Sanierung der K119 in Engensen geht voran

Ortsbürgermeister Friedhelm Stein (rechts) gibt bei der Ortsbegehung einen Überblick über den Stand der Sanierungsarbeiten an der K119. An allen Übergängen der Ortsdurchfahrt sind taktile Platten in den Boden eingelassen, die Sehbehinderten und Blinden ermöglichen, den Weg anhand der Profile mit einem Stock zu ertasten. (Foto: B. Garms-Polatschek)
 
Ortstermin in Engensen: Die Fahrbahn samt geplantem Fahrrad-Schutzstreifen wird in dem engen Bereich vor dem Feuerwehrhaus (rechts) rund vierzig Zentimeter nach Süden verlagert, um mit der Verbreiterung genügend Raum für Radfahrer zu schaffen. (Foto: B. Garms-Polatschek)

Bürgermeister Friedhelm Stein hörte Kritik bei Ortsbegehung

ENGENSEN (bgp). Die Asphaltdecke ist an der Oberfläche zwar noch ungleichmäßig, aber die Seitenstreifen und Gehwege des östlichen Teils der Engensener Ortsdurchfahrt in Richtung Ramlingen sind bereits fertiggestellt. Die Baustelle ist mittlerweile westlich in Richtung Thönse weitergerückt, die große Kreuzung im Ort ist zur Zeit nur in Richtung Ramlingen, Wettmar und Schillerslage befahrbar. Um den bereits fertigen östlichen Bauabschnitt zu besichtigen, hatte Bürgermeister Friedhelm Stein am Mittwochabend zu einer öffentlichen Ortsbegehung eingeladen, zu der rund zwanzig Teilnehmer erschienen waren.
Diese waren im Großen und Ganzen zufrieden, als sie den Fortgang der Bauarbeiten begutachteten. Die Kanten der bereits fertigen Gehwege auf der nördlichen Seite der K119 seien sauber an die Grundstückskanten herangearbeitet worden, so Stein. Ehemals dazwischen vorhandene Grünstreifen, die von den Grundstückseigentümern bepflanzt worden seien, mussten der Verbreiterung des Bürgersteiges weichen, erklärte dieser. Auf der gegenüberliegenden Seite wurden vorhandene Grundstückseinfahrten im Zuge der Sanierung abgebaut und in gleicher Größe wieder neu gefertigt. Dazwischen finden sich nun neue ungepflasterte Parkflächen, die mit einer Grasnarbe aus sogenanntem Schotterrasen begrünt werden. Trotz überwiegend anerkennend nickender Köpfe, wurde im Rahmen der Veranstaltung jedoch auch Kritik laut, die sich in erster Linie auf drei Punkte konzentriert.
Die Parkflächen am südlichen Seitenstreifen sind tief
Die Parkflächen auf der südlichen Seite der K119 sind als tiefe Mulden ausgeführt, damit sich das Regenwasser dort sammelt und in der unversiegelten Fläche versickert. „Möchten Sie hier parken?“, fragt der Anwohner einer benachbarten Straße mit Blick auf die Vertiefungen am Fahrbahnrand. Als damals in seiner Straße bei Sanierungsarbeiten die Parkflächen in ähnlicher Weise gebaut worden seien, hätten die Einwohner das bei den zuständigen Stellen moniert und letzten Endes in Eigeninitiative Boden aufgefüllt, damit die Flächen halbwegs plan seien, erklärt der Mann, der anonym bleiben möchte.
Durchgangsverkehr verursacht Schäden in der Hastrastraße
Detlef Liebheit ist zufrieden mit der Ausführung der Bauarbeiten. Dennoch bereitet ihm der Zeitrahmen Sorgen: „Es könnte alles ein bisschen schneller gehen“, wünscht sich der Anwohner der Hastrastraße, deren Fahrbahn unter dem dauernden Durchgangsverkehr, für die sie nicht ausgelegt ist, massiv gelitten hat. Ständig seien PKW und vor allem schwere LKW durch die Hastrastraße in Richtung Gewerbegebiet gefahren, fast der gesamt Lieferverkehr – sei es privat oder gewerblich – führe dort seit Monaten hindurch, um nicht die ohnehin mangelhaft ausgeschilderten Umleitungen fahren zu müssen, pflichtet ihm sein Nachbar bei. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Joachim Lücke (SPD) sieht die Beschilderung ebenfalls als problematisch an und macht seinem Ärger Luft. Er wünsche sich, dass bereits in Thönse eine Sperrung der Engensener Ortsdurchfahrt angekündigt werde, um den Verkehr aus dem Ort herauszuhalten.
Immerhin seien an der westlichen Seite der Einfahrt zur Hastrastraße bereits Asphaltierungsarbeiten ausgeführt worden, um die Ecke vor weiteren Beschädigungen durch einfahrende Fahrzeuge zu schützen, lenkt Friedhelm Stein die Aufmerksamkeit auf ergriffene Maßnahmen gegen die Symptome des unbotmäßigen Durchgangsverkehrs. „Aber die wird sicher innerhalb kurzer Zeit auch nicht mehr so gut aussehen“, merkt er kritisch an.
Diskussion um Leerrohre für Telekommunikationseinrichtungen

Eigentlich hatte sich der Ortsrat Engensen dafür stark gemacht, entlang der Sanierungsstrecke für zehn- bis fünfzehntausend Euro Leerrohre für Telekommunikationseinrichtungen verlegen zu lassen. Bisher habe sich jedoch kein Telekommunikationsanbieter gefunden, der dort Leitungen verlegen wolle, so Friedhelm Stein. Das sei eines von mehreren Argumenten, weshalb die Stadt bisher nicht für die Rohre plädiere. Sollten zukünftig neue Telekommunikationsleitungen notwendig werden, sei es auch möglich, die Trasse bereits vorhandener Leitungen auf der gegenüberliegenden Seite zu nutzen oder die Steine des sanierten Gehweges aufzunehmen und dort neue Leitungen zu verlegen. Die Kosten für die Leerrohre, die am Ende möglicherweise gar nicht nötig seien, seien ebenfalls ein Punkt, der dagegen spreche, so Stein.
Die Ortsratsmitglieder Joachim Schrader und Hannelore Wolny (beide CDU) mögen das jedoch nicht hinnehmen. In einem Gespräch am Folgetag der Begehung erklärte Schrader, er habe erneut das Bauamt der Stadt Burgwedel kontaktiert, um für eine Installation der Leerrohre zu werben. „Natürlich wissen wir nicht, was in zwanzig Jahren ist“, hielt Schrader fest und betonte: „Es geht um die Zukunft des Ortes!“ Diesen möchte er für die fortschreitende Digitalisierung bestens gerüstet sehen und werde beim Thema „Leerrohre“ noch nicht aufgeben.