Polizei macht Kinder fit

Zu Fuß marschierten die zukünftigen Erstklässler aus Thönse an der St. Petri Kirche vorbei in Richtung Ortsmitte, um vor der Grundschule Großburgwedel an der Ampel weiter zu üben. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Vorschüler üben die Teilnahme am Straßenverkehr

THÖNSE/BURGWEDEL (bgp). Die Vorschulkinder aus der Kindertagesstätte Thönse waren mit dem Bus zum Polizeikommissariat Großburgwedel gefahren, um mit Kontaktbeamtin Antje Schneider die Teilnahme am Straßenverkehr zu üben. In einer theoretischen und praktischen Übung vermittelte sie den Kindern dafür die wichtigsten Fertigkeiten in der Großburgwedeler Innenstadt.
„Wer entscheidet, wann ihr gehen dürft?“ fragte Schneider die aufgeweckte Kinderschar, die mit zwei Erzieherinnen und einem Vater gekommen war. „Die Ampel“ oder „Die Mama“ waren zwei Antworten, denen die Polizeibeamtin nur eingeschränkt zustimmte. Sie machte dem Nachwuchs klar, dass weder die Ampel noch andere entscheiden, wann sie die Straße überqueren.
Sie selbst müssten das entscheiden, jedoch erst nachdem sie sich ganz sicher seien, dass der Weg frei und die Fußgängerampel grün ist, betonte die Kontaktbeamtin. Nur dann sollten sie gehen, erklärte Schneider. Sie schärfte ihnen ein, sich nicht von Zurufen anderer ablenken zu lassen und sich immer selbst zu vergewissern, dass ein gefahrloses Überqueren der Fahrbahn möglich ist.
Die Polizeioberkommissarin arbeitet bereits seit vielen Jahren mit Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen zusammen. Ihren großen Erfahrungsschatz teilt sie altersgerecht aufbereitet mit den Kindern, die ihr begeistert zuhören. Manche der Vorschulkinder brachten am Übungstag schon etwas Routine im Verkehrsgeschehen mit und freuten sich, wenn sie eine richtige Antwort auf die Fragen der Beamtin parat hatten.
Nach der theoretischen Einführung auf dem Gelände des Polizeikommissariates ging es endlich los zu den praktischen Übungen. Im Gänsemarsch folgten die mit Warnwesten gekleideten Kinder der Kontaktbeamtin in knallgelber Jacke. Nach einer kurzen Einweisung überquerten die Kleinen jeweils zu zweit die Straße an der Fußgängerampel in Richtung Gartenstraße.
Der Fußmarsch führte die angehenden Verkehrsexperten durch den Küstergang an der Kirche St. Petri vorbei zur Ampelanlage vor der Grundschule, wo noch einmal geübt wurde. Lohn der Mühe ist ein Fußgängerführerschein, den die Vorschulkinder von der Polizei überreicht bekommen. Dieser enthält ein Bild des Kindes und bescheinigt, dass es richtig über den Zebrastreifen gehen und eine Straße mit Ampel überqueren kann ebenso wie eine Straße ohne diese Querungshilfen.
Im Sommer werden die beteiligten Kinder eingeschult und sind mit dieser Übung gut vorbereitet. Selbständigkeit steht für Antje Schneider hoch im Kurs, denn die späteren Grundschüler sollen in die Lage versetzt werden, sich ohne Hilfe im Verkehr zu bewegen und den Schulweg sicher zu bewältigen.
In Thönse gibt es eine Hauptstraße mit Zebrastreifen, die von vielen Kindern auf dem Weg zur Schule überquert werden muss. Dieses werden die angehenden Erstklässler in der kommenden Woche noch einmal vor Ort mit Antje Schneider üben, bis sie das Gefühl hat: „Es sitzt!“.