Neue Schätze in der Wettmarer Heimatdiele

Wie wurden früher Seile gedreht? Beim Tag der offenen Tür konnten sich die Kinder am Seilwindegerät versuchen. (Foto: Renate Tiffe)

Heimatverein öffnete zum Erntedanktag seine Türen

WETTMAR (ti). Es ist mittlerweile guter Brauch, dass am Erntedanktag der Heimatverein für das Kirchspiel Engensen-Thönse-Wettmar seine Türen öffnet. Einmal im Jahr steht nicht nur das Paradeobjekt des Vereins, die Bockwindmühle, im Mittelpunkt des Geschehens, sondern all das, was in der Heimatdiele zusammengetragen wurde. Und die Besucher wissen diese Form der Erdung durchaus zu schätzen.
Und in der Heimatdiele gab es genug zu sehen und zu erkunden, alte und neue Schätze. Nicht zuletzt lockte auch die Kaffeetafel mit selbstgebackenem Kuchen und die Bewirtung durch die „Gruppe 1“, die stets dann zur Stelle ist, wenn in Wettmar etwas los ist.
Draußen auf dem Hof war das aufgereiht, was zur Bearbeitung des Korns dient, die Dreschmaschine unter dem Schauer, ein fahrbarer Dieselmotor für den Antrieb, verschiedene Schrotmühlen bis hin zu einem nachgebauten Modell aus Spanholz, mit dem vor allem Kinder durch Treten das Prinzip des Kornmahlens erfahren können. In einem Teil der Ausstellung wurden auch Gegenstände zum Verkauf angeboten, Spinnräder, Haspeln, eine Waage. „Wir brauchen Platz“, bemerkte Gerhard Brenneke, der Vorsitzende des Heimatvereins.
Platz für immer neue Dinge, die dem Heimatverein zugetragen werden. Zu den etwa 450 katalogisierten Gerätschaften auf dem ehemaligen Heu- und Strohboden über der Diele, wohl geordnet nach Themenbereichen wie Landwirtschaft, ländliches Handwerk und Hauswirtschaft, ist gerade wieder eine Neuerwerbung hinzugekommen.
Mit besonderem Stolz verweist Brenneke auf eine Sammlung von 90 (!) Kaffeemühlen, Handmühlen aus den verschiedensten Materialien. Gewürzmühlen, Getreidemühlen, immer wird etwas zerrieben“, sinniert er. Und er hat auch schon eine Vorstellung, wo die kleinen Geräte, die zurzeit auf einem Wandbord aufgereiht sind, einmal ihren ständigen Platz finden könnten. Nachdem die Finanzierung der Mühle soweit abgesichert ist, gibt es bereits Gedanken an ein Nebengebäude auf dem Gelände. Es könnte so angeordnet sein, wie bei dem Modell der Hornlinger Mühle, die auf dem Hof zu sehen war. Aber das liege alles noch in sehr weiter Ferne, nimmt Brenneke sich gleich wieder zurück.
Es passiert auch, dass direkt während der Ausstellung Neues hinzukommt. Ein Besucherehepaar übergab ein Schriftstück, einen Brief von 1802 von einem Wettmarer Pastoren – Anlass für Lothar Urban, für alte Schriften und das Archiv zuständig, es gleich näher in Augenschein zu nehmen. Unten in der Diele waren Karten und Schriften aus dem Archiv zu studieren.
Zum Erntedanktag hatte der Heimatverein nach dem Gottesdienst Äpfel an alle Kirchgänger verteilt. Neben dem Garten an der Heimatdiele unterhält der Verein noch eine Obstbaumanpflanzung am westlichen Ortsrand.