die Halle und die Gespräche darüber in Fuhrberg in Kenntnis gesetzt. Möhring setzte dem entgegen, er habe nichts davon erhalten oder gar gehört. Dann schlug Ortsbürgermeister Neddermeyer vor, alle Vorschläge zu sammeln und auszuarbeiten, um zu einer schnellen Lösung zu gelangen, die dann vom Ortsrat als Basis einer Empfehlung für den Sportausschuss genutzt werden könne. Dieser Vorschlag wurde vom Ortsrat in einem einstimmigen Beschluss umgesetzt.