Orient und Okzident im harmonischen Gleichklang

Friederike und Hubertus von Krosigk stellten das Spiel um die Liebe sinnlich dar. (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Interpretation des Bibeltextes „Das Hohe Lied der Liebe“

BURGWEDEL (bgp). Im nahezu voll besetzten Saal des Amtshofes konnten die Zuschauenden einen Genuss der besonderen Art erleben. Regine Gresbrand hatte im Rahmen einer Benefizveranstaltung zugunsten der Initiative Kunst und Kultur für Kinder das Ensemble Theatrum nach Burgwedel geholt.
"Das Hohe Lied der Liebe" bot eine Mischung aus Theaterspiel, Musik und Tanz, die ihr Publikum so sehr faszinierte, dass über die gesamte Spielzeit aufmerksame Stille herrschte. Der Nachmittag im Amtshof richtete sich dieses Mal gezielt an Jugendliche und Erwachsene, es fanden sich jedoch hauptsächlich ältere und einige wenige junge Menschen im Publikum.
Regine Gresbrand betonte in ihrer Ansprache, dass man sich „hier als interkulturelle Gemeinschaft" verstehe und begrüßte dazu Mazen Saleh, der den Bibeltext des 1. Korintherbriefes, die Basis der Handlung des Stückes, ins Arabische übersetzt hatte. Mazen Saleh übernahm mit Vahid Shahidifar vom Ensemble Theatrum gemeinsam die Einleitung des Stückes auf Arabisch und Deutsch. Sie brachten damit dem Publikum den warmen Klang beider Sprachen nahe.
Friederike von Krosigk, Gründerin und Leiterin des Ensembles Theatrum, hatte mit der Interpretation des etwa 3000 Jahre alten Bibeltextes eine Inszenierung geschaffen, die die Jahreszeiten der Liebe vom ersten zarten Erwachen bis zu ihrer sinnlichen Entfaltung in sensibler Weise darstellte. Eva Gerlach intonierte am Klavier die Welt des Okzidents im Wechselspiel mit Vahid Sahidifar, der den orientalischen Part an der Santur, einem klassischen persischen Saiteninstrument, übernahm. Durch die Überlagerung der Musikstücke wurde deutlich, wie sehr beide Welten harmonieren und die Sprache der Liebe universell ist.
Das dreigeteilte Bühnenbild, an den Seiten versehen mit einem Baum als Symbol für die Jahreszeiten der Liebe und einem Wüstenbild in der Mitte, bestach durch die warme Beleuchtung und effektvoll eingesetzte Projektionstechnik, die das zeitweise Schattenspiel dahinter zur Geltung brachte. Friederike und Hubertus von Krosigk stellten mit Gesang, Tanz und Worten das „Hohelied der Liebe“ in anschaulicher Weise dar.
Besonders beeindruckend unterstrich Friederike von Krosigk einige Tanzeinlagen mit Kastagnetten, die ihre Wirkung beim Publikum nicht verfehlten. Anhaltender Applaus zeugte von großer Begeisterung der Besucherinnen und Besucher, die im Anschluss an die Veranstaltung rund 800 Euro zugunsten der Initiative Kunst und Kultur für Kinder spendeten.