Neuer Bebauungsplan für das Einkaufszentrum in FB

Ein Investor möchte die Verkaufsfläche des dort ansässigen Rewe-Marktes von 800 auf 1500 Quadratmeter vergrößern. (Foto: Renate Tiffe)

Ortsrat stimmt zu – Bauvoranfrage bei der Region Hannover

ISERNHAGEN FB (ti). Drei Jahre ist es her seit ein Brand im Einkaufszentrum FB die Aldi-Filiale, KIK und mehrere kleinere Geschäfte zerstörte. Übrig blieb eine notdürftig begrenzte Brandruine, ein Schandfleck, der viele die Frage stellen lässt: Wie soll es weiter gehen? Die Gemeindeverwaltung bemüht sich schon seit Längerem nach Kräften um Investoren. Endlich gibt es jetzt konkretere Abmachungen. Allerdings: Der Bebauungsplan (B-Plan) muss geändert werden.
„Reaktivierung des Nahversorgers FB“ nennt sich im Behördendeutsch das Projekt, für das sich jetzt ein Investor stark macht. Auf dem 1,14 Hektar großen Grundstück möchte er die Verkaufsfläche des dort ansässigen Rewe-Marktes von 800 auf 1500 Quadratmeter vergrößern. Diese Größe sei heute für einen Vollsortimenter unumgänglich, wird argumentiert. Außerdem ist ein KIK-Modemarkt mit einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern vorgesehen.
Der ursprüngliche B-Plan hatte die Grundlage für die Ansiedlung verschiedener Läden geboten. „Mit der Änderung müssen wir die Kleinteiligkeit verlassen“, erläuterte die Leiterin des Bau- und Planungsamtes Heike Uphoff vergangene Woche in der Ortsratssitzung im Isernhagenhof. Das Landesraumordnungsprogramm lasse ein einfaches Addieren der Flächen nicht zu. Ein neuer B-Plan könne zunächst einmal nur eine Absichtserklärung sein.
Auf die Bauvoranfrage des Investors hat die Bauaufsicht der Region allerdings bereits signalisiert, dass eine Genehmigung kritisch zu betrachten sei, weil das geltende Raumordnungsprogramm in Ortsteilen außerhalb des Zentralortes nur Verkaufsflächen bis 800 Quadratmeter zulässt.
SPD-Ratsherr Thomas Hahn, der absprachegemäß im Juli das Amt des Ortsbürgermeisters in FB übernehmen wird, hat sich inzwischen beim zuständigen Dezernenten der Region erkundigt, Eine positive Antwort konnte er aber auch von Professor Axel Priebs nicht erhalten.
Im Hinblick auf die schon lange dauernden Querelen um den Bau eines Vollversorgers im Burgwedeler Ortsteil Wettmar sei man offenbar in der Region besonders vorsichtig, meinte er. Für die Bürger in Isernhagen FB sei es frustrierend zu hören, dass Verfahrensfragen den Bau eines Lebensmittelmarktes aufhalten, so Hahn.
Der Anblick der Brandruine sei kein schöner Anblick am Ortseingang von FB und die Verkaufsfläche sei derzeit kleiner als vorher. Jetzt könne nur noch eine Ausnahmegenehmigung von der Raumordnungsbehörde helfen oder ein Eingreifen des Sozialministeriums. „Aber das kann lange dauern“, sagte er gleich dazu. Wir können nur den B-Plan beschließen, und hoffen, dass der Investor nicht abspringt“. Der hat sich vorerst eine Kaufoption für das Grundstück für ein Jahr eintragen lassen.
Der abgebrannte Markt sei ein Sanierungsfall, der durch die Bürokratie aufgehalten wird, resümierte Ortsbürgermeister Friedrich Redeke (CDU) verärgert. Der Ortsrat beschloss die B-Plan-Änderung einstimmig. Am 2. Juli wird der Umwelt-Planungs-und Bauausschuss sich mit dem Thema befassen bevor es am 14. Juli im Verwaltungsausschuss und am 17. Juli in der Ratssitzung abschließend beraten wird.