Ruheforst erneut Thema im Tiefbauausschuss

Bezirksförster Christian Oehlschläger betrachtet die Baumkronen im Burgwedeler Teil des Waldes, der in jeder Beziehung den Anforderungen den Kriterien für einen Ruheforst entspricht. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ideales Waldstück für einen Ruheforst ist gefunden

BURGWEDEL (hhs). Im Kommunalwahlkampf 2011 hatte Friedhelm Stein von der Wählergemeinschaft Engenser Bürger die Einrichtung eines sogenannten Ruheforstes als einen Punkt seines Wahlprogramms formuliert.
Die Begründung ist einleuchtend: Die Bestattung im Wald entspricht dem sich verstärkenden Trend weg von den herkömmlichen Bestattungsritualen zu neuen Lösungen. Die Möglichkeit, in der natürlichen Umgebung eines Waldes beigesetzt zu werden, ist für viele Menschen eine würdevolle Art des Abschieds.
„Die Ruhe und Harmonie, der ständige Wandel in der Natur, darin finden auch Angehörige und Freunde Trost“, sagt Friedhelm Stein. Er hatte im Mai vergangenen Jahres einen Antrag bei der Stadt Burgwedel gestellt, die Trägerschaft für einen Ruheforst zu übernehmen. Bei seiner letzten Sitzung Mitte Februar hatte der Tiefbauausschuss die Diskussion dieses Antrags vertagt.
„Jetzt allerdings, nur zwei Wochen später, findet sich mein Antrag auf der Tagesordnung der nächsten Sitzung des Tiefbauausschusses am Dienstag, den 17. März wieder“, wundert sich Stein über die ungewohnte Eile. Er befürchtet, sein Antrag solle ohne große Diskussion „abgebügelt“ werden. Schon in der letzten Sitzung habe er den Eindruck gewonnen, dass die Verwaltung in einem Ruheforst unerwünschte Konkurrenz für die städtischen Friedhöfe sehe. Zumindest habe er das der Verwaltungsvorlage zum Thema entnommen.
Aus Steins Sicht gibt es auch eine Diskrepanz zwischen dem, was die Mitglieder des Stadtrates im persönlichen Gespräch zum Ruheforst äußern, und dem, was sie in den Ausschüssen und im Rat dazu formulieren. „Es wird immer angeführt, dass ein Interesse an einem Ruheforst bei den Mitbürgern nicht vorhanden sei. Das glaube ich nicht. Auch der Einwand, ein Ruheforst sei hier nicht wirtschaftlich zu betreiben, ist durch nichts bewiesen. Auf der Basis, dass zum direkten Umfeld eines Ruheforstes in Burgwedel und Isernhagen natürlich die beiden Städte Langenhagen und Hannover zu sehen sind, halte ich einen Ruheforst in unserem Bereich eher für ein Erfolgsmodell“.
Ein entsprechender Wald ist inzwischen auch gefunden. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hatte den zuständigen Bezirksförster Christian Oehlschläger mit der Suche beauftragt. Aus der Liste der Vorschläge ist unterdessen ein Waldstück ausgesucht worden, das in Teilen auf Burgwedeler und Isernhagener Gebiet liegt und in jeder Beziehung den Kriterien für einen Ruheforst entspricht.
Es befindet sich im Besitz der Pestalozzi-Stiftung und liegt westlich der A 7 und südlich der Weihnachtsbaumplantage an der L 381. Es handelt sich um einen Laubmischwald mit alten Eichen und Buchen, fußläufig von der Bushaltestelle bei Rossmann zu erreichen und leicht zu begehen. Auch die Pestalozzi-Stiftung habe schon Interesse an der Nutzung des Waldes als Ruheforst signalisiert.
Friedhelm Stein wünscht sich nun ein Meinungsbild der Bürgerinnen und Bürger zur Thematik „Ruheforst in Burgwedel und Isernhagen“. Wer seine eigenen Gedanken dazu äußern möchte, sende eine E-Mail an zumaltenposthof@aol.com.