Ortsfeuerwehr Wettmar fängt kranken Kranich im Hastbruch

Der Vogel ließ die Feuerwehrkameraden so nahe herankommen, dass sie ihn problemlos einfangen konnten, ohne Fluchtversuch oder Gegenwehr.
 
Der Zugriff erfolgte blitzschnell. Im Anschluss brachten die Feuerwehrkameraden den Kranich in die TiHo Hannover.

Großvogel wurde in die TiHo-Hannover gebracht

WETTMAR (hhs). Seit Sonntagmorgen stand ein offenbar kranker Kranich im Hastbruch östlich der Wulbeck. Der Vogel befand sich nahe des Hauptdamms, erhob sich ab und an und und lag dann wieder in der sengenden Sonne. Im hohen Gras schaute er kaum aus dem Bewuchs heraus.
Radfahrer und Spaziergänger bewegten sich dort am vergangenen Sonntag. Viele bemerkten den Vogel und schließlich war einer der Passanten stutzig geworden. Mit dem Kranich konnte irgendetwas nicht stimmen. Er konnte sich zwar langsam fortbewegen, tat sich aber immer häufiger im Gras nieder.
Es lagen etwa 50 Meter zwischen dem Vogel und den Beobachtern. Die natürliche Fluchtdistanz zu Menschen beträgt bei der Art eigentlich etwa 200 Meter. Wieder zu Hause benachrichtigte der Passant den NABU Burgwedel.
Die Vogelfachleute des NABU schauten sich den Vogel aus einiger Entfernung an. Er habe sich in einem schlechten Zustand befunden. Aus der Entfernung habe man äußerliche Verletzungen nicht feststellen können, erläuterte der ehemalige NABU-Vorsitzende Horst Hagenberg den allgemeinen Eindruck.
Der Kranich müsse unbedingt zunächst eingefangen und anschließend medizinisch versorgt werden. Am Sonntag ließ sich auf die Schnelle aber keine „flotte Mannschaft rekrutieren“, die in der Lage gewesen wäre, den Großvogel einzufangen.
Da der NABU selbst wollte aber auch nicht eigenmächtig entscheiden, was mit dem Kranich nun geschehe. Der besondere Schutzstatus für diese Art lasse eigentlich das Einfangen nicht zu.
Am Montag wurde der Umweltkoordinator der Stadt Burgwedel, Malte Schubert, herbeigerufen. Auch der Naturschutzbeauftragte der Region Hannover, Paul Heinz Hille war vor Ort. Er entschied, den Kranich einzufangen. Die Freiwillige Feuerwehr Wettmar kam mit vier Kameraden, einer großen Wolldecke und einem großen Plastiksack, um den Kranich bei Erfolg der Aktion dann umgehend in die Tierärztliche Hochschule Hannover zu bringen.
Man ging nach Plan vor: Ortsbrandmeister Karsten Weigt und zwei Kameraden sollten den kranken Vogel von hinten mit der Decke angehen und nach Möglichkeit seine Flucht verhindern. Paul Heinz Hille bemühte sich, den Kranich vom Hauptdamm aus von seinen Häschern abzulenken. Alles verlief nach Plan, nur der Vogel reagierte anders als erwartet.
Er schaute seinen Häschern in die Augen, machte keinen Fluchtversuch und auch keine Gegenwehr. Nur als die Feuerwehrkameraden ihn in der Wolldecke einwickelten, schlug er dreimal mit einem Flügel.
Karsten Weigt und Kameraden verfrachteten den Kranich vorsichtig in den Kunststoffsack und trugen ihn zum Einsatzfahrzeug. Der Vogel lag apathisch in dem Behältnis mit dem Kopf auf dem Boden abgelegt und ließ alles weitere über sich ergehen. Dann begann die Fahrt nach Hannover. Viel Hoffnung darauf, dass der Kranich noch gerettet werden kann, hatten Hille und Schubert nicht. Es konnten zwar keine äußerlichen Verletzungen festgestellt werden, aber der Allgemeinzustand war bedenklich. Derzeit liegen noch keine weiteren Aussagen der Tierärztlichen Hochschule vor.