Ottilie Vasque feierte ihren 102. Geburtstag

Ottilie Vasque nimmt die Glückwünsche von Land und Region entgegen, die die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde überbringt. (Foto: Renate Tiffe)

Festliche Feier mit Familie und Weggefährten

KLEINBURGWEDEL (ti). Im roten Kostüm und voller Freude präsidiert sie der langen Geburtstagstafel im Kleinburgwedeler Café Conrad. Mehr als 30 Gäste sind zu dem festlichen Anlass erschienen: die Familie und befreundete Weggefährten aus ihrem langen Leben. Ottilie Vasque feierte ihren 102. Geburtstag.
Länger als bei solchen Anlässen üblich unterhält sich Bürgermeister Dr. Hendrik Hoppenstedt mit der hochbetagten Jubilarin, der zum Gratulieren kam. Und voller Aufmerksamkeit nimmt Ottilie Vasque die Urkunde und die Glückwünsche von Land und Region entgegen, die die stellvertretende Regionspräsidentin Doris Klawunde überbringt.
Ottilie Vasque ist nicht die einzige Bürgerin Burgwedels, die das Geburtsjahr 1910 im Pass stehen hat. Außerdem ist sie eine Neuzugezogene. Erst Ende vergangenen Jahres, als nach einem Krankenhausaufenthalt das Leben in ihrer Wohnung in Hannover-Limmer für sie zu beschwerlich wurde, ist sie in das Seniorenheim „Lindenriek“ in Kleinburgwedel eingezogen.
76 Jahre lang hat die gebürtige Hannoveranerin in der Wohnung in Limmer gelebt, die sie frisch verheiratet mit ihrem Mann bezogen hatte. Die Tochter Helga Stehmann, wurde dort geboren, jetzt in Fuhrberg lebend, und ihrerseits Mutter einer Tochter und eines Sohnes mit mittlerweile drei Enkelkindern, Urenkeln von Ottilie Vasque.
Einen aufregenden Tag hat die Jubilarin bereits hinter sich, „seit morgens um acht Uhr“, wie sie vermerkt. Nach dem ausgiebigen Geburtstagsfrühstück im Haus hatte es Besuch vom Pfarrer aus der früheren Kirchengemeinde gegeben und mancher Überraschungsgast sei dazu gekommen.
Eine Freundin sitzt Ottilie Vasque zur Rechten, mit der sie lange beim Sport im Turnklub Hannover zusammen war und mit der sie später noch viel gewandert ist. Der Sport sei immer wesentlich für sie gewesen, sagt sie. Die Großmutter sei überall dabei gewesen, ergänzt die Enkeltochter, auch bei der Jagd, die ihr Großvater liebte.
Gegenüber am Tisch sind Sofia und Ilknur neugierig, auf das, was noch kommen wird. Mit den beiden Schülerinnen aus dem gemeinsamen Projekt von Lindenriek und Realschule hat sich die Seniorin bereits angefreundet. Auch bei den anderen Aktivitäten des Hauses sei sie stets dabei, wird betont.
Ist dies das Geheimnis eines so langen Lebens, das Leben eben so anzunehmen, wie es ist, ohne Wenn und Aber? Oder sind es vielleicht die gesunden Gene? Die Enkeltochter, darauf angesprochen, ob sie auch so alt werden möchte wie ihre Großmutter antwortet spontan: wenn ich geistig und körperlich so fit wäre, gerne.