Proklamation der Majestäten und ein Heiratsantrag

Jungmannkönig Mike Ocker beim Ehrentanz mit seiner zukunftigen Frau Isabella Henke. (Foto: Renate Tiffe)
 
Wolfgang Elges sicherte sich in diesem Jahr die Ehre des Schützenkönigs. (Foto: Renate Tiffe)

Ausgelassene Stimmung beim Schützenfest in Großburgwedel

GROSSBURGWEDEL (ti). Der Schützenkönig, die Bürgerkönigin und der Jungmannkönig – sie alle haben schon oft um den Königstitel geschossen, wie der Vorsitzende des Schützenvereins, Henning Kühl erzählte.
Sie haben sich jahrelang als erster und zweiter Ritter verdient gemacht. Das sind in Großburgwedel jeweils die Zweit- und Drittplatzierten beim Schießwettbewerb. Geklappt hat es erst in diesem Jahr mit den Königsscheiben. Was Wunder, dass beim Kommers, dem Abend der offiziellen Königsproklamation, so mancher Schwank aus vergangenen Schützenjahren die feuchtfröhliche Runde machte.
Eins hatte es allerdings noch nicht gegeben. Die ganze Aufmerksamkeit zog diesmal der Jungmannkönig auf sich. In aller Form - was heute auch mitunter auch auf den Knien geschieht - machte Mike Ocker seiner Freundin einen Heiratsantrag. Fünfeinhalb Jahre ist das Paar zusammen. Trotzdem soll es eine Überraschung für Isabella Henke gewesen sein. „Und sie hat „ja“ gesagt, berichtete Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller, der die Szene anrührend fand und so manches feuchte Auge erblickt hatte.
31 Jahre hat es bei Wolfgang Elges gedauert, bis auch er einmal das begehrte Rund einheimsen konnte. Für die anderen Scheiben am und im Haus Am Klint hat meist Ehefrau Marlis gesorgt, die ihm als zweiter Ritter dicht auf den Fersen blieb. Aber 28 Ring reichten diesmal für den – knappen – Sieg, der wirklich erst bei der Siegerehrung im Schützenhaus klar war. Das verriet Karin Ocker als erster Ritter beim Anbringen der Scheibe.
Dem neuen König, der zwölf Jahre lang der Vorsitzende der Schützen war und 24 Jahre dem Vorstand des Vereins angehörte, hatte es fast die Sprache verschlagen. „Nun kommt mal erst rein“, lud er die Schützen und alle, die sich dem Zug angeschlossen hatten, in den lauschigen alten Garten hinter dem Haus ein. „Aber denkt an meine alten Knochen“ gab er den Bläsern für den Ehrentanz mit auf den Weg.
Die Kapelle, ein Zusammenschluss der Großburgwedeler Feuerwehrkapelle und der Isernhagener Musikanten, hielt sich dann auch daran. Was sie bei Asta Siegmund, der quirligen Bürgerkönigin, keineswegs für nötig hielt. Der große Walzer wurde gespielt und getanzt. Vorher hatte der Ortsbürgermeister zum Super-Ergebnis der gebürtigen Großburgwedelerin gratuliert, wohl ein Erbe ihrer Mutter Elke Grothe, wie er bemerkte. Sie gehöre schon sehr lange dem Verein an. Höchste Zeit, es ihr gleich zu tun, meinte Fortmüller. Bei der Gelegenheit würdigte er auch die Arbeit von Werner Giebe, der immer die schönen Scheiben für den Verein malt.
Der Samstagnachmittag war schon weit fortgeschritten, als der Umzug zuletzt auf dem Ocker-Hof am Rande der Stadt einzog. Das launische Wetter an diesem Tag legte noch einmal mit Regen nach – was aber der Feierlaune keinen Abbruch mehr tat. Viele Großburgwedeler waren inzwischen dazugekommen. Es gab alles, was das Herz begehrt zu essen und zu trinken wie auch ein wenig landwirtschaftliches Flair dazu. Und Mike und Isabella tanzten unter den alten Bäumen - ebenfalls einen ruhigen Walzer.