Rückblick und Ausblick beim CDU-Neujahrsempfang

Die CDU muss den Widerstand gegen die „Medizinstrategie 2020“ der Region deutlicher machen, forderte der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Hendrik Hoppenstedt. (Foto: Renate Tiffe)
WETTMAR (ti). Die Neujahrsempfänge der CDU in Wettmar haben eine Tradition von mehr als 20 Jahren. Auch diesmal konnte der Ortsbürgermeister und CDU-Vorsitzende Michael Kranz unter den zahlreichen Ortseinwohnern im gut gefüllten Saal des Dorfgemeinschaftshauses prominente Gäste aus der Stadt begrüßen. Zum Bericht aus dem Bundestag und aus dem Landtag waren Dr. Hendrik Hoppenstedt und Rainer Fredermann anwesend.
Im Jahr 2014 habe sich Wettmar von seiner besten Seite gezeigt, hielt Kranz im Rückblick fest. Der Supermarkt, nach dem OVG-Urteil Ende 2013 von ihm selbst kaum noch für möglich gehalten, sei da und werde gut angenommen. Das neue Gemeindezentrum für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar sei eingeweiht und großartig geworden. Darüber hinaus habe es Veranstaltungen aus bürgerschaftlichem Engagement heraus in seltener Fülle gegeben. Viele Menschen in Wettmar seien auch auf die neuen Mitbürger zugegangen, die aus ihren Heimatländern flüchten mussten. An vorderster Stelle stand Dieter Weigel, der bei der Veranstaltung als „Bürger des Jahres“ ausgezeichnet wurde.
Hoppenstedt, der auch Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes ist, gab angesichts der dramatischen Vorgänge in Frankreich und der großen Verunsicherung hierzulande zu, dass die Partei „das eine oder andere falsch gemacht“ habe. Zu verkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland sei, habe die Integration verzögert.
Jetzt gelte es, die Zuwanderung so zu regeln, dass das Grundgesetz eingehalten werde. Sonst sei der harte Arm des Staates notwendig. Bei der augenblicklichen Gefährdungslage halte er die Vorratsdatenspeicherung für unumgänglich. Viele haben falsche Vorstellungen davon.
Zur Politik vor Ort meinte Hoppenstedt, dass die CDU den Widerstand gegen die „Medizinstrategie 2020“ der Region deutlicher machen müsse. Das Hauptproblem sei der Ausbau der beiden Krankenhäuser Siloah und Nordstadt in Hannover, durch den die Kliniken im Umland jetzt „in die Ecke gestellt werden“. Neben dem Prüfauftrag für einen Neubau sollten die Überprüfungen der Kliniken in Burgwedel und Lehrte als Vergleichsgrößen selbstverständlich sein. Von „Rot-Grün“ in der Region sind allerdings dazu keine Zahlen zu erhalten, weil dies als „nicht zielführend“ angesehen werde.
Rainer Fredermann unterstrich die mangelnde Transparenz bei der Medizinstrategie. Mit der Zusage, dass die Geburtsklinik erhalten bleiben soll, sei dieses Thema zwar vorerst einmal „beiseite geschafft“. Das bedeute aber nicht, dass die Gynäkologie künftig in jedem Falle dazugehören werde.
Neben anderem erinnerte Fredermann noch einmal an den Neujahrsempfang des vergangenen Jahres. Die Art und Weise, wie die Bürgermeisterwahl damals vonstatten ging, habe in der Partei für Unruhe gesorgt, weil die Abstimmungen zu Konflikten führten. Die unterschiedlichen Meinungen seien in einer nichtöffentlichen Sitzung aufgearbeitet worden. Man sei respektvoll miteinander umgegangen, so dass eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wieder möglich sei, auch wenn es bei einzelnen noch etwas länger dauern könne, meinte der CDU-Politiker.
Die Zeit drängt allerdings auch. Alle Parteien haben bereits die Kommunalwahl 2016 im Blick. '''Wir werden ein Wahlprogramm haben, bei dem alle mitmachen können, kündigte Fredermann an. Ein Thema werde auch diesmal wieder eine wichtige Rolle spielen: die Müllentsorgung, auf die er immer wieder angesprochen werde.