Parteien diskutierten mit dem ADFC über Burgwedeler Radwege

Die Vertreter der Parteien präsentierten ihre Antworten zum Thema: „Radverkehr in Burgwedel“. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Der Fahrradclub wünscht eine bessere Infrastruktur für Radler

GROSSBURGWEDEL (bgp). Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Burgwedel lud im Vorfeld der Kommunalwahlen Vertreter der kandidierenden Parteien zu einer öffentlichen Diskussion über den „Radverkehr in Burgwedel“ ein. Zuvor hatten diese einen Fragenkatalog zum Thema erhalten, deren Antworten sie am Donnerstagabend präsentierten.
Jochen Rödiger (SPD) betonte, dass seine Partei für die Entwicklung eines Radverkehrskonzeptes plädiere, das die vielfältigen Verkehre wie Alltags-, Schul- und Freizeitverkehr berücksichtigt.
Die Ausarbeitung eines schlüssigen Konzeptes sei wichtig: „Es geht kein Weg daran vorbei, dass wir das in der Verwaltung machen müssen“. Das Thema „Radwege in Burgwedel“ betreffe eine große Gruppe, hielt Heinz Heinicke (CDU) fest und wies darauf hin, dass die Stadt Burgwedel vorrangig die stadteigenen Wege unterhalten müsse, andere jedoch nicht in ihren Aufgabenbereich fielen.
Ewald Fette von den Grünen sieht ein Radwegekonzept, das mit dem ÖPNV optimal vernetzt werden solle, als beste Lösung an. Ladestationen für E-Bikes sowie die Schaffung eines angemessenen Raumes für Radler durch Radwege und Schutzstreifen stehen ebenfalls auf Wunschliste der Grünen. Die Finanzierung betreffend, plädieren die Grünen dafür, erforderliche Mittel im Haushalt 2016 bereitzustellen.
In diesem Punkt begrüßt die FDP grundsätzlich eine Zusammenfassung der Ausgaben für die Burgwedeler Radwege und deren Ausbau, Instandhaltung und Pflege, stellte jedoch die Frage, inwieweit dieses im Haushaltsplan dargestellt werden könne. Das solle das Amt für Finanzen und Gebäudewirtschaft beurteilen. Den Radverkehr betrachtet die FDP als Teilaufgabe eines Integrierten Stadtentwicklungs-Konzeptes (ISEK).
Grundsätzlich wünschten sich alle Parteien den Ausbau und die Optimierung des Radwegenetzes, unterschieden sich darin lediglich in Punkten der Finanzierung oder der Umsetzung von Förderprojekten.
Sowohl die Radfahrer aus dem Publikum als auch die Parteivertreter waren unterschiedlicher Auffassung, ob Mittel für ein extern zu vergebendes Radverkehrskonzept bereitgestellt oder besser direkt für Einzelmaßnahmen verwendet werden sollten.
Einem Beitritt Burgwedels in die Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK), um eine Zertifizierung als fahrradfreundliche Kommune zu erhalten, standen die meisten positiv gegenüber.
Dr. Steffen Timmann vom ADFC war sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Veranstaltung: „Alle haben etwas gelernt.“. Timmann sieht in den Bestrebungen der Verwaltung, das Radwegenetz an den Schulen zu überprüfen und entsprechende Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zu ergreifen, einen wichtigen Schritt in Richtung eines schlüssigen Radwegekonzeptes.
Die Politiker hätten außerdem Bereitschaft signalisiert, sich in der kommenden Wahlperiode eingehend mit dem Thema zu beschäftigen, so Timmann.