Ortsrat Großburgwedel will vier Bebauungspläne ändern

Bauamtsleiter Niclas Gutzler erläuterte dem Ortsrat Großburgwedel die inhaltliche Bedeutung der Bebauungsplanänderungen. (Foto: Hans Hermann Schröder)

Innerörtliche Verdichtung anstelle von Landschaftsverbrauch

GROSSBURGWEDEL (hhs). Der Ortsrat Großburgwedel hatte sich am Donnerstag zu seiner letzten, gewissermaßen vorweihnachtlichen Sitzung dieses Jahres im Amtshof getroffen. Die Ortsratsdamen und -herren waren beinahe alle anwesend, doch es blieben viele Stühle frei an diesem Abend: Nur vier Besucher hatten ihren Weg in die Sitzungslokalität gefunden, zwei Großburgwedeler Mitbürger und zwei Journalisten.
Das war kaum verwunderlich, denn das neue Mahnmal, der beherrschende Juckepunkt der Ortsratssitzungen der vergangenen Jahre, ist aus der politischen Diskussion. Nun wendet man sich den Dingen zu, die eher zukunftsorientiert sind und die weitere Entwicklung der Ortshaft Großburgwedel betreffen: den Bebauungsplänen. Drei Änderungen von Bebauungsplänen standen an diesem Abend auf der Tagesordnung.
Zunächst diskutierte der Ortsrat die zweite Änderung des Bebauungsplans Nr. 126 „Westlich der Meineworth“. Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller und der Leiter des Bauamts der Stadt Burgwedel erläuterten die Hintergründe dieser Änderung. Vom gesamten Geltungsbereich des B-Plans Nr. 126 soll nur der Teil verändert werden, auf dem der Lebensmitteldiscounter Aldi und das Hotel Kokenhof ihren Geschäften nachgehen. Beide planen für die Zukunft, ihre Gebäude zu erweitern. Aldi wolle, so Gutzler auf Nachfrage, sein Marktgebäude an einer Giebelseite verlängern und würde dann die Längenvorgaben der im jetzt geltenden B-Plan um etwa zehn Meter überschreiten. Zugelassen sind nun knapp 50 Meter, in einer Front, ein gängiger Wert in der in diesem Gebiet definierten „offenen Bauweise“. Das Hotel Kokenhof will sich mit dem Anbau eines Tagungsgebäudes zukunftsfähig machen. Unter der Hand war zu hören, dieser Anbau solle eine Kapazität von 350 Plätzen erhalten. Der Ortsbürgermeister sah keine Gründe, die gegen diese Änderung sprechen könnten. Die beiden Grundstücke lägen im Außenbereich und beide seien groß genug für die Vorhaben. Der Ortsrat sprach sich einstimmig für die B-Planänderung aus.
Dann stand als nächster Punkt die B-Planänderung Nr. 26 „Südwestlich Hannoversche Straße“ an. Die Grundstücke hier südlich des Zentrum Großburgwedels zwischen Gartenstraße und Hannoverscher Straße im rückwärtigen Raum gelegen sind nach hinten hin sehr lang geschnitten. Hier haben nun Anlieger Interesse bekundet, ihre Grundstücke für eine weitere Bebauung vorzuhalten. Dem wolle die Verwaltung nicht im Wege stehen, so Niclas Gutzler. Die Anlieger müssten Planungssicherheit haben. Außerdem sei es sinnvoll, den Bedarf an Bauland zunächst durch innerörtliche Verdichtung der Bebauung zu kompensieren. „Jeden Tag werden in Deutschland etwa 90 Hektar Wiesen für Bauland verbraucht“. Der Ortsrat stimmte auch hier einstimmig für die Änderung. Noch bestehende Probleme wie Brandschutz und Zufahrtswege sollen noch im Bauausschuss diskutiert werden.
Letzte B-Planänderung an diesem Abend betraf das Gebiet „Südlich Osterwiesen“. Hier besteht gegenwärtig das Problem, dass ein Teil der Grundstücke dort in den Geltungsbereich zweier B-Pläne mit unterschiedlichen Bauvorgaben liegt. Dem B-Plan „Südlich Osterwiesen“ in der jetzt noch geltenden Fassung liegt die Baunutzungsverordnung von 1977 zugrunde, im direkt angrenzenden B-Plan „Burgdorfer Straße Nordost“, die noch aktuelle Baunutzungsordnung von 1990. Nun soll die aktuelle Baunutzungsverordnung auch für den betroffenen Bereich in „Südlich Osterwiesen“ gelten.
Die wesentlichen Änderungen für die Hauseigentümer: „Durch die Anwendung der aktuellen Baunutzungsverordnung (BauNVO) können ausnahmsweise auch Anlagen für soziale sowie gebietsbezogen auch für kirchliche, kulturelle, gesundheitliche und sportliche Zwecke zugelassen werden, und es wird klargestellt, dass Wohngebäude für die Betreuung und Pflege ihrer Bewohner zulässig sind. Flächen für Garagen und Stellplätze mit ihren Zufahrten, Nebenanlagen und unterirdische bauliche Anlagen sind bei der Ermittlung der Grundfläche nach der BauNVO 1990 entgegen der früheren Fassung mitzurechnen; durch sie darf die festgesetzte Grundflächenzahl um bis zu 50 Prozent überschritten werden.“