Rüdiger Hagen erhielt wichtigsten Deutschen Mühlenpreis

Dirk Bode (links) hatte zu einer kleinen Feierstunde anlässlich der Auszeichnung von Rüdiger Hagen (rechts) mit dem Deutschen Mühlenpreis eingeladen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Ehrung für die Erhaltung und Restaurierung von Mühlen

WETTMAR (hhs). Am Dienstagabend ehrte der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar einen guten alten Bekannten: Rüdiger Hagen, der Spezialist für alle nur Typen von Mühlen, der die Restaurierung der Wettmarer Bockwindmühle vom Abriss bis zum Wiederaufbau als Bauleiter betreut hatte.
Er war von der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung mit dem Deutschlandpreis der Anneliese-Schücking-Stiftung ausgezeichnet worden. Deshalb hatten die Mühlenfreunde auf dem Hof Bode in Wettmar eingeladen. Zunächst begrüßte Hausherr Dirk Bode seine gut 20 Gäste. Mitglieder des Heimatvereins und die meisten von ihnen Hobbymüller, die ihre Ausbildung von Rüdiger Hagen erhalten haben. Bode freute sich, dass Hagen den wichtigsten Deutschen Mühlenpreis erhalten habe. Die Laudatio hielt des Geschäftsführers des Gifhorner Mühlenmuseums Philipp Oppermann.
Oppermann lobte Hagen als absoluten Spezialisten in allen Fragen rund um das Mühlenwesen. Beide hätten sich 1989 als Jugendliche in Burgdorf kennengelernt. Damals war eine Ausstellung über die Burgdorfer Mühlen im Stadtmuseum eröffnet worden. Er sei erstaunt gewesen, dass es noch jemanden gebe, der sich für Mühlen interessiert, erläuterte Oppermann schmunzelnd. Er selbst habe die Ausstellung „Burgdorfer Mühlen“ mit aufgebaut. Rüdiger Hagen habe einige seiner Mühlenmodelle beigesteuert.
Aus dem Kennenlernen seien Kontakte entstanden und schließlich eine Freundschaft, die bis heute gehalten habe. Rüdiger Hagen sei ein begnadeter Mühlen-Modellbauer und ein exzellenter Zeichner, was daran liege, dass er Kartograph gelernt hat. Das komme seiner Forschung und insbesondere deren Dokumentation zugute und letztlich auch der Bauvorbereitung, die von hoher Qualität sei wegen Hagens Genauigkeit.
Hagen sei ein ausgewiesener Fachmann in allen Bereichen des Mühlenwesens und habe sich seit vielen Jahren für die Erhaltung und die Restaurierung von Mühlen weit über den Bereich der Region Hannover hinaus verdient gemacht. Er habe mit der voll funktionstüchtigen Wettmarer Bockwindmühle ein Stück der Geschichte der Mühlentechnik und damit auch ein Kulturdenkmal wiederbelebt.
Sein Bestreben sei es, historische Mühlen als Zeugen jahrhunderte alter Technikgeschichte zu erhalten und sie nach Möglichkeit wieder in Betrieb zu nehmen. „Rüdiger denkt zuerst von der Maschine aus. Die Technik steht bei ihm immer im Mittelpunkt. Er will ein produzierendes technisches Denkmal“, brachte es Oppermann auf den Punkt. Inzwischen sei Hagen nicht mehr Kartograph - der Beruf ist ausgestorben - er habe eine Ausbildung an der Deutschen Müllerschule mit dem Abschluss „Müllerei- und Mühlenbautechniker“ beendet.