Ortrud Wendt verabschiedete sich als Ratsvorsitzende in Burgwedel

Die bisherige Vorsitzende des Rates der Stadt Burgwedel, Ortrud Wendt am Rednerpult neben Bürgermeister Axel Düker. (Foto: Renate Tiffe)

Ein Beitrag von Renate Tiffe - In der letzten Ratssitzung der zu Ende gegangenen Wahlperiode

GROSSBURGWEDEL (ti). Der nächste Rat der Stadt Burgwedel konstituiert sich am 1. November. Die letzte Sitzung der vergangenen 9. Wahlperiode war nicht nur geprägt durch die feierliche Entlassung von 13 Ratsmitgliedern aus ihren Verpflichtungen. Auch die Ratsvorsitzende, die Christdemokratin Ortrud Wendt, wurde aus ihrem hohen Amt verabschiedet.
Ortrud Wendt gestaltete ihren Abgang auf ihre Weise, indem sie die elf Punkte der Tagesordnung Punkt für Punkt abhandelte – nicht ohne Blick auf das zahlreiche Publikum aus Zuhörern und Gästen, die zu dem feierlichen Anlass erschienen waren.
Sie ließ die Ausschussvorsitzenden wie üblich berichten, um einen Einblick in die Ratsarbeit der letzten Monate und Wochen zu gewähren. Bemerkenswert, dass aus dem Finanzausschuss ein „Liquiditätsanstieg“ auf 20,4 Millionen Euro gemeldet werden konnte.
Die Änderung des Bebauungsplanes „Mühlenfeld“ in Wettmar musste endgültig beschlossen werden. Und dann lagen noch die „Neuregelung der Umsatzbesteuerung der öffentlichen Hand“ zur Beschlussfassung an und „die Anwendung der Gemeindehaushaltskassenverordnung“.
Zu sperrigen Tagesordnungspunkte dieser Art, zog es Ortrud Wendt vor, den Finanzchef der Stadtverwaltung, Christian Möhring, um eine kurze Erläuterung zu bitten. Ob die verständlicher für das erwartungsvolle Publikum war?
Die Ratsvorsitzende kommentierte: „Das ist das Schwarzbrot, das Ratsleute Sitzung für Sitzung auch kauen müssen. Wenn wir nicht darüber entscheiden, tut es keiner“. Für die anschließende Einwohnerfragestunde gab es keinen Bedarf.
Fünf Jahre lang hatte die Großburgwedelerin dem Rat angehört. Für sie war es nur einer der ehrenamtlichen Posten, für die sie sich engagiert. Die Diplomökonomin, verheiratet und Mutter zweier Kinder, bekleidet außerdem eine Position in der Landesmedienanstalt und ist in der Landessynode der evangelischen Kirche vertreten – Ämter, denen sie sich in Zukunft mehr widmen möchte.
„Wer sich engagiert macht von seiner Freiheit Gebrauch“ zitierte sie am Ende ein Wort des früheren Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche Deutschlands, Wolfgang Huber.
„Wir haben es alle gerne gemacht und wir werden es auch weiter tun“, resümierte sie und setzte sich demonstrativ auf den freien Platz bei der CDU-Fraktion. „Von diesem Stuhl habe ich fünf Jahre lang geträumt“, bekannte sie unter dem langanhaltenden Beifall ihrer Ratskolleginnen und -kollegen. Ihr Platz bei den Ratssitzungen war stets das Rednerpult gewesen.
„Einmal ist es Ihnen nun doch gelungen“, begann Axel Düker launig seine Dankesrede. Er würdigte die besonderen Verdienste der Ratsvorsitzenden, die alle Sitzungen selbst geleitet hatte. Und das in einer Mischung aus „Witz, Charme, Genauigkeit und bei Bedarf auch mal mit Strenge“, wie der Bürgermeister hervorhob. Ortrud Wendt hinterlässt große Fußstapfen für ihre Nachfolger.