„Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“

Frauen aus Kuba haben den Weltgebetstag am 4. März vorbereitet

BURGWEDEL/ISERNHAGEN (r/bs). „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“ – unter dieser Überschrift laden Frauen aller Konfessionen in diesem Jahr zum Weltgebetstag am Freitag, 4. März, ein.
Gefeiert wird dieser Tag in den Regionen des Kirchenkreises Burgwedel-Langenhagen mit ökumenischen Gottesdiensten; herzlich dazu eingeladen sind alle interessierten Frauen und Männer. Die Lieder und Texte für die Gottesdienste wurden von mehr als 20 Christinnen aus Kuba gemeinsam erarbeitet.
Zwei Gottesdienste werden am 4. März in der Region Isernhagen gefeiert: Um 18 Uhr beginnt der Gottesdienst in der St.-Nikolai-Kirche in Kirchhorst, um 19 Uhr wird dann ein Gottesdienst im Gemeindehaus der St.-Marien-Kirche in Isernhagen KB gefeiert. In der Region Burgwedel findet der Gottesdienst zum Weltgebetstag im Gemeindehaus der Ludwig-Harms-Kirchengemeinde in Fuhrberg statt; Beginn ist hier um 19 Uhr.
Seit Beginn der US-kubanischen Annäherung Ende 2014 hat das sozialistische Kuba – mit seinen mehr als elf Millionen Menschen bevölkerungsreichster karibischer Inselstaat – wieder einen Platz in der internationalen Aufmerksamkeit gefunden. Seit jeher fasziniert und polarisiert dieses Land, ist Projektionsfläche für Wunsch- oder Feindbilder. Wie aber sehen kubanische Frauen ihr Land? Welche Sorgen und Hoffnungen haben sie angesichts der politischen und gesellschaftlichen Umbrüche?
Seit der sozialistischen Revolution im Jahr 1959 sind Frauen und Männer rechtlich gleichgestellt, Kuba gilt in dieser Hinsicht manchen als Vorbild. Im privaten Alltag jedoch klaffen Ideal und Wirklichkeit oft weit auseinander und es herrschen patriarchale Rollenbilder des Machismo vor. Die meist in Vollzeit berufstätigen Kubanerinnen sind zusätzlich oft allein verantwortlich für Haushalt, Kinder und die Pflege Angehöriger.
Offizielle Zahlen zur Religionszugehörigkeit der Menschen auf Kuba gibt es nicht. Der Großteil der Bevölkerung ist römisch-katholisch, daneben gibt es zahlreiche protestantische Konfessionen sowie jüdische und muslimische Gemeinden. Eine wichtige Rolle im spirituellen Leben vieler Menschen spielt auch die afrokubanische Religion Santería. Seit 1992 ein laizistischer Staat mit Religionsfreiheit und wachsenden Spielräumen für die Kirchen.
Die in den Gottesdiensten zum Weltgebetstag eingesammelten Kollekten unterstützten weltweit Projekte, die die sozialen, politischen und wirtschaftlichen Rechte von Frauen und Mädchen stärken, unter anderem auch in Kuba.