Reise in die Vergangenheit mit der Bockwindmühle

Einen Blick in die Vergangenheit werfen konnten die Zuschauer, als die mit einem Pferdegespann gebrachten Getreidesäcke an einer Seilwinde hoch nach oben in die Bockwindmühle gezogen wurden. (Foto: Anna Kentrath)
 
Die Müller präsentierten den zahlreichen Besuchern stolz, wie aus Getreide in einzelnen Schritten langsam das Mehl gewonnen wird. Dieses konnte später gegen eine Spende mit nach Hause genommen werden. (Foto: Anna Kentrath)

Besucheransturm zum diesjährigen Mühlenfest in Wettmar

WETTMAR (ak). Den dicken Regenwolken am Pfingstmontag trotzend beging der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen, Thönse und Wettmar auch in diesem Jahr den Deutschen Mühlentag mit einem Fest für die ganze Familie.
Ob beim Mühlenschwof, bei dem die Bockwindmühle in ein buntes Farbenspiel getaucht wurde oder den festlichen Aktivitäten vom Buttern bis Mehlmahlen, die Besucher, insbesondere Wettmarer, ließen sich vom Wetter jedenfalls nicht schrecken.
Achim Ristenpart, der 1. Vorsitzende des Heimatvereins, zeigte sich begeistert über die zahlreichen Besucher. Bereits der Mühlenschwof am Samstag sei sehr gut besucht gewesen und der Himmel habe rechtzeitig seine Schleusen geschlossen. Die historische Bockwindmühle wurde in ein beeindruckend vielfältiges Farbenspiel hochmoderner LED-Fluter getaucht, je dunkler es wurde, desto besser kam die Lichtershow zur Geltung.
Das Fest zu Ehren des Deutschen Mühlentages begann mit einem Gottesdienst an der Bockwindmühle, allerdings im Zelt, weil kräftige Regenschauer dem unter freiem Himmel geplanten Gottesdienst einen Strich durch die Rechnung machten. Dicht an dicht sitzend blieb kein Platz frei im Zelt.
Anschließend wartete ein spannendes Programm auf die Besucher des Festes. Der „Holzmichel“ Michael Springer präsentierte unterschiedliche Motive für die neuen Ortsbegrüßungsschilder Wettmars und dabei konnte ihm sogar direkt bei der Arbeit zugesehen werden. In einem kleinen Zelt unweit der Mühle drehte sich alles um die Bockwindmühle, vom Miniaturmodell bis hin zum frisch gemahlenen Weizenmehl, Auszugs- und Vollkornmehl. Auch gebuttert konnte hier werden, besonders für Kinder ein Erlebnis, nicht in einem Butterfass stampfend, sondern eine Kurbel drehend. Der sahnig-cremige Brotaufstrich konnte vor Ort gleich probiert werden, mit Salz oder Marmelade garniert nach Wunsch.
Für die kleinen Besucher gab es außerdem die Möglichkeit eine Runde mit dem Ketten-Karussell zu drehen oder Steine zu bemalen. Ein besonderes Highlight für Besucher jeden Alters war aber natürlich ganz klar die Bockwindmühle selbst.
Die Müller führten durch die beiden Stockwerke und zeigten die einzelnen Stationen auf dem Weg zum weißen, pulvrigen Mehl. Mit einem Pferdefuhrwerk, gezogen von den 7 und 8 Jahre alten süddeutschen Kaltblutpferden Max und Moritz aus Schillerslage, konnten die Zuschauer sehen, wie Getreide angeliefert und Mehl abgeholt wurde. Mit Hilfe einer rückseitigen Winde wurden die schweren Säcke aus der Mühle auf den Hänger geladen.
Doch nicht nur als Transportpferde hatten Max und Moritz mit ihrem Kutscher Wolfgang Heldt den Weg von Schillerlagen nach Wettmar auf sich genommen, zwischenzeitlich vor einen Planwagen gespannt luden sie zur Kutschfahrt durch die Umgebung oder das Dorf ein. Nach einem ausgiebigen Rundgang in und um die Bockwindmühle durfte eine zünftige Stärkung nicht fehlen, ob mit saftigem Backschinken und würzigen Bratwürstchen oder einer beeindruckenden Auswahl selbstgebackener Tortenkreationen im Zelt. Nach einem abwechslungsreichen Tag blieb nur eine Herausforderung, man musste in einer endlosen Schlange von Fahrzeugen, das eigene wiederfinden und ausparken, am Nachmittag gar nicht so einfach, denn die Schlange der parkenden Autos reichte bis ins Dorf hinein, obwohl viele sich auf das Fahrrad geschwungen oder einfach zu Fuß von zu Hause aufgebrochen waren.