Polizeiorchester spielte zugunsten des Hospizdienstes

Das Polizeiorchester Niedersachsen begeisterte die Zuhörer in der Kleinburgwedeler Mehrzweckhalle. (Foto: Hans Herman Schröder)
 
Die Koordinatorinnen des Hospizdienstes Ute Rodehorst und Nicole Friederichsen dankten dem Kirchbauverein für sein Engagement. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Kleinburgwedeler Mehrzweckhalle restlos ausverkauft

KLEINBURGWEDEL (hhs). Am Freitagabend wurde in der Ortschaft Kleinburgwedel allen Liebhabern der symphonischen Blasmusik ein ganz besonderer Leckerbissen geboten: Das Polizeiorchester Niedersachsen hatte sein Kommen zugesagt und ein Konzert der Extraklasse angekündigt: „Around the World“ war es betitelt, was nichts anderes bedeutet als „rund um die Welt“.
So eine musikalische Gelegenheit zur Weltreise hat man nicht oft, auch in Kleinburgwedel nicht. So war es nicht verwunderlich, dass die Mehrzweckhalle sehr gut besucht war. Kurz vor Konzertbeginn gab es an der Abendkasse noch drei Karten, die aber ein paar Minuten später auch noch verkauft waren.
Das Polizeiorchester Niedersachsen ist in Kleinburgwedel nicht unbekannt, zumindest nicht bei den Schülerinnen und Schülern der Grundschule im Ort. Diese hatten vor ein paar Monaten die Chance, die Musikerinnen und Musiker und ihre Instrumente kennenzulernen. Einen Vormittag lang stellten die Kommissare ihre Instrumente vor, die Kinder wurden in dieses Kennenlernen auf ganz tolle Weise interaktiv einbezogen. Es war selbst für unbeteiligte Beobachter ein unvergesslicher Schulvormittag.
Am Freitagabend aber hatte die Musik noch eine andere Aufgabe: Gutes zu tun. Diesen Abend hatte der Kirchbauverein Kleinburgwedel organisiert. Der Erlös kommt in voller Höhe dem Ambulanten Hospizdienst zugute. Kristine Weidemann, die Vorsitzende des Kirchbauvereins, führte in ihrer Begrüßung aus, der Ambulante Hospizdienst für die Kommunen Burgwedel, Isernhagen und Wedemark habe sein erstes Zuhause hier in Kleinburgwedel im Haus der Kirche gehabt. Er arbeite ehrenamtlich und könne sich nur über Spenden und Sponsoring finanzieren. Die Arbeit sei schwierig und dringend nötig.
Der Kirchbauverein wolle einen Beitrag dazu leisten, diese Arbeit weiterhin zu erhalten. Die beiden Koordinatorinnen des Hospizdiensts Ute Rodehorst und Nicole Friederichsen waren anwesend und dankten dem Kirchbauverein für sein Engagement. Der Hospizdienst benötige zum Erhalt des laufenden Betriebs etwa 20.000 Euro jährlich. Es sei nicht einfach, diese enorme Summe zusammenzubringen. Um so mehr freuten sich die beiden, dass diese musikalische Weltreise als fröhlicher Anlass dazu beitragen soll, die Finanznot zu lindern.
Und dann begann die Reise, fulminant mit einem Marsch von der Waterkant. „Fortune“ heißt der Marsch des ersten Chefs des Marinemusikkorps in Wilhelmshaven. Fortune bedeutet für den Seemann und Marineangehörigen, gesund und wohlbehalten wieder in den Heimathafen zu gelangen. Die Musik zog einen Bogen von der Zuversicht beim Auslaufen bis zur Wiedersehensfreude bei der Heimkehr. Tosenden Applaus gab es dafür. Das Polizeiorchester Niedersachsen hatte die Herzen der Kleinburgwedeler erobert.
Weiter ging es ins Nachbarland Frankreich, zur Ouvertüre der Operette „Orpheus in der Unterwelt“ von Jacques Offenbach. Und hier hatten alle Konzertbesucher das besondere Erlebnis: Dirigent Thomas Boger und seine Musiker schafften es, den Eindruck zu erwecken, Offenbach habe diese Ouvertüre extra für symphonische Blasorchester geschrieben.
Da vermisste niemand die Streicher in den getragenen Passagen, da wurde der rasante Cancan am Ende zum furiosen Erlebnis, die Tempi-Wechsel saßen auf dem Punkt, der Applaus dafür war grandios. Weiter ging es nach Tirol, zu den „Weißen Rosen“ aus Franz Zellers Operette „Der Vogelhändler“, weiter nach Ungarn zu Monti's Czardas und schließlich in die Neue Welt zu Porgie und Bess und dem König der Löwen.
Es folgten einige Evergreens, „Let it snow“, „Winter Wonderland“ bis zu Joe Cocker mit „You can leave your hat on“, Die Besucher waren hingerissen und dankten den Musikern mit nicht enden wollendem Applaus. Das Konzert war eine ausgesprochen gelungene und fröhliche Einstimmung auf die bevorstehende Adventszeit.