Prächtige Stimmung beim Schützenfest Kleinburgwedel

Starke Frauen: In Kleinburgwedel nimmt man das „Hoch leben lassen“ wörtlich. Sechs Schützenschwestern lassen ihre Schützenkönigin Catharina Bienio hoch leben. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Schützenausmarsch zum Scheibenannageln am Sonntag: Volker Speckmann, Vorsitzender des Schützenvereins vorn links, und Ortsbürgermeister Jürgen Schodder führen die Teilnehmer des Zuges zu den Stationen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Schützenchef Volker Speckmann zog eine durchweg positive Bilanz

KLEINBURGWEDEL (hhs). So entspannt, wie beim Scheibenaustragen am Pfingstsonntag, haben die Kleinburgwedeler ihren Schützenchef Volker Speckmann lange nicht erlebt. Das hatte seinen Grund: Das diesjährige Schützenfest in der Ortschaft war sehr harmonisch und unter großer Beteiligung der Einwohner verlaufen.
In diesem Jahr hatten sich die Fest-Organisatoren gemeinsam mit Festwirt Lindemann darauf verständigt, das Festzelt etwas kleiner ausfallen zu lassen als im Vorjahr. Damals war man einhellig der Meinung gewesen, dass man sich auf dem großen Zelt ziemlich allein gefühlt habe. Um so größer war die Überraschung gleich zu Beginn des Kommersabends am Freitag. Man musste noch auf die Schnelle drei lange Tische aufstellen und eindecken, so groß war der Andrang. „Wir hatten gut 250 Teilnehmer beim Kommers. Besser geht’s nicht“, freute sich Volker Speckmann im Gespräch mit den Burgwedeler Nachrichten.
Auf dem Schützenfest in Kleinburgwedel läuft vieles anders, was man spätestens seit dem 700-jährigen Dorfjubiläum weiß. Bemerkenswert an allen drei Schützenfesttagen war die große Beteiligung der Kleinburgwedel an allen Aktivitäten im Rahmen dieses Festes. Am Samstag erhielten Kinderkönigin Ann-Spohie Lehmann und Jungschützenkönigin Inga Sonnefeld ihre Scheiben ans Haus gebracht. Anschließend zogen die Schützen am Seniorenpflegeheim Lindenriek vorbei, um dort einen kurzen Halt für ein Ständchen einzulegen. Auf dem Festzelt hatten unterdessen einige Damen die große Kaffeetafel aufgebaut. Für die leckeren Kuchen und Torten hatten die Kleinburgwedeler Schützendamen gesorgt.
Anschließend gab es eine Premiere: Zum ersten Mal hatte der Schützenverein Kleinburgwedel zu einer Kinderdisco eingeladen. Und das hat auch zu einem kaum erwarteten Ergebnis geführt: Mehr als einhundert Jungen und Mädchen sollen zu den flotten Rhythmen getanzt haben. „Und die meisten von ihnen haben ihre Eltern mitgebracht“, so das Resümee von Ortsbürgermeister Jürgen Schodder. „Wenn man die Kinder auf den Festplatz holen kann, dann kommen die Eltern meistens mit“, freute er sich über den Erfolg dieser Neuerung.
Danach um 18.00 Uhr begann das Königsessen, auch unter guter Beteiligung der Kleinburgwedeler. Hier nahm Volker Speckmann die Verlosung des Fest-Preisschießens vor. Für jeden der fröhlichen Gewinner hatte er hochwertige Preise zur Hand, und obendrein noch den ein oder anderen Spaß in Versform. So in Stimmung gebracht feierten Schützen und Gäste ausgelassen bis in die frühen Morgenstunden.
Haupttag des Kleinburgwedeler Schützenfests ist immer der Sonntag: An diesem Tag erhalten Schützenkönig und -königin ihre Scheiben, auch Volkskönig und die Scheibe Junges Volk sowie die Festscheibe werden vergeben. Zuerst führte der Weg zu Schützenkönigin Catharina Bienio und zu Katrin Schiermann, Junges Volk. Beide wohnen nur zwei Häuser voneinander entfernt an der Wallstraße, dann ging es weiter zu Bürgerkönig Hartmut Lindemann. Anschließend wieder zurück in die Wallstraße, wo Thomas Fischer die Festscheibe zwischenlagern muss. Der Wettmarer ist Mitglied bei den Kleinburgwedeler Schützen und hatte sich zu diesem Schützenfest im Hause Koernig einquartiert, wie Volker Speckmann es formulierte. Diese Festscheibe werde dann später mit allem Drum und Dran nach Wettmar gebracht. Zuletzt erhielt Schützenkönig Sascha Hoffmann seine Scheibe.
Etwas Unerhörtes geschah dann bei der Vergabe der Humorscheibe, dieser Kleinburgwedeler Spezialität. So etwas hatte es seit Jahrzehnten nicht gegeben: Der Preisträger, der sich im abgelaufenen Schützenjahr in ganz besonderem Maß um den Humor im öffentlichen Raum verdient gemacht hatte, war nicht anwesend. Es handelt sich um Friedhelm Leisenberg, Stadtbrandmeister, Vorsitzender des Realverbands, Mitglied im Ortsrat und auch selbst Mitglied im Humorkomittee. Man entschied sich dennoch, die Scheibe auf Leisenbergs Hof anzubringen. Stellvertretend für seinen Vater unterzog sich Florian Leisenberg dieser Ehrung. Nun weiß der Sohn wenigstens, was einem in Kleinburgwedel alles blühen kann, wenn man zu lustig ist.
Alle Scheiben wurden Brauchtums gerecht angenagelt, mit Ehrentanz, dem dreifachen „Gut Schuss“ und dem dreifachen Salut der Vorderladerschützen. Nur bei Bürgerkönig Lindemann schossen sie nicht, dafür riefen sie laut dreimal „Bumm“, der Pferde wegen, die bei Lindemanns im Stall stehen.