Reger Gedankenaustausch beim Unternehmer-Stammtisch

Der Initiator des Stammtisches, Jens-Christian Kurtze (Mitte), seine Frau Anja Kurtze (links) und Wettmars Ortsbürgermeister Michael Kranz. (Foto: Renate Tiffe)

Erste Zusammenkunft der Wettmarer Gewerbetreibenden

WETTMAR (ti). Nach dem Mittelzentrum Großburgwedel ist Wettmar der zweitgrößte Ortsteil Burgwedels - bekannt für seine gute Infrastruktur. Über ein ausgewiesenes Gewerbegebiet wie beispielsweise Kleinburgwedel verfügt das Dorf jedoch nicht. Die meisten Bürger reagierten deswegen fast erstaunt, als kürzlich 150 Gewerbetreibende angeschrieben und zu einem Stammtisch eingeladen wurden.
Die Zahl 150 basiert auf einer Statistik der CDU-nahen Mittelstandsvereinigung. Sie umfasst alle, auch Kleinst-Unternehmen, sozusagen von der Landwirtschaft bis hin zur Tagesmutter. Das Bestreben, einen Stammtisch ins Leben zu rufen, kam aus der Mitte der Unternehmerschaft, wurde jetzt jedoch vom Ortsverband der CDU aufgegriffen.
Initiator Jens-Christian Kurtze begrüßte die 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei ihrer ersten Zusammenkunft im Dorfgemeinschaftshaus im Namen der CDU. Er betonte aber, dass es sich um eine überparteiliche Gemeinschaft handeln solle.
Kurtze monierte, dass es durchaus Aufsehen bei Politik und Verwaltung errege, wenn ein größeres Unternehmen sich in der Stadt ansiedele.
Der Wirtschaftsmotor in den kleineren Ortschaften finde dagegen kaum Beachtung. „Dabei tragen wir genauso zum Gewerbesteuereinkommen bei. Wir wollen uns jetzt nach außen darstellen und uns mehr Gehör verschaffen“, sagte er. Bei den Wettmarer Unternehmen handele es sich oft um Ein-Mann-, Eine-Frau- Betriebe. Darunter befinden sich aber auch mittelständische Unternehmen.
Zusammen unterhalten sie über 300 Arbeitsplätze, im Durchschnitt sind es etwa 2,5. „Was für ein breiter Strauß an Handel und Dienstleistungen“, stellte Kurtze beim ersten Treffen fest, bei dem es vor allem erst einmal um das gegenseitige Kennenlernen gehen sollte.
Wettmars neuer Ortsbürgermeister Michael Kranz unterstützt die Initiative. Gemeinschaft funktioniere nur, wenn Impulse weitergegeben werden können, meinte er. Und er bot sich für den ersten Abend als Referent an.
Aus seiner juristischen Praxis weiß er, dass das Inkasso für viele Klein-Unternehmen ein heißes Eisen ist. „Lohnt mahnen für Klein- und mittelständische Unternehmen?“, fragte er und zeichnete die langwierigen Wege auf, mit denen zahlungsunwillige Kunden das Verfahren über Jahre hinziehen und die Betriebe manchmal an den Rand des Ruins bringen können. Die Mahnverfahren kosten Geld und enden nicht selten im Vergleich. Er riet daher nach dem ersten Mahnbescheid zur Klage. „Seien Sie nicht die Bank Ihrer Kunden!“
Eine lebhafte Diskussion schloss sich an, in der es um persönliche Erfahrungen, auch um die Warenkreditversicherung u.a. ging. Schriftlich konnte jeder Teilnehmer vermerken, welche Themen in Zukunft angesprochen werden sollen. Sie sollten wenn möglich alle Branchen betreffen.
Eins dieser Themen wird sich vermutlich um die Werbung drehen. Die Möglichkeiten sind sehr differenziert zu sehen, zumal es keineswegs nur um die örtliche Reklame geht, weil manche Unternehmen bundesweit agieren.
Zu den Stammtischen soll vierteljährlich eingeladen werden. Der nächste Termin ist am 13. September. Gut wäre es, wenn sich noch mehr Interessenten beteiligen würden.