Polizeikommissariat legt Unfallstatistik für 2015 vor

Kriminalhauptkommissar Frank Bührmann hatte die beiden Hütchen mit einer weißen Linie verbunden. Sie war 14 Meter lang. Marion Grade aus Wettmar staunte nicht schlecht, als sie hörte, dass das genau die Strecke ist, die man bei 50 Stundenkilometer in einer Sekunde zurück legt.

Weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (hhs). Am Donnerstag legte das Polizeikommissariat Großburgwedel die Verkehrsunfallstatistik für das vergangene Jahr vor. Kriminalhauptkommissar Frank Bührmann zog ein insgesamt positives Fazit: „Wir haben deutlich weniger Verkehrsunfälle mit Personenschaden. Deren Zahl ist um 13 % auf insgesamt 122 Unfälle zurückgegangen. Der Rückgang bei den Unfällen mit toten oder schwerverletzten Personen ist ebenfalls um 30 % auf 15 Unfälle zurückgegangen“. Die Gesamtzahl aller Unfälle in der Gemeinde Isernhagen und der Stadt Burgwedel sei beinahe konstant zum Vorjahr geblieben. 1087 seien es in 2015 gewesen, einer weniger als im Vorjahr.
In der Stadt Burgwedel könne man keinen klassischen Unfallschwerpunkt mehr feststellen. Das liege daran, dass die beiden gefährlichen Kreuzungen an der Burgdorfer Straße mit Kreisverkehrsregelungen entschärft worden sind. In Isernhagen liege es auf der Hand, dass dort Unfallhäufungen in den großen Gewerbegebieten vorkommen.
Im vergangenen Jahr habe es im Gebiet der beiden Kommunen zwei Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang zu beklagen gegeben, ein Unfall weniger als im Vorjahr. Beide geschahen in Burgwedel. Am 18. Juli habe ein 82-jähriger Radfahrer von dem neuen Einkaufsmarkt kommende die K 119 zu überqueren versucht. Dabei übersah der ältere Herr einen aus Wettmar kommenden Opel Corsa, der ihn erfasste. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, verstarb aber dort am folgenden Tag infolge seiner schweren Verletzungen.
Der zweite Unfall mit tödlichem Ausgang geschah zwei Tage vor Heiligabend bei Einbruch der Dämmerung auf dem Würmseeweg. Der 39-jährige Fahrer eines Klein-Lkw befuhr den Würmseeweg in Richtung Westen. Aus ungeklärter Ursache kam der Wagen zunächst rechts von der Fahrbahn ab. Er geriet beim Gegenlenken über den linken Seitenraum und prallte von dort gegen einen Baum. Der Fahrer verstarb noch an der Unfallstelle.
Insgesamt wurden 129 Personen bei Verkehrsunfällen verletzt, 15 Personen erlitten schwere Verletzungen. 15 Fahrten endeten an einem Baum, bei 146 Unfällen war über die Straße ziehendes Wild der Verursacher. 146 Personen wurden bei den 1088 Unfällen leicht verletzt. 21 Mal waren Personen unter 14 Jahren an Unfällen beteiligt, 27 Mal Personen zwischen 18 und 25 Jahren, 24 Mal Personen über 65 Jahre. 25 Mal waren Fußgänger beteiligt, 41 Mal Radfahrer. Hier ging die Anzahl der Vorfälle um mehr als 46 % zurück. Auch die Zahl der Personenschäden bei den verunfallten Radfahrern sank um knapp 40 %.
Die Zahl der Unfallfluchten sei nahe zu gleich geblieben. 288 seien es gewesen, eine leichte Zunahme um gut 2 %. 124 Unfallfluchten haben die Beamten aufklären können. Besonders ärgerlich seien neun Unfallfluchten gewesen, bei denen Personen zu Schaden gekommen sind. Davon habe das Polizeikommissariat sechs Delikte aufklären können. Hauptunfallursachen seien 51 Vorfahrtmissachtungen, 38 Unfälle ereigneten sich bei Abbiegevorgängen, bei 30 war erhöhte Geschwindigkeit die Ursache, 24 Mal wurde verkehrtes Verhalten gegenüber Radfahrern als Ursache festgestellt. 17 Mal haben sich Radfahrer verkehrt verhalten, 16 Unfälle geschahen infolge von Alkoholgenuss und einer ging auf Drogenmissbrauch zurück.
In den kommenden Wochen werden die Beamten des Polizeikommissariats Großburgwedel sich um stärkere Sensibilisierung der Kraftfahrer auf die Gefahren der Benutzung eines Handys während der Fahrt kümmern. Immer häufiger werden Kraft- und Radfahrer dabei ertappt. „Wer einen Anruf während der Fahrt annimmt, der bewegt sein Fahrzeug gewissermaßen im Blindflug“, so Frank Bührmann. „Wenn der Fahrer nur eine Sekunde lang mit 50 Km/h fährt, legt er knapp 14 Meter zurück“. Dabei seien Unfälle vorprogrammiert.