Nervenprobe mit hohem Spaßfaktor für Pferd und Reiter

Fliegende Volleybälle? Mir doch egal – Emma und Charlotte können sich ganz aufs Ballspielen konzentrieren. (Foto: Svenja Steinseifer)

Für „Buschbomber“ und „Kopflose Hühner“ zählt Verlässlichkeit auf der Rallye-Strecke

ENGENSEN (svs). Ballspiele sind nicht sein Ding. Pony „Mäxchen“ juckt der Ball nicht. Locker kann Reiterin Charlotte die Zügel ablegen und mit Kollegin Emma Volleyball spielen – vom Sattel aus versteht sich. Bei der Reiterrally der Reitvereins Engensen geht es weder um den besten Reiter noch um die beste Zeit. Sondern um den Geschicktesten mit dem verlässlichsten Pferd.
„Wir hatten hier schon Reiter dabei, die S-Dressur geritten sind“, sagte Thomas Birkner, 1. Vorsitzender des Reitvereins Engensen, und wartet an der zweiten Station auf das Team „Engensen II“, „Die haben nicht den ersten Platz gemacht!“ Insgesamt sechs Stationen auf einer rund 12 Kilometer langen Strecke mussten die 25 Teams am vergangenen Montag passieren. Und bei allen kam es auf eine vertraute Zusammenarbeit mit dem vierbeinigen Kollegen an. „Wir möchten Scheusicherheit mit Spaß verbinden“, sagt Birkner – daher habe das Orga-Team an seiner Station auf den „Gruselfaktor“ Volleyballnetz verzichtet.
„Eine Rallye ist mal richtig cool“, findet Martina Gauert von den „Glühwürmchen“. Schwierig finde sie die Spiele eigentlich nicht. „Aber mein Pony findet manche Sachen nicht so leicht“, weiß die Reiterin. „Dann tut er so, als hätte er Angst.“ Für Catherina Hoes von den „Buschbombern“ sei eine Rallye eine „spaßige Abwechslung“ und ein guter Vertrauenstest zwischen Pferd und Reiter. „Bälle, die vom Boden aufspringen sind nicht so toll“, weiß die Westernreiterin.
„Pferde haben oft ein fotografisches Gedächtnis“, erläutert Steffi Birkner. Sie betreut die erste Station, an der Begriffe nach Manier des Tabu-Spiels erraten werden müssen. Und Wäsche aufhängen – vom Pferderücken aus. „Dass sie eine Plane vom Reitplatz aus kennen, heißt nicht, dass sie vor einer Plane im Wald nicht scheuen!“ Apropos Wald – Orientierungssinn sollten die Reiter ebenfalls im Gepäck haben. Ausgerüstet mit einer Karte und wichtigen Utensilien für eine Rallye, wie Eierbecher, Erste-Hilfe-Equipment und Kugelschreiber, führt die Strecke mitten durchs Gehölz.
Unterwegs sind die grauen Zellen der Reiter gefragt. Wie viele Gehirnnerven besitzt ein Mensch eigentlich? Womit werden Flachsfasern gereinigt? Mit Japs? Keuch? Hechel? Oder Seufz? „Das sind alles Fragen aus Wer wird Millionär“, verrät Beate Wiekenberg, zweite Vorsitzende des Reitvereins. „Bei mir hört es meist schon nach der 50-Euro-Frage auf“, berichtet Frauke Zinner und steht mit ihrer Teamkollegin als „Oldies but Goldies“ in den Startlöchern.
Für „Engensen II“ läuft es rund. „Es harmonisiert, es haut keiner ab und für die Pferde ist es eine tolle Abwechslung“, freut sich Sabrina Lahmann. Als vierköpfiges Team seien sie in der Zusammensetzung zum ersten Mal unterwegs und an Station fünf angekommen. Langsam reiten – das ist die Devise bei Wilfried Künstler. Schritt-Trab-Galopp, möglichst im Schneckentempo. „Überall sieht man freundliche Gesichter“, lobt Teamkollegin Heike Kleinkauf die Organisation. „Man merkt bei der Rally einfach, dass die Kleinen echte „Verlasspferde“ und Spaß miteinander haben.“
„Uns ist wichtig dass alle heile wieder zurückkommen und mit Spaß über die Strecke gehen“, betont Beate Wiekenberg. „Volleyball ist die beste Station“, da sind sich die 8-jährige Charlotte und die 11-jährige Emma einig. „Die Engenser Rallye ist vor allem auch wegen des Geländes beliebt“, weiß Wilfried Künstler. So geht es auch den „Buschbombern“. „Wir peilen auf jeden Fall an, nächstes Jahr wieder dabei zu sein“, sagt Sabine Jakob. Und die Gehirnnerven? Der Internet-Joker verrät es: 24.