Ritterspektakel in Kleinburgwedel

Ritter Hartmann Graf von Starkenberg schlug den Kohlkopf mit leichter Hand vom Pfahl. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Großer Andrang zum 65-jährigen Jubiläum am Tag der offenen Tür bei Rosenhagen Metallbau

KLEINBURGWEDEL (bgp). Heiko und Bianca Rosenhagen hatten sich für das 65-jährige Jubiläum ihres Metallbau-Unternehmens etwas Besonderes ausgedacht. Am vergangenen Samstag verwandelte sich das Gelände an der Kleinburgwedeler Wallstraße in einen mittelalterlichen Turnierplatz mit Ritterspielen, Lanzen werfen und Bogenschießen. Hunderte großer und kleiner Gäste strömten im Laufe des Tages über das Betriebsgelände, um sich über das Unternehmen zu informieren und Spaß bei den Schaukämpfen der Ritter zu haben.
Eindrucksvoll präsentierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was im Alltag des Betriebes so passiert. An der Stumpfschweißmaschine sprühten die Funken hinter der Sicherheitsabdeckung, dass die Zuschauer nur so staunten. Die Kinder hatten die Möglichkeit, unter fachkundiger Hilfe Zauberstäbe aus Metall zu schmieden, während die Eltern an einem Stand Tierfiguren und Ornamente betrachteten, um das ein oder andere Stück für den häuslichen Garten zu kaufen.
In den Hallen gab es alles zu sehen, was für einen hochmodernen Metallbaubetrieb notwendig ist. Ein mobiler Transportmagnet für große und schwere Metallwerkstücke, Stanzen, Abkantmaschinen, elektronische Steuerungsgeräte, aber auch der traditionelle Amboss mit Hammer war zu bestaunen. Wer dabei Hunger und Durst verspürte, konnte sich am Imbiss- und Getränkestand etwas für das leibliche Wohl besorgen.
Höhepunkt des Tages der offenen Tür waren im Außenbereich die Ritterspiele, bei denen Helme krachten und Schwerter rasselten, als die Ritter in ihren dick gepolsterten Kettengewändern im Zweikampf aufeinander losgingen. Zu Pferde schlugen die Ritter Kohlköpfe von den Pfählen und machten dem Knappen das Leben schwer.
Dieser musste als „Übungsritter“ am Boden die ständig wechselnden Launen seines Herren Heiner Wehrs alias Hartmann Graf von Starkenberg ertragen, sehr zur Belustigung der Zuschauer. Die kleinen Gäste probierten andere, harmlosere Sportarten der Ritter aus. Lanzenwerfen fand ebenso begeisterte Anhänger wie das Bogenschießen, welches von einer holden Magd angeleitet wurde.
Darüber hinaus gab es Informationsmaterial zum modernen Ausbildungssystem des Betriebes. Nach der Lehre können Auszubildende später auch die Meisterausbildung oder einen Bachelorabschluss machen. Selbst ein triales Studium sei möglich, sagt Bianca Rosenhagen, welche das Familienunternehmen und die Metallberufe häufig in Schulen vorstellt.
Ihr sei bewusst, dass man den jungen Menschen in einem fortschrittlichen Betrieb Perspektiven eröffnen müsse und zitierte ihren Mann Heiko: „Man muss sich auch bewegen. Wenn ich stehen bleibe, muss ich mich nicht wundern, wenn ich überrollt werde“. Das Konzept des Fortschritts hat sich in den 65 Jahren ausgezahlt: Die Firma Rosenhagen hat keine Nachwuchssorgen, laut Bianca Rosenhagen gibt es jedes Jahr genügend Bewerberinnen und Bewerber für die ausgeschriebenen Stellen.