Ortswehr Engensen bangt um die Zukunft ihres Musikzuges

Wenn sich niemand findet, der den Musikzug der Ortswehr Engensen unterstützen möchte, sind die Zukunftsaussichten finster: Nur die Stehengebliebenen bleiben in diesem Jahr noch bei der Musikabteilung. (Foto: Hans Hermann Schröder)
 
Zwei ehemalige Mitglieder der eigenen Jugendwehr konnte Ortsbrandmeister Uwe Balke am Samstagabend für den aktiven Dienst verpflichten: Merle Dorbandt und Jan Stolzenberg. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Das neue Tanklöschfahrzeug hat sich im Einsatz bewährt

ENGENSEN (hhs). Am vergangenen Samstag hatte die Freiwillige Feuerwehr Engensen zu ihrer Jahreshauptversammlung in die Mehrzweckhalle eingeladen. Beinahe bis auf den letzten Platz war die Halle gefüllt, was sicherlich auch daran liegt, dass das gemeinsame Essen gleich zu Beginn der Sitzung gereicht wurde. Im Anschluss hielten die Gäste ihre Grußworte.
Für die Stadt Burgwedel ergriff der stellvertretende Bürgermeister Heinz Visel das Wort. In guten wie in schlechten Zeiten wünschte er den Mitbürgerinnen und Mitbürgern der Ortschaft Engensen ausreichend idealistische Männer, die immer bereitstehen zu Brandbekämpfung, Rettung und Hilfeleistung. Er bedankte sich bei der Ortswehr, deren Wünsche immer angemessen und maßvoll gewesen seien.
Ortsbürgermeister Friedhelm Stein hob die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr Engensen für die Dorfgemeinschaft hervor. Er erinnerte an das Weihnachtsfest, bei dem mit Hilfe der Ortswehr zum ersten Mal ein Gottesdienst auf dem Dorfplatz gehalten werden konnte. Ein großer Erfolg, den der Ortsbürgermeister wiederholen möchte. Auch der „Brückenschlag“ über die Wulbeck Richtung Schillerslage wäre ohne die Mithilfe der Feuerwehrkameraden nicht zu erledigen gewesen.
Lothar Urban, Stadtratsmitglied und Vorsitzender des Feuerschutzausschusses, bezeichnete die Dorfgemeinschaft aller Engenser Vereine als etwas Besonderes und sprach dann die Kameraden direkt an: „Mit Euch Feuerwehrkameraden ist das etwas anders. Ihr seid für andere, Eure Mitbürgerinnen und Mitbürger, da, Ihr sorgt bei allen für ein Gefühl der Sicherheit. Das lässt sich die Stadt Burgwedel was kosten. Und wir werden die Wehren weiter ausrüsten“.
Der Regions-Abschnittsleiter Horst Holderith dankte den Engensern für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Insbesondere der Hochwassereinsatz einiger Kameraden dieser Wehr habe ihn beeindruckt.
Besondere Beachtung findet immer der Bericht des Ortsbrandmeisters. Uwe Balke machte es kurz: Die Wehr habe 324 Mitglieder, davon 30 Aktive, 19 Musiker, 26 Passive, 14 Jugendfeuerwehrleute, 16 Kleinlöschmeister und 219 fördernde Mitglieder. Acht Einsätze im vergangenen Jahr sei eine normale Zahl, wie er sagte. Drei Brandeinsätze, zwei technische Hilfeleistungen, ein Fehlalarm und drei Brandsicherheitswachen. Dabei habe sich das neue Fahrzeug, für das er sich noch einmal ausdrücklich beim Vorsitzenden des Feuerschutzausschusses bedankte, schon sehr bewährt. Schon beim ersten Einsatz, einem Flächenbrand, habe sich gezeigt, dass der Tank und damit auch die Mehrkosten dafür, schon ihre Berechtigung hätten.
Im Zuge der Herbststürme sei die Wehr zweimal zum Baumfällen ausgerückt. Als sie an den Einsatzorten ankam, hatten die Anlieger schon ihre eigenen Motorsägen in Gang gesetzt. „Wir mussten nichts tun. Die Leute haben sich ihr Brennholz selbst gesägt“, schmunzelte er. „Geht also doch“, fügte Balke bei ...
Zwei Löschgruppen betreiben in Engensen ihren Arbeits- und Übungsdienst. Darunter sind Geräteerhaltung, Wasserstellenkontrolle, Teilnahme an überörtlichen Veranstaltungen wie Atemschutztraining, UVV-Belehrung, Lehrgangsbesuche an der FTZ Burgdorf und Celle. Dazu kommen kameradschaftliche Veranstaltungen wie Osterfeuer, „Alter Löschbezirk“, Florianstag, Laternenumzug. Volkstrauertag, Nikolauskonzert und die Jahresabschluss-Wanderung.
Der Feuerwehrmusikzug besteht aus 19 Musikerinnen und Musikern, hat 41 Übungsabende in 2013 hinter sich und elf Auftritte im Bereich des Feuerwehrwesens sowie weitere sechs zur Brauchtumspflege geleistet.
Positive Bilanz auch in der Nachwuchsarbeit: 14 Jugendliche werden innerhalb der Jugendwehr ausgebildet, 16 sind es bei den Kleinlöschmeistern. Für beide Altersgruppen werden Fahrten zum Bowling, Zeltlager, Schwimmen und feuerwehrtechnischer Dienst angeboten. Im vergangenen Jahr wurden drei Musiker und ein förderndes Mitglied in die Wehr aufgenommen.
Dann folgten die Ehrungen: Für 40 Jahre aktiven Dienst erhielten Peter Krenn, Heinrich Lindemann, Rainer Niemeyer und Hans Bernhard Hölling Urkunden und Medaillen. Für 25 Jahre erhielt Diana Kohlscheen die Auszeichnung. Jürgen Asseburg erhielt die Ehrennadel in Gold mit Diamant für 50-jährige Tätigkeit im Feuerwehrmusikzug. Für zehn Jahre bei der Feuerwehrmusik gab es die Ehrennadel in Bronze für Heiner Hoppe, Johans Hoppe, Maximilian Schrader und Marcel Bärtling.
Befördert wurden Timo Barth, Uwe Borkowitz, Bryan Chlouba und Benedict Graßhof. Alle vier sind jetzt Hauptfeuerwehrmänner. Zum Schluss verpflichtete Ortsbrandmeister Uwe Balke noch zwei Mitglieder aus der eigenen Jugendwehr als aktive Kameraden: Merle Dorbandt und Jan Stolzenberg .
Unter dem Punkt „Verschiedenes“ meldete sich ein Mitglied des Musikzuges zu Wort. Heinrich Wieckenberg bat seine Musikerkameraden aufzustehen. Dann forderte er diejenigen von ihnen auf, die seit vergangenem Jahr nicht mehr regelmäßig teilnehmen können, sich zu setzen. Schließlich bat er die anderen, die im gerade begonnenen Jahr den Musikzug irgendwann verlassen müssen, sich ebenfalls zu setzen.
Nur sechs Musiker standen noch, zu wenig, um die Existenz des Musikzuges der Freiwilligen Feuerwehr Engensen weiterhin nachhaltig sicherstellen zu können. Dann formulierte der Ortsbrandmeister einen eindringlichen Appell an alle Engenser Bürger: Wer ein Musikinstrument spielen kann oder dies lernen möchte, gleichgültig ob „Groß oder Klein“, ist herzlich eingeladen den Musikzug zu verstärken.