Ortsbesichtigung: vom Klärwerk zur Pumpstation

Der Ortsrat Engensen besichtigte die neue Anlage. (Foto: Renate Tiffe)

Engensens Ortsratsmitglieder begutachten die neue Anlage

ENGENSEN (ti). Die alte Kläranlage am Kiebitzweg in Engensen hat ausgedient. Auf dem Platz sind jetzt neben dem großen ovalen Becken, das leer steht, zwei tiefe runde Behälter mit einem Schaltkasten zu sehen.
Grund genug für den Ortsrat, sich in der vergangenen Ortsratssitzung genauer über das Funktionieren der neuen Anlage zu informieren. Da es sich um eine öffentliche Sitzung handelte, waren auch Einwohner aus dem Dorf anwesend.
„Vom Klärwerk zur Pumpstation“ fasste Engensens Ortsbürgermeister Friedhelm Stein kurz und bündig die Entwicklung zusammen, die mit der Inbetriebnahme des neuen Klärwerks in Großburgwedel Ende des Jahres 2012 für alle Ortsteile vonstattengegangen ist.
Wie überall war auch in Engensen mit dem Wachsen des Dorfes die alte Kläranlage an den Rand ihrer Kapazitäten gelangt. Jetzt gebe es wieder Luft für steigende Einwohnerzahlen, erklärte Oliver Götze von der Stadtverwaltung. Auf einer großen Karte zeigte er die Trassenführung für die Transportleitungen, die die Stationen von Engensen, Thönse und Wettmar mit der zentralen Kläranlage in Großburgwedel verbindet. Damit werde es jetzt Anschlussmöglichkeiten für 2.000 Haushalte geben, sagte Götze.
Da es sich im Dorfkern Engensens um ein Mischwassergebiet handelt, werden die Zuflüsse bei Regen mehr oder weniger stark verdünnt. Eine der insgesamt drei Pumpen läuft ständig. Bei normalem Regen tritt die zweite in Aktion, bei außergewöhnlichen Regengüssen die dritte, wobei das Schmutzwasser dann schon stark verdünnt ist und notfalls noch in einen Graben abgeleitet werden kann.
Götze wies auch auf noch verbleibende Inhaltsstoffe hin (Phosphate u.a.), deren Werte sich deutlich verbessert haben. Auf die Einlassungen eines Einwohners, dass es mit der Verdünnung im Graben manchmal nicht so weit her sei und dass es sich bei den gemessenen Werten lediglich um die chemischen Inhaltsstoffe, nicht aber um die biologischen handele, ging Götze gesondert ein. Beim Burgwedeler Klärwerk handele es sich um eine moderne Anlage nach neuestem Stand, bemerkte er. Für alle Eventualitäten vorzusorgen, erfordere einen zu großen Aufwand.
Der Ortsrat hatte sich per Fahrrad zur Kläranlage aufgemacht. Auf dem Rückweg wurde u.a. auch das Regenrückhaltebecken am Adolf-Homeyer-Weg in Augenschein genommen. In den Neubaugebieten wurde das Mischwassersystem aufgegeben. Das Regenwasser soll jetzt im wesentlichen auf den Grundstücken versickern. Das sei bei dem hiesigen Sandboden kein Problem, meinte Stein.
In der Verwaltungsstelle angelangt, waren vom Ortsrat noch andere Tagesordnungspunkte abzuarbeiten. Die CDU hatte beantragt, die Fahrradtour jedes Jahr einzuplanen. Nach kurzer Diskussion entschied sich der Ortsrat zuzustimmen, allerdings nur bei wirklichem Bedarf für eine Besichtigung.