Regionale Kunsthandwerker zu Gast im Schulzentrum

Drechsler fertigen wieder vor Ort aus unterschiedlichen Hölzern Kugelschreiber, Kinderspielzeuge, kleine Kreisel und Pilze sowie viele Gebrauchsgegenstände gleich zum Mitnehmen.

Rund 70 Hobbykünstler und Profis präsentieren ihre Arbeiten

GROSSBURGWEDEL (r/bs). Am Wochenende Samstag, 7. und Sonntag, 8. November wird das Schulzentrum Burgwedel, Auf der Ramhorst 2, wieder zur Kunstmeile.
Mehr als 70 Hobbykünstler und Profis präsentieren hier ihr erlesenes Kunsthandwerk und künstlerische Objekte aus den unterschiedlichsten Materialien fernab der Massenware. Für jeden Geschmack ist etwas dabei.
Verändertes Umweltbewusstsein und der Trend zum Recyceln spielt bei immer mehr Kunsthandwerkern eine Rolle. So werden nicht nur ausgediente Kaffeekapseln zu Schmuckunikaten umgewidmet, sondern auch aus alten Jeans neue Taschen und Beutel für den alltäglichen Gebrauch gefertigt.
Für Begeisterung bei den Besuchern sorgt auch immer wieder Charlotte Koch aus Elze. Ihre Leidenschaft ist altes Papier wie Landkarten und Tonkartonreste, die sie in mühevoller Handarbeit zu Schachteln, „Inchie-Leinwänden“ oder Ketten umwandelt. Auch bei Holzspielzeug und selbstgenähter Kinderkleidung wird großen Wert auf ökologische und unbehandelte Materialien gelegt.
Der ökologische Gedanke steht auch bei Seifensiederin Cordula Ewert aus Wennigsen im Vordergrund. Sie benutzt für die Herstellung rein pflanzliche Öle aus kontrolliertem biologischem Anbau. Ätherische Öle verleihen den Seifen einen angenehmen Duft, die dann mit Zusätzen von z.B. Ziegenmilch oder Schafsmilch eine besonders pflegende Wirkung haben. Für Duftallergiker werden Seifen ganz ohne Duftzusätze vorgestellt. Selbst für Hunde hat sie eine Seife entwickelt, die Gerüche im Fell neutralisiert.
Eigens aus Böhlen nach Burgwedel angereist ist der Glaskunstbläser Maik Grossmann um sein filigranes Hobby vorzustellen. Er zeigt und fertigt vor Ort verschiedenste Figuren in leuchtenden Glasfarben. Bei Temperaturen von 800-1200°Grad werden Glasstäbe miteinander verschmolzen und in einem weiterem Prozess mit Edelmetallen sowie Metalloxiden verziert. Dabei reicht die eigens entworfene Glaskunst von Tiermotiven über Tintenschreiber und Schmuckanhänger bis hin zu so außergewöhnlichen und lustigen Objekten wie eine Obstfliegenfalle.
Erstmals ist in Burgwedel auch die Diplom-Keramikerin Ingeburg Ungermann aus Buchholz zu Gast. Ihr Markenzeichen sind einzigartige Keramikobjekte, welche in einem besonderem Prozess hergestellt werden. Bei dem sogenannten "Paperclay"-Verfahren werden Ton, Papier und Wasser in einem bestimmten Mischungsverhältnis vermengt. Der dadurch entstandene Faserbrei wird anschließend zu einem Objekt geformt und im Keramikofen gebrannt. Dabei verbrennen die Papierfasern und es entstehen mikroskopisch feine Hohlräume, die das fertige Brennstück leicht und sehr stabil machen, ähnlich wie bei Korallen.
Die auf diese Weise gefertigten Vasen, Wandreliefs und Schalen haben bereits Liebhaber bis nach Frankreich und in die Niederlanden gefunden.mBesonders und sehr selten ist die filigran verarbeitete Holzspankunst von Monika Kaune aus Bad Salzdetfurth.
Das weitere Spektrum ist sehr vielfältig und reicht von Gestecken, Aquarellbildern, Quiltarbeiten, Nassfilzobjekten, Waldorfpuppen sowie Schmuckunikaten aus Gold, Silber und Perlen bis hin zu zeitlosen Skulpturen für den Innen- und Außenbereich.
Viele Künstler zeigen direkt am Stand die Entstehung ihrer Kunstobjekte, auf welche die Besucher individuell Einfluss nehmen können. So fertigen verschiedene Drechsler vor Ort aus unterschiedlichen Hölzern Kugelschreiber, Kinderspielzeuge, kleine Kreisel und Pilze sowie viele Gebrauchsgegenstände gleich zum Mitnehmen.
Zum Ausruhen lädt mit kleinen Speisen und Getränken das Künstlercafé ein.
Der Kunstmarkt ist am Samstag von 13.00 bis 18.00 Uhr und am Sonntag von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 2 Euro, Kinder bis 12 Jahren haben freien Eintritt.