Nachdenkliches zum Thema Tod

Eine zarte Freundschaft entwickelte sich zwischem dem Tod (Kian Pourian) und der Ente (Suse Wessel). (Foto: Bettina Garms-Polatschek)

Einfühlsames Theaterstück zum Abschluss des Kirchenjahres

GROSSBURGWEDEL (bgp). Das „Theater zwischen den Dörfern“ aus Wennigsen widmete sich mit einer Vorstellung im Gemeindehaus der St. Petri-Kirchengemeinde dem Thema Tod.
Die beiden Darsteller Kian Pourian und Suse Wessel umrahmten das poetisch-philosophische Stück "Ente, Tod und Tulpe" mit einem Literatur- und Musikprogramm, welches den Tod auf vielfältige Weise beleuchtete.
Als Vorlage zu „Ente, Tod und Tulpe" diente das gleichnamige preisgekrönte Kinderbuch von Wolf Erlbruch, der besondere Abend mit dem Stück im Gemeindehaus richtete sich vornehmlich an Erwachsene.
Die Ente, von Suse Wessel mit einer Handpuppe einfühlsam dargestellt, hatte schon länger so ein Gefühl. „Wer bist du – und was schleichst du hinter mir her?“, fragte sie. „Schön, dass du mich endlich bemerkst“, sagte der Tod. „Ich bin der Tod.“ Nach dem ersten Schrecken entwickelt sich eine zarte Freundschaft zwischen der schnatterigen Ente und dem freundlichen Tod, der aber auch dieses Mal keine Ausnahme machte.
Kian Pourian spielte mit einer Figur den Tod und vermittelte die zarte Sympathie, welche sich zwischen den beiden im Laufe ihrer näheren Bekanntschaft entspannte. Bevor der Tod sich der Ente endgültig bemächtigte, hatte er ihrem Auftrag noch wichtige Aufgaben zu bewältigen. Die Ente forderte ihn auf, mit ihr zu "gründeln". Solche diesseitigen Aktivitäten waren ihm bisher fremd, er scheute sich jedoch nicht, darauf nach einigem Zögern einzugehen.
Der Tod unterwarf sich den Kommandos der Ente: "Links gucken, rechts gucken, tunken, reinhocken, Federn runter, Bürzel hoch!", die den Zuschauern trotz des ernsten Kontextes ein Lachen entlockten.
Die einfühlsame und ruhige Darstellung des Verhältnisses zwischen der schnatternden Ente und dem Tod wurde mit passender Musik und wohl dosierter Beleuchtung untermalt. Das einfach gehaltene schwarze Bühnenbild, welches im Laufe des Stückes mit Kreidezeichnungen und Requisiten entwickelt wurde, unterstrich den Reiz dieser besonderen Inszenierung.
Die beiden Darsteller betteten das Stück in zweistimmige Lieder, manche davon auf der Gitarre begleitet. Auszüge aus José Saramagos „Eine Zeit ohne Tod“ im Wechselspiel mit Liedern von Kurt Weill bis Heinz Rudolf Kunze warfen auf unterschiedlichste Art und Weise einen Blick auf das Thema Tod.
Lebhafter Beifall nach der Vorstellung zeigte, dass die beiden Poeten, Sänger und Schauspieler dieses exzellent umzusetzen vermochten. Im Foyer des Gemeindehauses nutzten viele Besucher die Gelegenheit, sich während der Pausen und am Ende der Darbietung bei einem Glas Wein und Salzgebäck über das Stück auszutauschen.
Ein solcher Abend sei erstmalig in dieser Form von der St. Petri Gemeinde veranstaltet worden und habe mit der Vorstellung des „Theaters zwischen den Dörfern" einen schönen Abschluss des Kirchenjahres gefunden, freute sich Pastorin Bodil Reller über die positive Resonanz der Besucher.