Richtige Winterfütterung kann Vogelleben retten

Dieses Rotkehlchen liebt die Energiebomben mit Körnern und Insekten. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Energiebedarf der Vögel ist jetzt besonders hoch

BURGWEDEL (hhs). Der Winter hält Niedersachsen fest im Griff, schon der Gedanke daran lässt bibbern. Doch nicht nur wir Menschen haben mit der Kälte zu kämpfen; gerade Gefiederte haben darunter zu leiden. Grund genug für den NABU Niedersachsen, darauf hinzuweisen, dass art- und tierschutzgerechte Winterfütterung jetzt viele Vogelleben retten kann. Der Energiebedarf der Vögel sei jetzt besonders hoch, berichtet Rüdiger Wohlers, NABU-Geschäftsführer in Oldenburg, und je kälter es ist, desto schwieriger wird es für die Vögel, noch eigenständig Nahrung zu finden. Selbst die letzten Insekten und Spinnen sind in vereisten Winkeln kaum mehr zu entdecken, und leider sind Stängel und Sämereien sowohl in Gärten als auch an Wegrändern heute schon eine echte Ausnahme. „Schmalhans“ wird Küchenmeister.
„Viele Vögel finden den Tod, wenn sie über längere Zeitabstände keine Nahrung finden“, warnt der NABU-Geschäftsführer. Deshalb rät Wohlers zu einer mit Sachverstand durchgeführten Winterfütterung. Sehr gut geeignet sind Futtersäulen und Futtertrichter, in denen das Futter, das aus energiereichen Sämereien bestehen sollte, nachrutschen und nicht verschmutzen kann. Vor allem Meisenvögel, aber auch Grünfink, Erlenzeisig, durchziehende Bergfinken, Zaunkönig und andere profitieren davon. Für Amsel, Dompfaff, Kernbeißer und Co sind Futterhäuschen und Streufutter gut geeignet; diese sollten aber stets sauber gehalten werden, damit das Futter nicht durch Kot und Krankheitserreger verunreinigt wird. Und natürlich gehören die besonders energiereichen Fett- und Weichfutter, etwa für Rotkehlchen, und Fettblöcke zu einer ausgewogenen Winterfütterung, berichtet Wohlers. „Hervorragend geeignet sind die großen Energieblöcke, in die auch Körner oder Insekten eingelassen wurden - echte Energiebomben als Überlebenshilfe“, so Wohlers. Der NABU-Geschäftsführer empfiehlt die Futtergeräte, Mischungen und Energieblöcke aus dem Sortiment des NABU Natur Shops. Informationen und Bestellmöglichkeiten unter Tel. 0511/1238313 und im Internet unter www.nabu-natur-shop.de oder im örtlichen Fachhandel. Durch eine mit Sachverstand betriebene Winterfütterung könnten insbesondere Kinder und alte Menschen einen leichten Bezug zur Natur finden; gerade die Vermittlung von Artenkenntnis bei kleinen Kindern sei in umweltpädagogischer Hinsicht höchst wertvoll.
Die beste und nachhaltigste Winterfütterung sei schlussendlich jedoch ein artenreicher und naturnaher Garten, in dem neben heimischen Sträuchern - die oft Beeren und andere Früchte bis in den Winter hinein tragen und unter deren Blättern und in deren Rinde allerlei Insekten und Spinnentiere, willkommene Vogelnahrung, überwintern - auch die Stängel von Stauden im Winter stehenbleiben dürfen. Gerade darin fänden sich in hohem Maße die Larven von Insekten - „echte Eiweißbomben für alle Gefiederten“, berichtet der Naturschützer.
Dennoch, gerade jetzt zur ersten Schneeschmelze sind Vogelhäuschen besonders wichtig. Tagsüber zanken sich Meisen, Rotkehlchen & Co um das Futter, Spelten und Samen fallen auf den Schnee und werden nachts von den Mäusen im Garten gern angenommen. Diese müssen dann allerdings ihre Gänge unter der Schneedecke verlassen, um an die Leckereien zu gelangen, und dann werden sich schnell zur Beute der nächtlichen Jäger. Schleiereule, Waldkauz und in der Nähe größerer geschlossener Waldungen manchmal auch der Rauhfußkauz werden es des Gartenbesitzern danken. Sie merken in sehr kurzer Zeit bei ihren nächtlichen Beutezügen, wo es was zu fangen gibt. Wer dann am nächsten Morgen in der Nähe seines Futterhäuschen einen Blutstropfen findet, hat eine Eule glücklich gemacht.