Sanierung des Zentrums in Altwarmbüchen braucht noch Zeit

Wie die Karte zeigt, reicht das Sanierungsgebiet von der Achse Bothfelder Straße ausgehend im Süden bis zur Hannoverschen Straße, nördlich in die Königsberger Straße hinein bis nahe an die Kircher Straße im Westen. (Foto: Gemeinde Isernhagen)
 
Rege Bautätigigkeit im Zentrum Altwarmbüchens. (Foto: Renate Tiffe)

Viele bürokratische Hürden – Politische Entscheidungen erst im Spätsommer

ALTWARMBÜCHEN (ti). Seit mehr als sechs Jahren beschäftigen sich Rat und Verwaltung in Isernhagen mit der notwendigen Sanierung des Zentrums in Altwarmbüchen.
Wer nun allerdings dachte, dass nach der Zusage einer kräftigen Finanzspritze durch das Land Niedersachsen die Dinge endlich in Bewegung kommen, sprich, dass mit sichtbaren Veränderungen begonnen wird, muss sich eines Besseren belehren lassen. In einem Pressegespräch vermittelten Bürgermeister Arpad Bogya und die Leiterin des Bau- und Planungsamtes Heike Uphoff einen Einblick in die vielfältigen bürokratischen Hürden, die es noch zu bewältigen gilt.
Bereits im Herbst vorigen Jahres wurde von der Politik der Umfang des Sanierungsgebietes festgelegt, das keineswegs nur auf das direkte Umfeld des Rathauses beschränkt ist. Wie die Karte zeigt, reicht es von der Achse Bothfelder Straße ausgehend im Süden bis zur Hannoverschen Straße, nördlich in die Königsberger Straße hinein bis nahe an die Kircher Straße im Westen.
Als erster Schritt sollen jetzt die Eigentümer in diesem Bereich – 1200 an der Zahl – über die Veränderungen in Kenntnis gesetzt werden, wie sie das Baugesetzbuch vorschreibt. In einer nicht öffentlichen Versammlung am 11. Februar sollen sie informiert werden über die weitreichenden rechtlichen Folgen der Sanierungssatzung.
Ein sensibles Thema, wie Bogya meint, da alle privaten und öffentlichen Maßnahmen während des Sanierungszeitraumes von bis zu zehn Jahren aufeinander abgestimmt werkann es den müssen – eine Herausforderung für die Verwaltung. Natürlich wird es auch um Wertsteigerungen gehen.
Konkrete Auskünfte über Details des Sanierungsvorhabens sind noch nicht zu haben. Die kann es erst von dem vorgeschriebenen Sanierungsträger geben, für den zur Zeit die Ausschreibungen laufen und der voraussichtlich im April seine Arbeit aufnehmen wird. Es handelt sich dabei um eine eigenständige Unternehmensform, wie Bogya erläutert, eine Art von Betreuungsfirma, an der alle Professionen mit den entsprechenden Erfahrungen beteiligt sind.
Erst von diesem Träger sind sind genauere Planungen zu erwarten. Die bisher bekanntgewordenen Entwürfe können dabei nur als Grobkonzept dienen. Der Rat werde dann ab Sommer seine Entscheidungen treffen. Er hoffe, dass das Thema nicht zu sehr in den dann stattfindenden Wahlkampf gerät, gibt Bogya zu bedenken.
Noch erscheine das Vorhaben insgesamt als eine „Reise ins Unbekannte“, äußert Heike Uphoff. Aber schließlich handele es sich um ein einmaliges Projekt, bei dem verfahren wird, wie in anderen Kommunen auch. „Wir sind uns der Widrigkeiten bewusst“. Dass die Verwaltung zu langsam, „zu lahm“ sei, möchte die Bauamtsleiterin allerdings nicht gelten lassen.
Zur Vorgehensweise bei der praktischen Umsetzung sagt Bogya, dass voraussichtlich mit dem Marktplatzbereich begonnen werde. Ein zerfleddertes Durcheinander solle vermieden werden. Wenn der Rewe-Markt im Herbst fertiggestellt sei, werde man sich die Bepflanzung mit den Bäumen dort ansehen.
Bei der regen Bautätigkeit der Gemeinde Isernhagen nimmt das 2,5- Millionen-Projekt der Zentrum-Sanierung eine Sonderstellung ein. Mit dem Zuschuss des Landes sind Auflagen verbunden, die den zeitlichen Rahmen weit hinauszögern. „Aber bei einer möglichen Zweidrittel Förderung – etwa 1.5 Millionen Euro – nimmt man das schon in Kauf“, so Bogya.