Neujahrsempfang mit Polit-Profi Wolfgang Kubicki

Der prominente Gastredner Wolfgang Kubick sorgte beim Neujahrsempfang der FDP für einen wahren Besucheransturm. (Foto: Renate Tiffe)

Großer Gästeandrang bei dem Liberalen in Isernhagen

ALTWARMBÜCHEN (ti). Mit einem solchen Gästeansturm hatte selbst die Vorsitzende der Isernhagener FDP nicht gerechnet.
Mehr als ein Drittel der Anwesenden sei ohne Anmeldung gekommen, sagte Christiane Hinze, insgesamt an die 200 Personen. Die Liste der zu Begrüßenden war lang und umfasste neben der liberalen Polit-Prominenz der Region auch Vertreter aus dem übrigen Parteien-Spektrum.
Alle hatten sich erwartungsvoll versammelt. Der Gastredner des Abends war Wolfgang Kubicki, stellvertretender Vorsitzender der Bundes-FDP und Fraktionsvorsitzender im Kieler Landtag.
„Wettbewerb statt Stillstand - Politik in Zeiten der Großen Koalition“ lautete mundgerecht das Thema für den Polit-star und begnadeten Redner. „Ohne Wettbewerb kein Fortschritt, die Voraussetzung für den wirtschaftlichen Wohlstand“, setzte er an. Es könne aber nicht sein, dass immer weniger für immer mehr arbeiten, und leitete flugs zur Bildungspolitik über.
Keine Noten mehr für Schüler? Kinder und Jugendliche wollen sich gegenseitig messen, nicht nur im Sport, auch in den Sprachen und Naturwissenschaften, meinte Kubicki. Allerdings solle mit dem Wahnsinn aufgehört werden, dass alle Abitur haben und studieren müssten. Er selbst habe zwei akademische Ausbildungen, berichtete er, konnte aber seinen gekauften Fernseher nicht selbst einrichten. „Wir brauchen Menschen, die es können“.
So ging es fort über Verbraucherschutz und Naturschutz, über Steuererhöhungen („eine Frechheit“) und Straßensanierungen. Um immer wieder auf das Credo der Freien Demokraten zurückzukommen: jeder Mensch sei ein Unikat und könne selbst bestimmen, was er wolle. Menschen sollten nicht über Erwachsene bestimmen, betonte Kubicki unter dem Beifall der Zuhörenden.
Aus diesem Blickwinkel heraus kam ihm der Bürokratieabbau gerade recht, den die Große Koalition versprochen hatte. Stattdessen sei beispielsweise mit dem Mindestlohn ein Bürokratiemonster entstanden, das seinesgleichen suche. Kubicki trug wörtlich die sog. „Mindestlohnleistungsverordnung“ vor und bot denjenigen im Saal Freibier für diesen Abend an, die sie verstehen könnten.
Die Erleichterung und die Lacher waren auf seiner Seite. Er zählte viele Beispiele von Betroffenen auf, von Vereinen und Verbänden, von Taxiunternehmen bis zu Betreuungseinrichtungen. „Dabei wollte Andrea Nahles doch weniger arbeiten“, bemerkte er süffisant. „Wo leben wir, wenn wir uns unsinnige Dinge wie die Mindestlohnverordnung leisten, fragte er – und resümierte: „Deutschland braucht die Freien Demokraten“.
Die Fragen aus dem Publikum drehten sich um Terrorismus und Datenspeicherung, um den Schutz der Privatsphäre bei steigenden Einbruchszahlen, gerade in Niedersachsen, um die Macht von Jugendbanden und Hasspredigern, um die Verantwortung zur Aufnahme von Flüchtlingen.
Die Unternehmen wollen integrieren, betonte Kubicki. Voraussetzungen seien aber ein angemessener Sprachunterricht, verbunden mit einer Staatsbürgerkunde, um die Neuzugezogenen nicht allein zu lassen.