"Raum einnehmen, aber defensiv fahren"

Anne Nyhuis erklärte die Gefahren für Radfahrer beim ADFC-Vortrag in der Senioren-Begegnungsstätte. (Foto: G. Gosewisch)

ADFC-Vortrag zeigte neue Kultur für Radler auf

GROSSBURGWEDEL (gg). Klar, dass es bei einem Themenabend des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) um die Rechte der Radfahrer geht. Was zunächst banal klingt, bekam beim Vortrag von Expertin Anne Nyhuis zum Thema „Sicher Rad fahren – Regeln und Tipps“ in der Senioren-Begegnungsstätte eine tolle Vielschichtigkeit. Da ging es zunächst um Verkehrsschilder, die den Radfahrern Vorgaben machen. Jeder kennt sie, jeder sieht sie dutzendfach täglich im Verkehr, doch offensichtlich gibt es Interpretationsspielraum. Wer hat wann mehr Rechte? Was ist rücksichtslos, wobei drohen Bußgelder? Und vor allem, wobei bringt sich der Radfahrer in Gefahr? Im Gespräch mit ihren Zuhörern entwickelte Anne Nyhuis den Schulterschluss. Wer täglich im Berufsverkehr als Radfahrer unterwegs ist, entwickelt seine eigenen Strategien, um sicher an sein Ziel zu kommen. Ist es besser, sich auf der Fahrbahn für Kraftfahrzeuge durchzuschlagen oder auf dem Radweg auf zig Überraschungen von unachtsamen Fußgängern gefasst zu sein? Es bleibt eine Glaubensfrage. Wünschträume bekamen Bilder, als Anne Nyhuis aus ihrem Heimatland Niederlande und der Kultur des Radfahrens berichtete. „Aber nicht alles, was dort funktioniert, ist einfach so auf Deutschland zu übertragen. Es es eine Mentalitätsfrage“, sagte sie und zeigte damit eine Haltung auf, die in Deutschland, wo der Kraftverkehr begünstigt ist, funktioniert. Ihr Tipp für Radfahrer: „Nach außen sichtbar selbstbewusst unterwegs sein, Raum für sich einnehmen, aber innerlich defensiv fahren. Gefahren zu erkennen, schützt vor Unfällen.“ Einig mit den Zuhörern war sich Anne Nyhuis beim Nutzen von Fahrradschutzstreifen auf der Fahrbahn. Steffen Timmann, Vorsitzender im ADFC-Ortsverein, ergänzte: „Es ist ein Prozess, bis sich die Autofahrer daran gewöhnen.“