Reizvolle Gegenüberstellung von alten und neuen Höfen

Spannende Dorfentwicklung: Auf rund 180 Fotos wird gezeigt, wie sich das Gesamtbild und das Dorfleben veränderten. (Foto: Renate Tiffe)

Ausstellung „Dörfer verändern ihr Gesicht“ im Rathaus

GROSSBURGWEDEL (ti). Aus Anlass seines 20-jährigen Bestehens war der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse, Wettmar mit der Ausstellung „Dörfer verändern ihr Gesicht“ im Oktober vergangenen Jahres in Wettmar hervorgetreten.
Die Schau hatte viel Anklang gefunden. Grund genug, einer Anregung des stellvertretenden Bürgermeisters Heinz Visel zu folgen, und die Vergangenheit und Gegenwart der drei Dörfer auch im Burgwedeler Rathaus darzustellen. Es sei eine wichtige Arbeit, Geschichte weiterzutragen, würdigte Bürgermeister Axel Düker bei der Eröffnung das Engagement des Heimatvereins.
In Form von Vorträgen und Ausstellungen das Geschehen in den Dörfern zu dokumentieren und Geschichte erlebbar zu machen, gehöre zur Tradition des Heimatvereins, erinnerte Michael Kranz. Als dessen stellvertretender Vorsitzender und Wettmarer Ortsbürgermeister sprach er zugleich für seine Kollegen aus Engensen und Thönse.
Der Heimatverein, das seien vor allem die Menschen, die die Realisierung dieser Aufgabe möglich machten und denen sein Dank gebühre. Er hob besonders die Namen von Erika und Fritz Tohtz, Annette Windt, Felix Bartels, Ralf Lessander, des langjährigen Vorsitzenden Gerhard Brennecke und Hartmut Kitzing hervor.
Kitzing führte in die Ausstellung ein, die unter dem gleichen Titel schon einmal im Jahr 1996 auf Beckers Hof stattgefunden hatte.
Es galt, das Material neu zu bewerten, zu digitalisieren, zu inventarisieren und schließlich durch aktuelle Motive zu ergänzen. Anhand von 180 Fotos wird die Entwicklung der Dörfer deutlich gemacht, wie sich ihr Gesamtbild und das Dorfleben veränderten - jedes auf seine ganz individuelle Weise, so wie sich die Gesichter der Menschen verändern. Sie bedürften deswegen einer besonderen Aufmerksamkeit und Pflege, knüpfte Kitzing an.
Reizvoll ist die Gegenüberstellung von alt und neu besonders bei den alten Bauernhöfen, die durch Umnutzung modernisiert wurden oder ganz aus dem Dorfbild verschwanden. Ganze Straßenzüge veränderten sich. Informativ auch die ergänzenden Texte.
So dürfte kaum bekannt sein, dass in Wettmar viele Straßen erst in der 1960-er Jahren ihre Namen erhalten haben. So beispielsweise die Ackermannstraße, die nach der Schwarzmeer-Region benannt wurde, aus der fünf dort seßhaft gewordene Flüchtlingsfamilien stammten. Historische Karten ergänzen die gut gegliederte Bilderfolge. Besondere Aufmerksamkeit zog der Postkarten-Teil auf sich, in dem den Motiven vom „Gruß aus Thönse“ - ebenso wie aus Engensen und Wettmar – die heutigen Ansichten gegenübergestellt werden.
Es gab viel Gesprächsstoff unter den Besucherinnen und Besuchern bei der Eröffnung der Ausstellung, der noch viele weitere Interessierte zu wünschen sind. „Ich wohne seit 26 Jahren in Wettmar. Erstaunlich, was sich da schon alles verändert hat“, bemerkte Isa Huelsz. „Es ist hochinteressant“
Die Ausstellung „Dörfer verändern ihr Gesicht“ ist noch bis Ende August während der normalen Öffnungszeiten im Rathaus in Großburgwedel zu sehen.