„Sagt Nein zu Rassismus – Sagt Nein zu Fremdenhass“

Mit viel Kreativität hatten die Gruppen des Workshops „Schule gegen Rassismus“ ihre Arbeitsergebnisse präsentiert. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Neuntklässler gestalteten Workshop „Schule gegen Rassismus“

GROSSBURGWEDEL (bgp). Der neunte Jahrgang des Gymnasiums Großburgwedel befasste sich in einem theaterpädagogischen Workshop zum Thema „Schule gegen Rassismus“ mit Diskriminierung und Ausgrenzung. In einer Abschlussveranstaltung präsentierten die Jugendlichen ihre Arbeitsergebnisse.
Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Burgwedel, Ilinda Bendler, hatte auf ihren Antrag hin von der Region Hannover aus einem Ideenwettbewerb die Mittel Ende 2015 bewilligt bekommen. „Die meisten Integrationsprojekte beschäftigen sich mit den Menschen, die diskriminiert werden. Es ist aber auch interessant, einmal die Seite der Aufnahmegesellschaft kennenzulernen“, begründete sie ihre Initiative zu dem Antrag. Vielen Menschen werde aufgrund willkürlich festgelegter Merkmale grundlegende Rechte aberkannt, das könne ganz schnell gehen. Ein derartiger Workshop sensibilisiere für das Thema und helfe, Rassismus entgegenzuwirken.
Unter der Leitung von Alice Aischa Knuf, einer erfahrenen Theater- und Waldorfpädagogin, befassten sich die vier teilnehmenden Klassen an jeweils einem Tag der Workshop-Woche mit Rassismus und dessen Mechanismen. Sie arbeiteten Definitionen von Rassismus heraus und setzten diese kreativ um.
Im Workshop stellten sie sich einem Selbstversuch: Eine Person aus der Klasse verließ den Raum. In die Gruppe zurückgekehrt, wurde diejenige nicht in den Kreis hineingelassen, von den übrigen angeschwiegen, beäugt und ignoriert. So wurden sie sensibilisiert für die Frage: „Wie fühlt es sich an, wenn man fremd ist und ausgegrenzt wird?“. „Viele waren doch sehr betroffen davon, wie sich so etwas anfühlt“, resümierte Knuf. Ein weiteres Thema war die Definition von Heimat und deren Verlust: „Stell Dir vor, es ist Krieg und Du müsstest fliehen“, das von einer Gruppe sehr anschaulich dargestellt wurde.
Jede Klasse zeigte die Bearbeitung der Aufgabenstellungen in einer kurzen Performance auf der Bühne und setzte auf unterschiedliche Weise Vorbehalte von Gruppen gegeneinander schauspielerisch um. Dabei gelang es ihnen, mit unterschiedlichen Stilmitteln wie Musik, Choreographie und körperlichem Ausdrucksvermögen in der Kürze der Zeit ihre Sicht auf das Thema zu demonstrieren. Textzitate und der klare Aufruf: „Sagt Nein zu Rassismus – Sagt Nein zu Fremdenhass“ verdeutlichten die eindeutige Botschaft des Workshops.
Ilinda Bendler, die zu der Abschlusspräsentation in der Aula des Gymnasiums gekommen war, zeigte sich begeistert: „Ich bin erstaunt, was die Schülerinnen und Schüler an diesem einen Tag erarbeitet haben“. Die Leiterin des neunten Jahrganges, Elke Zietz, war ebenso wie ihre Kollegen positiv überrascht, die Schülerinnen und Schüler von einer ganz anderen Seite kennenzulernen.