Positiver Trend bei den Weißstörchen dauert an

Am 16. Mai machte dieser Storch Andreas Stockelbusch in Fuhrberg eine große Freude und besetzte das Storchennest. Aber er blieb nur einen Tag. (Foto: Andreas Stockelbusch)

Störche kommen immer früher aus Winterquartier zurück

ALTKREIS BURGDORF (hhs). In diesem Jahr ist es um die Weißstörche in der Region Hannover sehr gut bestellt. Der Weißstorchbetreuer für die Region, Dr. Harald Löhmer, kommt in einer Zwischenbilanz für das laufende Storchenjahr auf ein beachtenswertes Ergebnis: In der Region waren Ende April 33 Storchennester mit Paaren besetzt, das waren drei Brutpaare mehr als im vergangenen Jahr und ebenso viel wie zuletzt im Jahr 1958 und immerhin neun Paare mehr als 2010.
Wie viele Jungvögel in diesem Jahr erfolgreich ausfliegen werden, könne man mit einiger Sicherheit erst Anfang August sagen, schreibt Löhmer. Das hänge vom weiteren Witterungsverlauf ab. Das Nahrungsangebot scheine aber in diesem Jahr nicht schlecht zu sein für die Störche. Allerdings befürchtet Löhmer auch, dass die Anzahl der Jungvögel in diesem Jahr hinter der des Vorjahres, 2012 waren es immerhin stolze 67 Jungstörche, zurück fallen wird. Das Rekordnest des Jahres befindet sich in Wunstorf-Bokeloh: Dort wachsen fünf junge Störche heran. Das Brutpaar in Bokeloh hat im vergangenen Jahr hier überwintert und sich weitgehend auf der Mülldeponie Kolenfeld ernährt.
Löhmer verweist auch auf eine Merkwürdigkeit im Zugverhalten der Störche und die hat ihre Auswirkungen auch im Altkreis Burgdorf: Die sogenannten „Westzieher“ unter den Weißstörchen ziehen kaum noch über Gibraltar nach Afrika. Sie bleiben in Südfrankreich und Spanien. Diese Störche kommen wegen der geringeren Distanz zu ihren hiesigen Brutorten viel früher zurück, in diesem Jahr wurden schon Ende Februar Störche beobachtet: So zum Beispiel traf in Immensen der erste Storch am 26. Februar ein, und ein weiterer in Wulfelade einen Tag darauf. Bis Mitte März seien schon etwas mehr als die Hälfte aller Nester von den Westziehern besetzt gewesen. Die Ostzieher dagegen kamen später, die ersten Ende März, die letzten Anfang Mai.
Dieser weithin positive Trend in der Bestandsentwicklung basiere wohl auf den geringeren Verlusten der Westzieher auf dem Zug. Es schiene aber auch so zu sein, dass immer mehr Jungstörche, die früher bis zum dritten oder sogar fünftem Lebensjahr in Afrika blieben, heute schon als Zweijährige bei uns schon im April auftauchen. Nicht wenige von diesen würden schon brüten, andere bilden sogenannte Verlobungspaare, wieder andere ziehen in Trupps umher und werden als „Störstörche“ auffällig.
Die Beobachtungen für den Altkreis Burgdorf: Der Brutversuch in Isernhagen HB vom vergangenen Jahr wurde in diesem Jahr nicht von den Störchen fortgesetzt. Allerdings hätten die Störche in Steinwedel den Neuanfang des vergangenen Jahres fortgesetzt, schreibt Dr. Harald Löhmer. Auch in Obershagen hätten die Störche seit Jahren wieder das Brutgeschäft aufgenommen.
In Wulfhorst im Hastbruch bei Wettmar, in Dollbergen, Hülptingsen und Negenborn, Wedemark, haben sich Störche mehr oder weniger lange auf den Nestern aufgehalten, aber nicht mit der Brut begonnen.
Der Brutverlauf ist viel versprechend: Die Westzieher haben schon Ende März mit der Brut begonnen und die Jungens sind dem entsprechend nach 32 tagen sehr früh geschlüpft. Zu diesem Zeitpunkt Anfang April wurden die anderen Nester erst besetzt. Für die später geschlüpften Jungen liegen noch keine Zahlen vor. Die kühle Witterung um die Eisheiligen und neulich die Schafskälte hat ihren Tribut gefordert: So sind in drei Nestern die Bruten gescheitert, unter anderem in Brelingen in der Gemeinde Wedemark.
Schlechte Storchennachrichten gibt es aus Burgdorf, Hänigsen und Meitze, Wedemark. Hier sind alle Eier beziehungsweise Jungstörche durch „Störstörche“ bei Kämpfen um das Nest ums Leben gekommen.