Politiker warfen einen Blick „hinter den Wasserhahn“

(v.l.) Andreas Kalix, Leiter der Abteilung Wassergewinnung, erklärte den SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Dr. Silke Lesemann sowie dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Jochen Rödiger, die Abläufe im Wasserwerk Fuhrberg. (Foto: Dana Noll)

Rundgang und informative Gespräche im Wasserwerk Fuhrberg

BURGWEDEL/FUHRBERG (dno). Im Rahmen ihrer Sommertour besuchten die SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Dr. Silke Lesemann sowie der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Jochen Rödiger das Wasserwerk in Fuhrberg. Hier zeigten sich die Politiker interessiert an den Abläufen zur Trinkwasserversorgung in der Region.
„Ein Tropfen Regenwasser braucht 30 Jahre um hier her zu gelangen, das entspricht einer Strecke von nur 300 Metern im Jahr“, so Andreas Kalix, Leiter der Abteilung Wassergewinnung. Niedersachsen ist ein wasserreiches Gebiet. Die Wasserwerke Fuhrberg und Elze-Berkhof liegen mit 30.000 Hektar Fläche inmitten des größten zusammenhängenden Wasserschutzgebietes in Norddeutschland, eine kleinere Anlage befindet sich noch in Grasdorf. Um die Qualität zu sichern, sind zahlreiche, koordinierte Abläufe in den Werken notwendig.
Zum Abschluss ihrer diesjährigen Sommertour ging es daher für die SPD-Landtagsabgeordneten Marco Brunotte und Dr. Silke Lesemann sowie den SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Jochen Rödiger in das Wasserwerk nach Fuhrberg. Hier bekamen sie von Andreas Kalix, dem Leiter der Abteilung Wassergewinnung, einen interessanten Einblick in die Welt „hinter dem Wasserhahn“. Seit 1959 ist der Standort Fuhrberg einer der Hauptstützen für die Versorgung in der Region Hannover. Etwa 700.000 Menschen werden versorgt, täglich mit über 45,3 Millionen Kubikliter Wasser – das entspricht der Größe des Steinhuder Meeres! 70 Mitarbeiter in den drei Standorten sorgen für einen reibungslosen Ablauf. 94 Prozent des Wassers wird selbst gewonnen, der Rest kommt aus dem Harz. Ein Rohrnetz aus über 2.200 Kilometer langen Leitungen verteilt sich in der Stadt.
Zahlreiche Filter- und Aufbereitungsprozesse sind notwendig, um aus dem aufgefangenen Niederschlag qualitativ hochwertiges Trinkwasser zu machen. Bei dem Rundgang zeigte sich den Gästen sehr deutlich, wie vielschichtig und langwierig die Vorgänge im Wasserwerk sind und wie wichtig die Ressource für die Region ist.
„Seit 2000 sinkt der Wasserverbrauch, besonders bei der Industrie ist ein großer Rückgang zu beobachten. Obwohl es derzeit stagniert, ist der Trend zum Wassersparen nicht vorbei, nur das Potential wird natürlich kleiner“, so Kalix. Auch Klimawandel oder extreme Wetterwechsel stellen keine Gefahr für die Versorgung dar. Marco Brunotte interessierte sich für die Sicherheitsstandards bei möglichen Angriffen auf die Grundwasserversorgung. Auch da konnte Andreas Kalix Entwarnung geben: „Es gibt zahlreiche Notbrunnen in der Stadt, diverse Schutzeinrichtungen und eine Rund-um-die-Uhr-Besetzung gewährleisten eine optimale Versorgung und stellen keine Gefahr für den Prozess dar.“