Radfahrer machen ein Drittel der Schwerverletzten aus

Kommissariatsleiter Günter Heller verwies auf die Problematik des hohen Anteils der verunfallenden Radfahrer, die ein Drittel am Gesamtvolumen der Schwerverletzten ausmachen. (Foto: Anna Kentrath)

Verkehrsunfallaufkommen ist um 5,83 Prozent gestiegen

GROSSBURGWEDEL (ak). Die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2012 wurde Donnerstagvormittag im Polizeikommissariat Großburgwedel vorgestellt. Die Zahl der Verkehrsunfälle gesamt hat sich, dem allgemeinen Trend im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Burgdorf folgend, leider erhöht, von 1004 im Jahr 2011 auf nun 1058. Im Gegensatz zum Vorjahr wurden im Jahr 2012 drei Personen bei Verkehrsunfällen getötet. Einen besonderen Präventionsschwerpunkt sieht man im Polizeikommissariat im Umgang mit Radfahrern, die zu einem Drittel den Anteil der schwerverletzten Personen ausmachen, die sowohl 2011 als auch 2012 eine Zahl von 23 aufwies.
Kommissariatsleiter Günter Heller sieht hier ganz klar den Bedarf für Präventionsmaßnahmen, auch wenn die Anzahl der verunfallten Radfahrer insgesamt leicht abgenommen hat von 70 auf 59 Fälle. Bei den verunfallten Fußgängern war indes ein Anstieg von 19 auf 22 zu verzeichnen gewesen. Wichtig sei hier, so Günter Heller, dass „Erwachsene ein Vorbild für Kinder darstellen“ und nicht 20 Meter von einer Fahrbahnüberquerung, sei es eine Ampel oder ein Zebrastreifen, einfach über die Straße gehen, nur um einige Schritte zu sparen. Einen besonderen Fokus wolle man diese Probleme betreffend, künftig auf den „Mischverkehr“ der Von-Alten-Straße legen, der immer wieder zu „brenzligen Situationen“ führe, ergänzte Hauptkommissar Claus-Dieter Grossmann. Fußgänger, Radfahrer und anliefernde PKWs treffen hier aufeinander. Heller stellte heraus, dass man zwar „keine gravierenden Unfallsituationen“ zu verzeichnen gehabt habe, aber „das Gefahrenpotenzial ganz klar gegeben“ sei. In Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung versuche man hier eine adäquate Lösung zu finden.
Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort stellt immer noch ein großes Problem dar, wo die dringende Mithilfe der Bevölkerung gefragt sei, betonte Günter Heller mit Nachdruck. Die Aufklärungsrate dieser Fälle, die sich zu 40 Prozent auf Großparkplätzen ereignen, sei leider von 45,64 Prozent auf 39,60 gesunken. Auch ohne Zeugen gibt es einige Möglichkeiten polizeilicher Ermittlertätigkeit, doch die Mithilfe der Bürger steigere die Chance zur Aufklärung beträchtlich. Wichtig sei, sich klar zu machen, so Grossmann ergänzend: „Es kann jeden treffen!“. Jeder 4. Unfall ist statistisch gesehen eine Unfallverflucht. Keinesfalls dürfe vergessen werden, dass es sich um ein „Straftat, kein Bagatelldelikt“ handle bei der Flucht vom Unfallort. Das Rufen der Polizei in Zeiten, wo beinahe jeder ein Handy besitzt, dürfe doch kein Problem sein, so Heller.